Unter der A2-Brücke am Langen Kamp staut sich das Wasser. Kräfte des Lippeverbandes pumpen das Wasser nach und nach ab. © Claudia Pott
Hochwasser

Wassermassen am Gut Velmede kamen zu einem großen Teil von der A2

In die Senke im Bereich „Am langen Kamp“ floss nach dem Unwetter am Mittwoch so viel Wasser, dass die Feuerwehr fast drei Tage lang pumpen musste. Noch immer sind nicht alle Fragen um das Hochwasser geklärt.

Zumindest einige Fragen hat der Lippeverband mittlerweile geklärt, wie es auch noch Tage nach dem Unwetter mit Starkregen am vergangenen Mittwoch zu Überschwemmungen im Bereich „Am Langen Kamp“ kommen konnte. Nach Angaben von Anne-Kathrin Lappe, der Sprecherin des Lippeverbandes, sind mehrere 10.000 Kubikmeter Wasser nach dem Starkregen in diesen Bereich geflossen.

Ein großer Teil der gewaltigen Wassermassen, die sich in die Senke ergossen, stammte nach den Erkenntnissen des Lippeverbandes von der Oberfläche der A2, die durch diesen Bereich führt.

Senke ohne einen natürlichen Abfluss

Durch die Senke fließt zwar die eingedeichte Seseke. Eigentlich aber handelt es sich bei dem Bereich um die Straße „Am langen Kamp“ südlich des Guts Velmede um einen sogenannten Polder. Das ist eine Senke, die keinen natürlich Abfluss hat. Wasser, das sich dort sammelt, bleibt stehen und versickert allenfalls – wenn es nicht abgepumpt wird. In Bergkamen gibt es durch den Bergbau viele solcher Polderlagen, in denen das Wasser weggepumpt werden muss.

Seit Donnerstagabend pumpte die Bergkamener Feuerwehr Wasser von dem Feld neben der A2 am Gut Velmede. Erst Freitagmittag sank der Pegel. Im Einsatz waren drei Pumpen. © Claudia Pott © Claudia Pott

Dafür hat der Lippeverband in diesem Bereich ein Pumpwerk installiert. Das tat nach Lappes Angaben zunächst auch seinen Dienst. Es lief unter Volllast, bis Wasser in das Pumpwerk lief – trotz der technischen Sicherheitsausstattung, die der Lippeverband eingebaut hat. Der Verband habe die Feuerwehr daraufhin aus Sicherheitsgründen beauftragt, den Strom für das Pumpwerk abzustellen, teilte Lappe mit. Danach kämpften nur noch die Pumpen der Feuerwehr gegen das Wasser an.

Fachleute suchen nach Wegen, wie sich Überflutung vermeiden lässt

Noch aber sind nicht alle Fragen geklärt. Die Fachleute des Lippeverbandes wollen unter anderem klären, wie so viel Wasser von der Autobahn in diesen Bereich ablaufen konnte und wie sich das künftig vermeiden lässt. Zurzeit seien sie dabei, verschiedene Datengrundlagen auszuwerten, um eine belastbare Aussage treffen zu können, teilte die Sprecherin mit.

Im Bereich der Senke war es durch die Flut zu dramatischen Szenen gekommen. Ein Kamener konnte nur mit Hilfe der Feuerwehr noch seine Hunde retten, die er auf einem Grundstück in diesem Bereich hielt. Kaninchen und Hühner ertranken zum Teil. Der Halter einer Herde Damwild hatte befürchtet, dass er eine Nottötung an den Tieren vornehmen musste, weil er keine Chance hatte, die Tiere aus den Fluten zu holen. Die Feuerwehr schaffte es gerade noch rechtzeitig, dass Wasser wegzupumpen. Sie berichtete, dass bis in den Freitag hinein immer wieder Wasser nachfloss.

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Redaktion Bergkamen
Geboren 1960 im Münsterland. Nach dem Raumplanungsstudium gleich in den Journalismus. Mag Laufen, Lesen, Fußball und den BVB ganz besonders. An den Bergkamenern liebt er ihre Offenheit. Die Stadt ist spannend, weil sie sich im Strukturwandel ganz neu erfinden muss und sich viel mehr ändert als in anderen Städten.
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Michael Dörlemann

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