Weddinghofener treffen Kommunalpolitiker beim Frühschoppen

dzMuntere Debatten

Rolf Humbach, der Vorsitzende der Bergkamener Grünen, wollte den Bürgern immer schon einmal erklären, woran Politiker Schuld sind – und woran nicht. Gelegenheit dazu gab ihm die IG BCE.

Weddinghofen

, 21.10.2018, 11:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Deren Weddinghofer Ortsgruppe richtete am Wochenende ihren ersten politischen Frühschoppen aus. Die Einladung ins Vereinsheim der Kleingärtneranlage „Krähenwinkel“ nahmen nicht nur Vertreter von SPD, CDU und Grünen an, sondern auch etliche Weddinghofener. Es solle an diesem Vormittag nicht um die „große Politik“ gehen, sondern um die Kommunalpolitik, sagte IG BCE-Vorsitzender Mario Unger. Also um die Dinge, die vor Ort entschieden werden und die die Menschen hier bewegen.

Besonders kontrovers ging es allerdings bei einem Thema zu, auf das die Bergkamener Politiker nur noch begrenzten Einfluss haben: Der Bau der L 821n. Auch Weddinghofen ist geteilt in Befürworter und Gegner der geplanten Umgehungsstraße. Aber die diskutierten munter und kontrovers miteinander und tauschten engagiert ihre Argumente aus – und das stellt ja schon einen demokratischen Wert an sich dar.

Auf die Tische im Kleingärtnerheim kamen aber auch ganz handfeste lokalpolitische Probleme. Zum Beispiel das Verkehrschaos, das jedesmal an der Pfalzschule ausbricht, wenn die Eltern morgens ihre Kinder mit dem Auto zur Schule bringen. Oder die zugeparkten Straßen, über die sich die Anlieger ärgern. Ratsfrau Brigitte Matiak (SPD) versprach, sich die Situation vor Ort bei einem Rundgang mit ihren Parteifreunden anzuschauen und anschließend in der Fraktion darüber zu sprechen. Alle Lösungsvorschläge der Bürger wollten die Politiker aber auch nicht unkommentiert hinnehmen. Die Idee eines Goethestraßen-Anliegers, einen der beiden Spielplätze in der Siedlung zu verkleinern und auf diese Weise zusätzlichen Parkraum zu schaffen, wies der CDU-Fraktionschef Thomas Heinzel zurück. Grün- und Spielflächen in Platz für Autos zu verwandeln, halte er für den falschen Weg.

Weddinghofener treffen Kommunalpolitiker beim Frühschoppen

Nach einer kurzen Vorstellungsrunde verteilten sich die Politiker an die Tische im Kleingärtnerheim. Drawe © Marcel Drawe

Klagen über Lärm und Müll

Die Pfalzschul-Anwohner klagten zudem über Lärm und Müll von Jugendlichen, die sich abends auf dem Schulhof treffen. Ähnliche Erfahrungen schilderten die Weddinghofer, die rund um das Wellenbad wohnen: Dessen Parkplatz wird gerne von jungen Anhängern PS-starker Autos als Treffpunkt genutzt – mit allen dadurch verursachten Belästigungen. In diesem Zusammenhang erklang beim Frühschoppen der Ruf nach den Ordnungsbehörden. Doch sowohl Politiker als auch Bürger bemühten sich um eine differenzierte Sichtweise. Heinzel betonte, dass in Sachen Wellenbadparkplatz auch der Eigentümer in der Pflicht sei – die Gemeinschaftsstadtwerke. Und die Politiker wiesen daraufhin, dass die Stadt eigens Streetworker beschäftigte, die mit den Jugendlichen reden könnten. Miteinander ins Gespräch zu kommen, sei immer gut, kommentierte das ein Bürger – und fasste damit auch das Ergebnis eines gelungenen politischen Frühschoppens zusammen.

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