Warum die Stadt keine Schrottimmobilien kauft – selbst wenn sie es wollte

dzSchandflecke in Bergkamen

Auf der Fläche an der Jockenhöfer-Kreuzung sprießt das Unkraut, in Oberaden gammelt ein Wohnblock vor sich hin. Den könnte doch die Stadt kaufen, lautet eine Idee. Aber die scheitert nicht nur am Geld.

Bergkamen

, 25.09.2019, 17:06 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Idee, die Stadt solle den ehemaligen Marktplatz in Rünthe zurückkaufen, weckt noch andere Begehrlichkeiten. Zum Beispiel bei der CDU. Wobei die das politische Copyright für den Vorschlag beansprucht, das Rathaus solle aus städtebaulichen Gründen Schrottimmobilien erwerben und beseitigen. So habe die Partei schon im Kommunalwahlkampf 2014 gefordert, die Stadt solle die leerstehenden Turmarkaden kaufen und abreißen, erinnert sich Fraktionschef Thomas Heinzel. Diese Aufgabe hat inzwischen bekanntlich ein privater Investor übernommen.

Warum die Stadt keine Schrottimmobilien kauft – selbst wenn sie es wollte

Auf der Jockenhöfer-Fläche sprießt das Unkraut, an einem Verkauf hat der Eigentümer aber wohl kein Interesse. © Stefan Milk


CDU will eine Liste der Schrottimmobilien

Aber Heinzel fallen noch ein paar andere Schandflecke ein. Deshalb ergänzt die CDU die Anträge zum Marktplatz-Rückkauf, über die an diesem Donnerstag der Haupt- und Finanzausschuss berät, um eine weitere Forderung: Die Stadt möge eine Liste mit „Schrottimmobilien beziehungsweise problembehafteten Grundstücken“ erstellen. „Dann kann man Prioritäten setzen“, meint Heinzel. Und die Stadt könne schauen, ob die Haushaltsmittel für einen möglichen Immobilienkauf reichen. Allerdings ist das wohl nicht nur eine Frage des Geldes – sondern auch des Verkaufwillen des Eigentümers.

Nicht jeder Eigentümer ist verkaufsbereit

Die Vivawest, der der Marktplatz in Rünthe gehört, hat zumindest die Bereitschaft signalisiert, mit der Stadt Bergkamen zu sprechen. Bei zwei anderen Problemflächen, die auf der von der CDU gewünschten Liste ziemlich weit oben stehen dürften, sieht das anders aus: Beim brach liegenden Areal an der Kreuzung Werner Straße/Westenhellweg in Rünthe und beim seit langen leer stehenden Gebäudekomplex Am Römerberg/Ecke Bruktererstraße in Oberaden. Auf dem Areal in Rünthe wuchert das Unkraut, seitdem der Eigentümer, eine Immobiliengesellschaft mit Sitz im Ausland, 2017 die Ruine der ehemaligen Gaststätte Jockenhöfer abgerissen hatte.

Eigentümer verlangt „Mondpreise“

Die Stadt hat darauf keinen Einfluss, versichert Baudezernent Dr. Hans-Joachim Peters auf Nachfrage. Das gelte auch, falls die Politik den Auftrag erteilt, das Grundstück zu kaufen: „Beim Eigentümer herrscht keine Verkaufsbereitschaft“, hat der Dezernent in Erfahrung gebracht. Und zwingen könne ihn die Stadt nicht. Ähnlich sieht es mit dem Schandfleck Am Römerberg aus, dessen Eigentümer laut Peters in Dortmund gemeldet ist. Auch dafür hätten sich immer mal wieder Kaufinteressenten gemeldet: Die seien allerdings angesichts der „Mondpreise“, die der Besitzer fordert, schnell wieder abgesprungen.

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