Wasserstadt: Alte Grubenwasserleitung soll vorzeitig abgebaut werden – trotz Restrisiko

dzGrubenwasserhaltung

Die Stadt will die alte Grubenwasserleitung auf Haus Aden abbauen, weil sie bei den Arbeiten für die Wasserstadt im Weg ist. Dabei geht sie allerdings ein Risiko ein.

Bergkamen

, 26.06.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Beim Bau der Wasserstadt Aden auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Haus Aden gibt es einen Konflikt mit einem anderen Bauvorhaben: Die RAG will eine neue Grubenwasserleitung verlegen, die für die zentrale Wasserhaltung im östlichen Ruhrgebiet notwendig ist. Nicht nur das könnte die Bodenarbeiten auf der Wasserstadt-Baustelle stören.

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Störend ist auch, dass die alte Grubenwasser-Leitung noch im Boden liegt, der angeschüttet und verdichtet werden muss. Die Stadt hat sich deshalb entschlossen, die Leitung zu beseitigen, obwohl sie möglicherweise noch einmal gebraucht werden könnte.

Die Leitung beginnt am Schacht 2 der ehemaligen Zeche Haus Aden in Bergkamen und verläuft dann unter der Erde weiter.

Die Leitung beginnt am Schacht 2 der ehemaligen Zeche Haus Aden und verläuft dann unter der Erde weiter. © Borys sarad

RAG benötigt die Leitung nur noch im Notfall

Zurzeit benötigt die RAG die Leitung nicht. Sie hat die Erlaubnis bekommen, das Grubenwasser von etwa 1000 Meter unter dem Erdboden auf minus 600 Meter ansteigen zu lassen. Bis dieses Level erreicht ist, dauert es einige Jahre. Diese Zeit will das ehemalige Bergbau-Unternehmen nutzen, um eine neue Wasserhaltung mit Tauchpumpen statt fest unter Tage installierter Pumpen auszubauen und eine neue Leitung zur Lippe zu verlegen.

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Wenn das alles planmäßig gelingt, wird die alte Grubenwasserleitung nicht mehr benötigt. Nach Einschätzung von RAG-Sprecher Christof Beike besteht aber immer ein Rest-Risiko. Wenn es im Bauablauf zu ungeplanten Störungen und zu größeren Verzögerungen komme, werde die alte Leitung doch noch benötigt. „Es muss sichergestellt sein, dass abzuleitendes Grubenwasser auch abgeleitet werden kann“, teilte Beike mit.

Das Grubenwasser wurde an der Stadtgrenze zwischen Bergkamen und Lünen in die Lippe eingeleitet. Jetzt soll eine neue Leitung gebaut werden.

Das Grubenwasser wurde an der Stadtgrenze zwischen Bergkamen und Lünen in die Lippe eingeleitet. Jetzt soll eine neue Leitung gebaut werden. © Archiv

Stadt muss notfalls eine Behelfsleitung bezahlen

Die Stadt musste sich deshalb verpflichten, im Notfall eine Behelfsleitung auf eigene Rechnung zu bauen. Selbst wenn es dazu kommen würde, sei das für die Stadt noch kein Verlustgeschäft, sagt Stadtplanerin und Projektleiterin Christiane Reumke. „Die Bauverzögerung durch die alte Leitung würde uns mehr kosten, als eine neue zu bauen“, sagte sie.

Für die neue Leitung muss das Wasserstadt-Gelände nicht erneut aufgegraben werden. Sie soll ab Ende 2020 als unterirdischer Rohrvortrieb ausgeführt werden, wie Beike mittelt. Die Bauzeit beträgt etwa zweieinhalb Jahre. Die Leitung soll am dann verfüllten Schacht beginnen und von dort in gerader Linie zum Kanal verlaufen, den sie ebenfalls direkt unterquert. Bis die Arbeiten beginnen, sollen die Bodenarbeiten in dem Bereich abgeschlossen sein, sagte Reumke.

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Eine PCB-Filtration wird es wahrscheinlich nicht von Anfang an geben. In einer Versuchsanlage hatte es sich als äußerst schwierig erwiesen, das gesamte PCB aus dem Grubenwasser zu filtern. Das Verfahren soll jetzt weiterentwickelt werden.

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