Weddinghofens Ortsvorsteher will den Netto auf der grünen Wiese

dzDebatte über Supermarkt

Die Pläne für den Netto-Umzug in einen Neubau auf die grüne Wiese ist in Weddinghofen umstritten. Nicht beim sozialdemokratischen Ortsvorsteher: Der spricht sich klar für den Supermarkt aus.

Bergkamen

, 12.06.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Glaubt man Ortsvorsteher Dirk Haverkamp, dann wünschen sich viele Menschen in Weddinghofen nichts sehnlicher als eine neue Einkaufsmöglichkeit in ihrem Stadtteil. Den Satz „Wenn ich in Weddinghofen Politiker wäre, würde ich als erstes einen neuen Aldi hier hin bauen“ höre er so oder so ähnlich häufig bei seinen Besuchen zu hohen Geburtstagen oder Ehejubiläen, berichtet Haverkamp. Er erklärt dann, dass Politiker keine Supermärkte bauen können, sondern dafür auf Investoren angewiesen sind.

Ortsvorsteher vermisst einen Getränkemarkt in Weddinghofen

Solche begrüßen der Sozialdemokrat Haverkamp und sein Weddinghofer Ortsverein dann auch mit offenen Armen. Der Ortsvorsteher ist ganz begeistert davon, dass auf dem Feld neben dem Wellenbad-Parkplatz ein Neubau für einen Netto-Markt entstehen soll. Wobei dadurch gar keine zusätzliche Einkaufsmöglichkeit geschaffen wird. Netto will lediglich umziehen und seinen Markt an der Schulstraße an den Häupenweg verlegen.

Der Netto an der Schulstraße in Bergkamen-Weddinghofen  sei zu klein, meint Ortsvorsteher Dirk Haverkamp.

Der Netto an der Schulstraße sei zu klein, meint Ortsvorsteher Dirk Haverkamp. © Stefan Milk

Aber die Verkaufsfläche werde sich fast verdoppeln, argumentiert Haverkamp. Der alte Markt sei doch viel zu klein, um einen Stadtteil wie Weddinghofen zu versorgen, das sei während der Coronakrise deutlich zu sehen gewesen. Und dann sei in dem Neubau auch ein Getränkemarkt geplant: „Den haben wir in Weddinghofen schon sei Jahren nicht mehr“, sagt Haverkamp.

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Rathaus- und Nordberg-Center sind nicht weit

Nun müssen die Weddinghofener keineswegs Hunger und Durst leiden, weil sie nicht einkaufen können. Der Kaufland im Rathaus-Center ist nicht weit entfernt, auch das Nordbergcenter mit diversen Einkaufsmärkten liegt in erreichbarer Nähe. Aber das sei doch eher etwas für Autobesitzer, die mit dem Wagen zum Großeinkauf aufbrechen, meint Haverkamp.

Er denke vor allem an Senioren und andere Menschen, die eher zu Fuß zum Einkaufen gingen. Wobei es auch da Gewinner und Verlierer der Netto-Pläne gibt. Wer an der Schulstraße wohnt, ist vielleicht nicht so begeistert über den Supermarkt-Umzug an den Häupenweg.

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Ohnehin ist der Neubau alles andere als unumstritten im Stadtteil. Ein Anlieger hat Klage gegen den Bauvorbescheid der Stadt eingereicht. Die Grünen und Umweltschützer lehnen das Bauvorhaben ab, weil sich sich sorgen, dass dadurch eine weitere Fläche versiegelt wird.

Dafür hat Ortsvorsteher Haverkamp mit Blick auf das potenzielle Supermarkt-Grundstück wenig Verständnis: „Das ist eine Wiese, die zwischen Parkplätzen liegt.“

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