Weltmusik-Fans schunkeln und tanzen zur Musik von der Insel Rodrigues

Klangkosmos-Konzert

Beim letzten Klangkosmos-Konzert der Saison gibt es zu wenig Sitzplätze. Angesicht der schwungvollen Musik der Gruppe „Sakili“ von einer Insel im Indischen Ozean störte das aber niemand.

von Klaus-Dieter Hoffmann

Bergkamen

, 18.06.2019 / Lesedauer: 3 min
Weltmusik-Fans schunkeln und tanzen zur Musik von der Insel Rodrigues

Das Trio Sakili von der Insel Rodrigues hat in der Reihe Klangkosmos Weltmusik ein beeindruckendes Konzert gegeben. © Marcel Drawe

Damit hatten sicherlich die wenigsten Besucher gerechnet, dass sie bei dem letzten Klangkosmos-Konzert vor der Sommerpause eine richtige Weltmusik-Party feiern würden. Dabei sah es zu Beginn eher nach „Flop“ aus.

Dummerweise hatte nämlich der zuständige Lieferservice, der für das Aufstellen der Sitzplätze im Trauzimmer zuständig ist, nur 35 Stühle angeliefert. Und als dann Detlef Goeke und Thossa Büsing vom Kulturbüro das Malheur feststellten, war vom Stuhllieferanten schon nichts mehr zu sehen. Schnell füllte sich das Trauzimmer mit den Konzertbesuchern. Nach kurzer Zeit waren alle Sitzplätze besetzt, doch der Besucherstrom riss nicht ab. Zum Glück ließen sich die Weltmusik-Fans, die nun stehen mussten, von diesem Umstand nicht die Laune verderben.

Polonaise der Musiker

Mit einer Polonaise zogen die drei gut aufgelegten Musiker von „Sakili“ in den Saal. Angereist von der Insel Rodrigues, die rund 600 Kilometer „neben“ Mauritius im Indischen Ozean liegt, hatten sie so einige Überraschungen im Gepäck. Art-Director Percy Yip Tong, der Vierte im Bunde, erklärte den Grund, warum Vallen Pierre Louis, ein auf Rodrigues bekannter und geschätzter Banjo-Spieler, neben seiner sechssaitigen Kabosy auch die Triangel spielt. „Es ist ein Bezug zu unseren Vorfahren, die mit der Machete das Zuckerrohr abgebaut hatten.“

Das Akkordeon ist ein wichtiges Instrument auf der Insel

Die Rahmentrommel, aus der Francis Prosper perfekt alle Rhythmen herausholte, ist hingegen ein Bezug zu den afrikanischen Wurzeln der Rodrigueser. Für die größte Verblüffung sorgte Ricardo Legéntil mit seinem achtbässigen Hohner-Knopf-Akkordeon. „Das Akkordeon ist auf der Insel Rodrigues das wichtigste Melodie-Instrument“, erklärte Yip Tong. Aufgewachsen in einer Familie von Akkordeonspielern, begeisterte Legéntil das Publikum mit seinem äußerst virtuosen Harmonikaspiel.

Eine Mischung aus europäischen und afrikanischen Einflüssen

Und da die musikalische Tradition auf Rodrigues eine Mischung aus europäischen und afrikanischen Einflüssen ist, war es dann auch nicht wirklich verwunderlich, dass das Trio Rhythmen wie Polka, Reggae, Blues und auch den Walzer perfekt drauf hat. Spätestens dabei waren die Besucher auf den Stehplätzen im Vorteil. Sie hatten nun genug Platz zum Schunkeln und Mittanzen, wovon sie natürlich auch ausgiebig Gebrauch machten. Am Ende ließ sich dann auch Percy Yip Tong von der Begeisterung im Trauzimmer mitreißen und griff ebenfalls zur Kabosy. Tosender Applaus und laute Zugabe-Rufe des begeisterten Publikums krönten das überaus beeindruckende Konzert.

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