Was die katholische Kirche gegen sexuellen Missbrauch tut

dzPrävention im Pastoralverbund

Viele Menschen, die mit Kinder zu tun haben, fragen sich, wie sie Anzeichen für sexuellen Missbrauch deuten können - gerade in der katholischen Kirche. Die schult ihre Mitarbeiter.

von Klaus-Dieter Hoffmann

09.11.2019, 17:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Augen auf – hinsehen und schützen.“ Unter diesem Leitgedanken fand am Samstag im Elisabeth-Haus eine erste Präventionsschulung zur Vermeidung von sexualisierter Gewalt statt. Durchweg zufrieden zeigte sich dabei der Präventionsbeauftrage, Markus Brinkmann, mit der guten Teilnehmer-Resonanz.

Eingeladen waren ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den Pastoralverbünden Bergkamen, Kamen-Kaiserau und der Pfarrei St. Barbara Bönen und Heeren, die in ihren Aufgabenbereichen heute und im zukünftigen großen Pastoralen Raum mit Kindern und Jugendlichen in Kontakt kommen.

Kirche will ein sicherer Lernort sein

„Die Kirche will ein sicherer Lern- und Lebensraum für alle Menschen sein. Darum setzt sie sich für deren Schutz ein.“ Vor diesem Leitgedanken haben bereits die deutschen Bischöfe im September 2013 die Rahmenordnung zur Prävention von sexualisierter Gewalt an Minderjährigen sowie erwachsenen Schutzbefohlenen veröffentlicht.

Erzbischof Hans-Josef Becker hat im Mai 2014 eine Präventionsordnung für die Dienste und Einrichtungen im Erzbistum Paderborn erlassen. Ein wichtiges Ziel der Präventionsarbeit ist dabei die Entwicklung einer neuen „Kultur des achtsamen Miteinanders“.

Aus diesem Grund haben bereits vor einigen Monaten die hauptamtlichen Mitarbeiter im Bistum Paderborn, wie Pfarrer, Pastöre oder Gemeindereferenten, eine noch umfangreichere Präventionsschulung absolvieren müssen.

Das neu zu erstellende Präventionsschutzkonzept für den Pastoralen Raum setzt dabei zwingend auch die Teilnahme an einer Fortbildung zum Thema Prävention für alle angestellten und ehrenamtlichen Mitarbeiter voraus.

Behutsames Vorgehen ist notwendig

Doch wie kann man als Außenstehender erkennen, ob sexueller Missbrauch vielleicht vorliegt und wie sollte man dann reagieren. „Gerade bei Kindern muss man sehr behutsam vorgehen“, erläuterte Verena Fernandes Dos Santos, Diplom-Sozialarbeiterin im Gesundheits- und Sozialmanagement. Dass gerade das Thema „Missbrauch“ auch die Ehrenamtlichen stark beschäftigt, konnte man an den regen Diskussionen erkennen, die immer wieder aufkamen.

Oftmals ginge sexualisierte Gewalt mit einer deutlichen Verhaltensauffälligkeit bei den betroffenen Kindern einher, so Fernandes Dos Santos: „Niemals sollte man aber versuchen, den Verdacht selbst aufzuklären, sondern sich immer direkt an die Präventionsbeauftragten oder an den zuständigen Pfarrer wenden.“

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