Wasserstadt: Mehr Lärm durch Bodenlieferungen und Verdichtung mit der Fallplatte

dzBaustelle Haus Aden

Anwohner der Wasserstadt müssen damit rechnen, dass wieder Lastwagen mit Boden auf das ehemalige Zechengelände rollen. Die Anlieferung soll sich möglichst geräuschlos vollziehen.

Bergkamen

, 06.01.2020, 16:43 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Bodenarbeiten auf dem Gelände der zukünftigen Wasserstadt Aden sind schon seit gut acht Monaten im Gange. Bisher beschränkten sich die Arbeiten auf das Gelände der ehemaligen Zeche Haus Aden. Entsprechend gering waren die Auswirkungen auf die Nachbarschaft. Das wird sich ändern: Ab Mitte Januar nimmt die RAG Montan-Immobilien die Bodenanlieferungen wieder auf. Außerdem soll in diesem Jahr die Fallplatte zum Einsatz kommen, die den Boden verdichtet.

Wasserstadt: Mehr Lärm durch Bodenlieferungen und Verdichtung mit der Fallplatte

Der Boden soll über eine Rampe geliefert werden, die von der Jahnstraße auf das ehemalige Zechengelände führt. Die Lkw sollen diesen Weg nehmen, sobald die Jahnstraße wieder freigegeben ist. © Marcel Drawe

Anlieferung über die Jahnstraße, sobald sie freigegeben ist

Der Boden soll allenfalls übergangsweise über die Rotherbachstraße angeliefert werden. Sobald die Jahnstraße wieder freigegeben ist, sollen die Transporte vom Westenhellweg über die Jahnstraße und eine Rampe hinter der Kanalbrücke aus Wasserstadtgelände rollen.

Die neuen Lkw-Lieferungen sind notwendig, weil der schon angelieferte Boden schon zum Teil verbraucht ist. Das Planungsamt schätzt, dass nur noch die Hälfte der insgesamt 300.000 Kubikmeter Boden im Zwischenlager liegen. Die andere Hälfte ist schon verbaut.

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Damit der Puffer groß genug ist, soll jetzt weiterer Boden nachgeliefert werden. Insgesamt ist fast eine Million Kubikmeter zusätzlicher Boden notwendig, um den geplanten künstlichen See zu formen. Er wird das zentrale Element der Wasserstadt. Damit sein Wasserspiegel genau so hoch liegt wie der Datteln-Hamm-Kanal muss er gleichsam aus dem Gelände herausgehoben werden.

Ein Teil des Bodens wird jedoch nur auf dem Gelände umgelagert. Direkt am Kanal ist es etwas zu hoch. Der Boden der dort abgebaggert wird, kommt zum Teil bei Bau des Sees wieder zum Einsatz.

Wasserstadt: Mehr Lärm durch Bodenlieferungen und Verdichtung mit der Fallplatte

Die RAG baut gleichzeitig eine neue Grubenwasserleitung vom ehemaligen Schacht 2 der Zeche Haus Aden zur Lippe. © Marcel Drawe

Tonnenschwere Fallplatte verdichtet den Boden

Überall dort, wo Boden abgetragen wird, kommt eine Fallplatte zum Einsatz, um den Untergrund ausreichend tragfähig für Häuser und den See zu machen. Dabei handelt es sich um einen tonnenschwere Platte, die auf den Untergrund knallt und entsprechenden Lärm macht.

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Der Übergangsbereich zu vorhandenen Gebäuden und anderen Anlagen wie Hochspannungsmasten, dem Kanal und der Bahnlinie wird ständig überwacht. Dort sind Messgeräte und Vermessungsbolzen installiert, versichert das Baudezernat.

Wasserstadt: Mehr Lärm durch Bodenlieferungen und Verdichtung mit der Fallplatte

Der Wasserspiegel des geplanten Sees in der Wasserstadt soll dieselbe Höhe haben wie der Wasserspiegel im Datteln-Hamm-Kanal. © Stadt Bergkamen

Noch keine Genehmigung für See-Bau

Das Gelände wird zwar schon so modelliert, dass der See angelegt werden kann. Eine Genehmigung für den Seebau gibt es aber noch nicht.

Parallel zur Wasserstadt

RAG baut eine neue Leitung für das Grubenwasser

Parallel zum Bau der Wasserstadt ist die RAG dabei, auf dem künftigen Wasserstadt-Gelände eine neue Grubenwasserleitung zu verlegen. Über den Schacht 2 der ehemaligen Zeche Haus Aden betreibt die RAG die zentrale Grubenwasserhaltung für das östliche Ruhrgebiet und pumpt Grubenwasser in die Lippe. Der Neubau der Grubenwasserleitung hat den Bau der Wasserstadt um etwa zwei Jahre verzögert. Die RAG musste erst abwarten, ob sie den Grubenwasserspiegel wie geplant ansteigen lassen darf, bevor die Arbeiten beginnen. Künftig soll das Grubenwasser nicht mehr über unter Tage fest installierte Pumpen abgepumpt werden. Stattdessen sollen Tauchpumpen zum Einsatz kommen, die heruntergelassen werden.

Die Planung befindet sich zurzeit bei der Bundesanstalt für Wasserbau (BAW) in Karlsruhe zur gutachterlichen Prüfung. Die Stadt rechnet mit einer Bearbeitungszeit von sechs Monaten. Wahrscheinlich sind mehrere Erörterungsgespräche zwischen der Stadt, der BAW und der Bezirksregierung notwendig, die für die Genehmigung zuständig ist. Die BAW wurde eingeschaltet, weil die Bezirksregierung keine Erfahrung mit solchen Planungen hat.

Die Stadt geht davon aus, dass die Genehmigung für den Bau des Sees bis zum Sommer erteilt ist. Sie will den Bau im Spätsommer ausschreiben und den Auftrag zum nächsten Jahreswechsel vergeben.

See wird erst 2024 geflutet

Bis die ersten in der Wasserstadt bauen können, ist noch Geduld gefragt. Die Stadt geht davon aus, dass der See erst 2024 geflutet wird. Etwa gleichzeitig sollen die ersten Baugrundstücke vermarktet werden. Wegen der großen Nachfrage rechnet die Stadt damit, dass die Wasserstadt trotzdem 2027 zur IGA schon komplett fertig ist.

Interessenten sollen sich übrigens künftig besser über den Bau der Wasserstadt informieren können. Die Homepage www.wasserstadt-aden.de ist überarbeitet worden und soll nach der Freischaltung komfortabler auf mobilen Endgeräten zu sehen sein.

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Für alle, die sich gerne vor Ort informieren möchten, soll es im Sommer einen „Tag der offenen Tür“ auf der Baustelle geben, wie der städtische Beigeordnete Marc Alexander Ulrich mitteilt. Auch Nachbarn können dann in Augenschein nehmen, was auf der Baustelle geschieht.

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