Die Halde Großes Holz ist ein beliebtes Ausflugsziel. Dabei kommen sich die verschiedenen Nutzer schon mal ins Gehege. Allerdings gibt es ein klares Regelwerk von Ver- und Geboten.

01.10.2019, 15:40 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer die Bergehalde Große Holz zu Fuß oder mit dem Fahrrad erklommen hat, der muss wahrscheinlich erst einmal zu Atem kommen. Eine Zigarette sollte er sich dabei besser nicht anstecken – zumindest, solange dieser Monat nicht zu Ende ist. Denn rein rechtlich betrachtet gilt die Halde als Wald. Und in einem solchen ist das Rauchen in der Zeit von 1. März bis zum 31. Oktober verboten.

Warum auf der Halde Rauchverbot herrscht und Hunde nicht an die Leine müssen

Die Halde bietet wunderbare Ausblicke. © Marcel Drawe


Auch auf der Halde herrscht Waldbrandgefahr

Das mag auf der baumlosen, betonierten Haldenplattform auf der Adener Höhe ein wenig widersinnig erscheinen. Hat aber durchaus einen Sinn, wie die Pressesprecherin des Halden-Eigners Regionalverband Ruhr (RVR), Barbara Klask, erläutert. „Gerade in so heißen Sommern wie den vergangenen herrscht große Waldbrandgefahr.“ Und zwar auch auf der Halde, wo Bäume und Büsche stehen, die durch achtlos weggeworfene Kippen entflammt werden können. Grillen und offenes Feuer sind natürlich auch absolut tabu. Auf der Halde hat der RVR noch weitere Verbote erlassen: So haben dort zum Beispiel Autos und Motorräder grundsätzlich nichts zu suchen. Weil es aber Menschen gibt, die nicht so gut zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs sind, gibt es auch Ausnahmen.

Warum auf der Halde Rauchverbot herrscht und Hunde nicht an die Leine müssen

Auf der Halde gibt es nicht nur Natur, sondern auch Kunst. © Stefan Milk


Ausnahmegenehmigungen für Haldenfahrten

So bot die Stadt auch in diesem Jahr wieder ihre barrierefreien Haldenfahrten an. Die Transporter von Awo und Rotem Kreuz brauchten dafür aber eine Sondergenehmigung vom RVR – und bekamen sie auch. Für Wanderer auf der Halde gelten allerdings strengere Regeln als im Wald. Dort dürfen Fußgänger auch die Wege verlassen, es sei denn, sie bewegen sich in einem Naturschutzgebiet. Ein solches ist die Halde nicht. Aber die Spaziergänger sind trotzdem gehalten, die Pfade nicht zu verlassen. Nicht nur, um die Natur, sondern vor allem um sich selber zu schützen: An den steilen Abhängen bestehe große Sturzgefahr, warnt Klask.

Warum auf der Halde Rauchverbot herrscht und Hunde nicht an die Leine müssen

Hunde müssen auf der Halde nicht zwangsläufig an die Leine, aber auch sie müssen auf den Wegen bleiben. © Marcel Drawe


Keine Leinenpflicht für Hunde

Dass die Halde kein Schutzgebiet ist, hat Konsequenzen, über die sich vor allem Hunde und ihre Halter freuen: „Dort herrscht kein Leinenzwang“, stellt Klask klar. Allerdings gelten die Waldregeln des RVR. In denen heißt es: „Hunde müssen sich immer im Einwirkungsbereich des Hundeführers aufhalten.“ Auch sie dürfen die Wege nicht verlassen, betont Klask. Deshalb denkt der eien oder andere Besitzer von besonders bewegungsfreudigen Tieren doch schon mal über eine Leine nach. Das generelle Wegegebot gilt nicht nur für Vierbeiner, sondern auch für Zweiräder. Radler haben im Gelände der Halde nichts zu suchen. Das gilt ganz besonders für die Fahrer von Mountain-Bikes.

Warum auf der Halde Rauchverbot herrscht und Hunde nicht an die Leine müssen

Fahrradfahren darf man auf der Halde. Aber nicht abseits der vorgegebenen Wege. © Stefan Milk


Auf anderen Halden gibt es Mountain-Bike-Strecken

Wenn die dem Namen ihrer Fahrzeuge alle Ehre machen wollen, dann sollten sie lieber auf Halden in der Nachbarschaft ausweichen. Auf der Halde Hoheward bei Herten hat der RVR einen 6,5 Kilometer langen Mountain-Bike-Parcours angelegt, auf der Nachbarhalde Hoppenbruch gibt es einen 4,4 Kilometer langen Rundkurs. Beide Strecken werden von Radsportclubs betreut. Mountainbiker, die in Bergkamen Abfahrten durchs Haldengelände absolvieren, tun das illegal und müssen mit Konsequenzen rechnen. „Wir haben Ranger, die die Einhaltung der Regeln kontrollieren“, sagt Klask. Falls die Haldenhüter einen Haldensünder auf frischer Ersttat erwischen, versuchen sie es erst einmal mit Information und Aufklärung. Falls das nicht fruchtet, stehen ihnen aber auch andere Mittel zur Verfügung, betont Klask: „Die Ranger haben auch die Möglichkeit, Verwarngelder zu verhängen.“

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