Warum die Mitglieder der Luther-Gemeinde Handtücher mit in die Kirche bringen sollen

dzNachhaltigkeit

Die Martin-Luther-Gemeinde will die Einweg-Papierhandtücher aus ihren Toiletten verbannen. Sie hält Mehrweg-Tücher aus Textil für nachhaltiger. Nun hofft sie auf Textil-Gaben der Kirchgänger.

Bergkamen

, 18.12.2019, 15:07 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer im Martin-Luther-Haus oder im Haus der Mitte auf die Toilette geht, wäscht sich – hoffentlich – die Hände. Und trocknet sie sich anschließend ab. Mit Papierhandtüchern. Das will die Martin-Luther-Gemeinde ändern. Künftig sollen in den Toiletten in ihren beiden Gemeindehäusern in Oberaden und Rünthe Gästehandtücher aus Textil hängen.

Das ist ein Beitrag der Gemeinde zum Umweltschutz und zum nachhaltigen Umgang mit natürlichen Ressourcen. „Schöpfungsbewahrung“ nennt man das in protestantischen Kreisen, wie Pfarrer Petra Buschmann-Simons berichtet. In dieser Hinsicht hat die Gemeinde im Alltag in den Gemeindehäusern schon so einiges getan: Sie legt Wert auf einen sparsamen Umgang mit umweltfreundlichen Putzmitteln und schenkt fair gehandelten Kaffee aus.

Gemeindemitglieder sollen die Handtücher spenden

Nun also setzt sie beim Händeabtrocknen auf Mehrweg statt Einweg. Natürlich will die Gemeinde keine neuen Handtücher kaufen. Das würde die Idee der Nachhaltigkeit konterkarieren und außerdem den Etat sprengen. Deshalb setzen Buschmann-Simons und die anderen Mitglieder des Presbyteriums auf Spenden der Gemeindemitglieder.

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Die Textil-Abgabe dürfte die Protestanten aus Oberaden, Rünthe und Heil sicherlich vor keine allzu große Probleme stellen: „Es gibt bestimmt in fast jedem Haushalt ausrangierte Handtücher, die nicht mehr benötigt werden“, meint Pfarrerin Buschmann-Simons. Die möchte die Gemeinde haben. Und die Mitglieder dürfen sie gerne mit den zu den Gottesdiensten bringen. Auch und gerade an Weihnachten, wenn die Kirchen besonders gut gefüllt sind.

Hausmeisterinnen waschen die Handtücher

Angesichts der Handtuch-Aktion müsse sich niemand Sorgen über mangelnde Hygiene in den Gemeindehäusern machen, versichert Buschmann-Simons: „Die Handtücher werden regelmäßig gewaschen.“ Diese Aufgaben übernehmen die beiden Hausmeisterinnen Tanja Liermann (Martin-Luther-Haus) und Bärbel Kuhlmann (Haus der Mitte).

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Allerdings verbrauchen Waschmaschinen Wasser und Strom. Die Gemeinde-Verantwortlichen sind dennoch überzeugt, dass die Öko-Bilanz der Textilhandtücher besser ausfällt. Allein schon, weil die Papiertücher nicht wiederverwertet werden können.

Der Verbrauch ist groß: Nach Angaben von Hausmeisterin Liermann benötigt sie im Martin-Luther-Haus pro Quartal zehn bis zwölf Pakete Papierhandtücher: Das bedeutet, dass pro Jahr rund 120.000 Tücher im Abfall-Eimer landen.

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