Pastor Sebastian Zimmert hat schon Autos gesegnet. Die spielen beim Blasiussegen in der Pandemie eine zentrale Rolle. © Stefan Milk
Katholische Kirche

Wegen Corona gibt es den Segen in der Drive-In-Kirche

Der Blasiussegen, den die katholische Kirche Anfang Februar spendet, ist für viele Gläubige wichtig. Wegen Corona geht die Gemeinde in Bergkamen neue Wege. Wobei „gehen“ das falsche Wort ist.

Die katholische Kirche feiert am 2. Februar den Gedenktag des Bischofs und Märtyrers Blasius. Verbunden ist das am darauffolgenden Sonntag mit dem traditionellen Blasiussegen. Der ist für viele Katholiken nach wie vor sehr wichtig, sagt Pastor Sebastian Zimmer aus der Gemeinde Heiliger Geist. Allerdings kann er ihn in Zeiten der Pandemie, in denen die Gemeinde ihre Gottesdienste nur digital feiert, nicht auf die gewohnte Weise spenden. Aber Zimmert hat eine Idee für eine Alternative: Die „Drive-In“-Kirche.

Die Drive-In-Kirche spielt sich auf dem Platz vor St. Barbara in Oberaden ab. © Marcel Drawe © Marcel Drawe

So wie Veranstalter in der Corona-Krise auf Autokinos oder ein Drive-In-Restaurant in der Marina setzen, wollen Zimmert und seine Kollegen den geschützten Raum des Wagens nutzen, um die Insassen coronakonform und kontaktlos zu segnen. Die Auto-Kirche ist für Sonntag, 7. Februar, von 10 bis 11.30 Uhr an der Barbara-Kirche in Oberaden geplant.

Autos fahren auf den Platz vor der Kirche

Die Gläubigen müssen mit ihren Autos aus von der Alisostraße auf die Straße am Römerberg einbiegen und von dort auf den Platz vor der Kirche fahren. Dort stehen Zimmert und andere Priester, die einen Mundschutz tragen und den Segen aus einem sicheren Abstand spenden. Die Menschen müssen im Auto bleiben, dürfen aber das Seitenfenster herunterkurbeln. Zum Abschluss bekommen sie dann ein kleines Andenken. Was das ist, will Zimmert noch nicht verraten.

Um ein Verkehrschaos zu vermeiden, richtet die Gemeinde an der Kirche eine Einbahnstraße ein. Wer den Segen erhalten hat, muss vom Kirchengelände nach rechts auf die Straße Am Römerberg abbiegen und in Richtung Jahnstraße fahren.

Den Blasiussegen bekommen auch die Zuschauer nach der Heiligen Messe, die die Gemeinde jeden Sonntag um 11.30 Uhr aus der Elisabethkirche auf ihrem Youtube-Kanal übertragt. Aber ein digitaler Segen reiche nicht aus, findet Zimmert – schon gar nicht während einer Pandemie. Der Blasiussegen soll die Gläubigen bei Krankheit und Gefahr unter den Schutz Gottes stellen.

Blasius war Bischof in Sebaste im Nordosten der heutigen Türkei. Er wurde nach 316 n. Chr. hingerichtet. Der Legende nach hat er ein Kind davor bewahrt, an einer Fischgräte zu ersticken. Die Katholiken verehren ihn als einen der 14 Schutzheiligen.

Zimmer warnt davor, den Segens-Schutz allzu wörtlich zu nehmen. Eine Corona-Infektion könne er nicht verhindern und keine Krankheiten heilen, sagt der Priester: „Ein Segen ist kein Medikament und auch keine Impfung.“

Über den Autor
Redaktion Bergkamen
1967 in Ostwestfalen geboren und dort aufgewachsen. Nach Abstechern nach Schwaben, in den Harz und nach Sachsen im Ruhrgebiet gelandet. Erst Redakteur in Kamen, jetzt in Bergkamen. Fühlt sich in beiden Städten wohl.
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Johannes Brüne
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