Waschmittel aus Seife und Gänseblümchen im Salat: Dieses Ehepaar macht (fast) alles selber

dzMit Tipps und Rezepten

Uwe und Ute Schäfer machen es vor und zeigen, dass Umweltschutz gar nicht so schwer ist. Ganz nebenbei tun sie ihrer Gesundheit etwas Gutes. Nachmachen ist erwünscht.

Oberaden

, 25.09.2019, 14:11 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sauberer Strom, sauberes Wasser, so wenig Chemikalien und Plastikmüll wie möglich – nach diesen Werten leben Uwe und Ute Schäfer. „Wenn ich verpackte Äpfel kaufe, ärgere ich mich schon“, sagt Ute Schäfer. Oft kommt das allerdings nicht vor – nur in Ausnahmefällen, wenn etwa Ware gerade im Angebot ist. „Dann lassen wir aber die Verpackung gleich im Laden. Den Müll soll der selber entsorgen“, sagt sie.

Die Schäfers vermeiden Müll wo sie können und trennen den, den sie produzieren, akribisch. Doch das ist längst nicht alles, womit sie der Umwelt einen Gefallen tun. „Wir leben anders als andere“, sagt Uwe Schäfer. Er und seine Frau produzieren zum Beispiel ihren eigenen Strom mit einer Fotovoltaikanlage auf dem Dach ihres Hauses in Oberaden. „Wir produzieren so viel Strom, wie wir brauchen, der Rest wird eingespeist“, so Uwe Schäfer.

Waschmittel aus Seife und Gänseblümchen im Salat: Dieses Ehepaar macht (fast) alles selber

Schön anzusehen – und lecker. Ute Schäfer kennt sich mit Kräutern und Pflanzen bestens aus. Aus Rosenblättern stellt sie Öl her, aber auch roh kann man sie essen. © Marcel Drawe

Eigenes Waschmittel und selbst gepflückte Kräuter

Doch das ist längst nicht alles, was im Hause Schäfer selbst produziert wird. Die gelernte Kosmetikerin Ute Schäfer stellt sogar das Waschmittel selbst her und mischt Salben aus Kräutern und Pflanzen. Den Produkten aus Drogerien traut sie nicht. „Auch wenn Bio drauf steht, ist oft viel Schlechtes enthalten“, sagt Schäfer. Viele Produkte enthielten Chemikalien und Parfümstoffe.

Waschmittel aus Seife und Gänseblümchen im Salat: Dieses Ehepaar macht (fast) alles selber

Cremes und Tinkturen für unterschiedliche Zwecke: Ute Schäfer kauft ungern Medikamente, Cremes oder Salben. Sie stellt sie stattdessen selber her. © Marcel Drawe

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Pflanzenkraft gegen jedes Wehwechen

Das kann man über Schäfers Eigenproduktionen nicht sagen. Weniger wirkungsvoll sind sie deshalb aber nicht. Kokosöl versorgt die Haut mit Feuchtigkeit und hilft in entsprechend zubereiteten Cremes bei Verbrennungen, Mischungen mit Beinwell sind gut bei Verstauchungen. Doch das sind nur zwei Beispiele aus dem großen Sortiment von Ute Schäfer. Sie hat im vergangenen Jahr eine Fortbildung zur Heilkräuterfachfrau gemacht und gelernt, Pflanzen und ihre Wirkungen zu erkennen und Cremes wie Tinkturen daraus herzustellen.

Doch nicht nur Salben mit unterschiedlichen Superkräften mischt sich Schäfer zusammen.

Auch in die Küche des Ehepaares finden zahlreiche Kräuter und Pflanzen ihren Weg. Magenfreundliche Gänseblümchen im Salat, Salbeibutter oder Rosenblätter als Öl oder pur – was Schäfer in ihre Gerichte einarbeitet klingt teils exotisch.

Die Schäfer tun es aber nicht nur für den Geschmack und um verpackte Ware zu vermeiden, sondern auch der Gesundheit wegen.

Die natürlichen Zutaten sollen Medikamente oder Vitaminpräparate ersetzen. „Brennnesselsamen sind unglaublich gesund. Sie enthalten Eisen und viele Vitamine. Beifuß hilft bei fettigem Essen“, nennt Schäfer zwei Beispiele.

Waschmittel aus Seife und Gänseblümchen im Salat: Dieses Ehepaar macht (fast) alles selber

Uwe Schäfer zapft frisches, gefiltertes Wasser aus einem speziellen Hahn. Die Schäfers legen nicht nur Wert auf sauberen Strom, sondern auch auf sauberes Wasser. © Marcel Drawe

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Wasser aus dem Kran statt aus Plastikflaschen

Dass Gesundheit- und Umweltbewusstsein Hand in Hand gehen können, zeigt auch der Umgang mit Wasser im Hause Schäfer.

Einfach selber machen

Waschmittel aus drei Zutaten

  • Ute Schäfer macht ihr Waschmittel selber. Das Rezept dafür ist ganz einfach: Schäfer vermengt 150g Soda, 150g Natron und 150g geraspelte Kernseife. Und schon ist das Pulver fertig.
  • Für hartnäckige Flecken hat Schäfer dann aber doch auch Waschmittel aus dem Supermarkt zu Hause. Meist verwendet sie aber das eigene.
  • Im Internet gibt es zahlreiche Tipps und Rezepte rund um das Thema Selbermachen. Ein Bergkamener zeigt etwa auf seiner Seite www.derselbermacherblog.de wie man etwa Käse oder Bier selber herstellt.
  • Auch auf der Seite www.smarticular.net gibt es viele Anregungen – zum Beispiel zum Herstellen von eigenem Parfum.

Seit kurzem besitzt das Paar eine spezielle Filteranlage, die Schad- und Fremdstoffe aus dem Wasser filtert. Ihr Kranwasser sei vorher getestet worden und enthalte Cadmium, Quecksilber und Nitrat. Letzterer Wert könne von der Gülle kommen, die ganz in der Nähe ihres Hauses auf dem Feld landet, erklären die Schäfers. Auch wenn die Werte nicht bedenklich sind, entschieden sie sich für das Gerät. „Gülle, Medikamentenrückstände. Im Wasser kann ja alles mögliche drin sein“, sagt Ute Schäfer. Die beiden gehen auf Nummer sicher und tun so nicht nur etwas für die Gesundheit und für den Geschmack – das Wasser schmeckt nämlich auch anders – sondern auch für Mutter Natur. Denn wer Wasser aus dem Kran trinkt – gefiltert oder nicht – kauft schließlich keine Glas- oder Plastikflaschen. Noch eine Verpackungsquelle weniger im Hause Schäfer.

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