Die Vorbereitungen auf Weihnachten laufen an. Auch der richtige Baum gehört für viele zum Fest dazu. Beim Kauf sollte man aber einiges beachten, weiß Helmut Edel.

Bergkamen

, 03.12.2019, 14:05 Uhr / Lesedauer: 3 min

Kurz vor Heiligabend noch schnell einen zweiten Weihnachtsbaum kaufen, weil der erste im Wohnzimmer seine Nadeln abwirft und die Christbaumkugeln schon herunterrutschen, weil sie keinen Halt mehr haben? Solche Fälle gibt es. Helmut Edel besitzt seit 50 Jahren eine Baumschule am Burgemeisterweg und erlebt immer wieder, dass Kunden an Heiligabend vorbeikommen, um vor der Bescherung noch einen zweiten Baum zu besorgen.

Den ersten Baum haben sie aber freilich nicht bei Edel gekauft, denn er setzt auf Qualität statt auf günstige Preise. Und seine Stammkunden sind auch bereit, ein wenig mehr dafür zu zahlen. „Fünf Euro spielen keine Rolle und dafür hat man einen guten Baum“, sagt Edel. Zu seinen Stammkunden gehören Kirchengemeinden und Firmen, ebenso wie Banken oder Autohäuser. Auch die setzen laut Edel auf Qualität, denn die Bäume werden meist schon Anfang Dezember aufgestellt und sollen die Adventszeit heile überleben.

Woran man einen frisch geschlagenen Weihnachtsbaum erkennt

Warum günstigerer Bäume nicht lange halten, kann der Bergkamener Baumexperte erklären. „In der Massenproduktion fängt man schon im Oktober an, zu sägen. Sonst schaffen sie das bis Weihnachten nicht.“ Die Bäume aus der Massenproduktion kosten zwar weniger, halten aber selten bis Heiligabend durch.

Feststellen kann das jeder Laie: „Man erkennt es an den Nadeln und an der Schnittfläche“, erklärt Edel. Ist die Schnittfläche ausgetrocknet, kann der Baum kein Wasser mehr aufnehmen – da hilft auch ein Ständer mit Wassertank nicht. Er trocknet aus und verliert Nadeln. Auch könne man den Baum vor dem Kauf leicht schütteln. Wenn dann schon Nadeln abfallen, sollte man den Baum lieber an Ort und Stelle lassen.

Qualität, Preis, Pflege, Klimaschutz: Experte gibt Tipps zum Weihnachtsbaumkauf

An der Pfalzschule werden jedes Jahr Weihnachtsbäume verkauft. Der Termin für dieses Jahr ist der Samstag, 7. Dezember. © Stefan Milk

In Edels Baumschule werden die Bäume vor Ort frisch geschlagen oder frisch geliefert. Die Nadeln sind dann noch saftig grün und die Schnittstelle am Stammende hell. Wer den Weihnachtsbaum zu Hause ins Wasser stellt, hat lange etwas davon, denn über die Schnittstelle kann er dann noch lange Wasser aufnehmen.

Auch Landwirt Nils Henter achtet darauf, dass die Weihnachtsbäume, die er auf seinem Hof an der Bambergstraße 85 verkauft, nicht allzu früh geschlagen werden. Seine Tannen wurden Ende November geschlagen und er bekommt in den kommenden Wochen frische Lieferungen.

Qualität, Preis, Pflege, Klimaschutz: Experte gibt Tipps zum Weihnachtsbaumkauf

Anfang Januar sammelt der Bauhof die ausgedienten Tannenbäume vom Straßenrand ein, um sie zu entsorgen. © Marcel Drawe

Ältere Bäume leiden besonders unter den Dürresommern

Die bekommt auch Edel. „Ich kann zum Glück selber bestimmen, wann meine Bäume gefällt werden“, sagt Edel. Er verkauft zugekaufte Ware, aber auch eigene Tannen aus seiner Baumschule. Die hatte mit der Hitze in den Sommermonaten zu kämpfen. „Die kleinen Bäume haben den Sommer gut überstanden, an den großen sieht man das schon. Hitze macht den Bäumen zu schaffen“, sagt Edel. Er musste die Bäume im Sommer viel gießen, damit sie die Trockenperiode überleben.

Bergkamen


Weihnachtsbaumverkauf ist gestartet

  • In Gartencentern, Baumärkten, in Baumschulen und teils auf Bauernhöfen läuft der Weihnachtsbaumverkauf bereits. Neben der Baumschule von Helmut Edel am Burgemeisterweg 7 und dem Hof von Nils Henter an der Bambergstraße 85 gibt es zum Beispiel auch im Garten-Center Röttger an der Erlentiefenstraße 31 Tannen. Kaufland startet seinen Weihnachtsbaumverkauf am Donnerstag, 5. Dezember und gibt erst dann bekannt, in welchen Filialen es Bäume gibt. Infos dazu gibt es unter www.kaufland.de/aktionen/weihnachten.html.
  • Traditionell gibt es auch wieder einen Weihnachtsbaumverkauf an der Pfalzschule. Er startet an diesem Samstag, 7. Dezember, um 10 Uhr. Auf dem Schulhof an der Pfalzstraße 90 gibt es nicht nur Bäume, sondern auch Würstchen, Punsch, Waffeln und einen Geschenkverkauf. Der Erlös kommt dem Förderverein der Schule zugute.

Am Preis hat sich in diesem Jahr nichts geändert. Ein Meter Nordmanntanne koste tzwischen 15 und 20 Bäume. Einen zwei Meter großen Baum erhält man bei Edel für etwa 30 Euro. Doch das könnte sich in den kommenden Jahren ändern. Das viele Bewässern kostet auf Dauer Geld und wenn der Bestand schrumpft, steigen die Preise.

Während die Nordmanntannen den Sommer gut überstanden haben, hatten es die Fichten schwerer. Sie kosten deutlich mehr – doch das ist manch einem Weihnachtsfan egal. „Im Gegensatz zu Nordmanntannen duften Fichten. Ihre Nadeln enthalten ätherische Öle“, so Edel. Und für den angenehmen Tannengeruch im Wohnzimmer greifen manche gerne tiefer in die Tasche. Edel, der auch eine große Auswahl an Pflanzen und handgemachte Weihnachtsdeko in seinem Sortiment hat, verkauft insgesamt fünf unterschiedliche Sorten Tannenbäume.

Bäume im Topf kaufen, um das Klima zu schützen?

Doch egal welche Sorte im Wohnzimmer steht – nach dem Fest landen alle Bäume gleichwohl im Müll – bzw. werden sie vom Baubetriebshof Anfang Januar vom Straßenrand eingesammelt. Besonders klimafreundlich ist das freilich nicht. Deshalb fragen sich viele, welche Alternativen zum abgesägten Baum es gibt und ob die Pflanze am Ende wirklich im Müll landen muss.

Kamen

Weihnachtsbäume an der Jahnschule

  • Die Jahnschule in Kamen bietet am Freitag, 13. Dezember, einen Verkauf mit weihnachtlichem Rahmenprogramm an. Der Verein Kamener SC verkauft ebenfalls Weihnachtsbäume. Am Freitag, 6. Dezember, startet der Verkauf an der Gutenbergstraße um 17 Uhr.
  • Zudem gibt es in Bergkamens Nachbarstadt auch zahlreiche Geschäfte, an denen Tannen erstanden werden können. Dazu zählen etwa der Hof Ligges an der Afferder Str. 1, die Gärtnerei Scharrenbach an der Friedhofstraße 24 und das Gartencenter Dehner am Kamen Karree 3. Dort gibt es zum Beispiel auch Tannen die im Topf gewachsen sind, also einen Ballen haben und den Winter überleben können.

Bei Helmut Edel kann man auch Weihnachtsbäume im Topf kaufen. Doch wer sich dafür entscheidet, sollte einiges beachten. Der Baum muss laut Edel nämlich einen heilen Ballen haben, damit er nach dem Fest weiterleben kann. Oft haben die eingetopften Bäume keinen Ballen, weil sie nicht im Topf gewachsen sind, sondern ausgegraben und dann eingetopft wurden. Dabei können die Wurzeln beschädigt werden. „Diese Bäume gehen nur mit Glück an“, sagt Edel.

Wer also einen Baum kaufen möchte, der im nächsten Jahr noch lebt, sollte vor dem Kauf sichergehen, dass er noch einen intakten Wurzelballen hat. Dann erlebt nicht nur die Familie ein Frohes Fest, sondern auch der Tannenbaum.

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