Warum die Stadt seit 25 Jahren keine eigenen Kindergärten mehr baut

dzJubiläum im „Mikado“

Das Familienzentrum „Mikado“ hat am Freitag sein 25-jähriges Bestehen gefeiert. Er ist der letzte Kindergarten, dessen Trägerschaft die Stadt übernahm. Das hat vor allem finanzielle Gründe.

Bergkamen

, 23.08.2019, 17:25 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Familienzentrum „Mikado“ an der Eichendorffstraße, das am Freitag sein 25. Jubiläum feierte, ist gewissermaßen das letzte seiner Art. Denn als am 1. August 1994 der damalige Kindergarten „Im Breil“ eröffnet wurde, übernahm die Stadt die Trägerschaft. Das sei damals schon relativ ungewöhnlich gewesen, sagt die städtische Sozialdezernentin Christine Busch. Viele Städte betrieben gar keine Kindergärten in Eigenregie.

Die Stadt will keine eigenen Kindergärten mehr bauen

Und auch Bergkamen hat in den vergangenen 25 Jahren keine eigenen Kindergarten mehr eröffnet - und will das auch in Zukunft nicht tun. Im Stadtgebiet gibt es akutell 22 Kindergärten, aber nur drei davon betreibt die Stadt: Neben dem „Mikado“ noch die „Sprösslinge“ in Overberge und die „Tausendfüßler“ in Oberaden, beide sind noch älter als die Einrichtung an der Eichendorffstraße. Dabei herrscht in Bergkamen ein akuter Mangel an Kindergartenplätzen.

Warum die Stadt seit 25 Jahren keine eigenen Kindergärten mehr baut

Bei der Jubiläumsfeier bekam das Familienzentrum „Mikado“ ein Zertifikat als „anerkannte Bewegungskita“. © Marcel Drawe


Drei neue Kindergärten sind in Arbeit

Aber den will Busch bekämpfen, indem sie auf andere Träger setzt: Die Johanniter haben gerade ihren zweiten Bergkamener Kindergarten an der Sugambrerstraße in Oberaden eröffnet; die Awo plant zwei Neubauten am Hermann-Görlitz-Zentrum in Mitte und an der Berliner Straße in Weddinghofen. Weitere Kindergarten-Betreiber sind die Kirchengemeinden. „Auch vor 25 Jahren gab es in Bergkamen schon eine Trägervielfalt“, sagt Busch. Das hat vor allem finanzielle Gründe, erläutert der Leiter des Jugendamtes, Ludger Kortendiek.

Die freien Träger bekommen mehr Geld

Die freien Träger erhalten vom Land deutlich höhere Zuschüsse als sie der Kommune zustünden. Was allerdings nicht bedeutet, dass die Stadt die „fremden“ Kindergärten zum Nulltarif bekommt. Auch sie muss Geld an die Träger zahlen. Die jährlichen Kosten pro Kindergarten beziffert Busch auf rund 500.000 Euro. Würde sie selbst als Träger auftreten, müsste sie auch für die Personalkosten aufkommen. Das würde die Ausgaben nach Kortendieks Angaben noch einmal um 35.000 bis 50.000 Euro erhöhen – pro Kindergarten und Jahr. Gleichwohl, versichert Busch, investiert die Stadt in ihre eigenen Kindergärten. Für das „Mikado“ gibt es ebenso Ausbaupläne wie für die „Sprösslinge“ und die „Tausendfüßler“. Das hängt vor allem mit der Übermittags-Betreuung zusammen: Im Kindergarten „Im Breil“ blieb 1994 kein Kind zum Mittagessen. Heute nehmen 98 von 123 Mädchen und Jungen diese Möglichkeit wahr.

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