Warn-App Nina gibt falsche Entwarnung für Coronavirus im Kreis Unna

dzCoronavirus

Noch immer stecken sich im Kreis Unna fast täglich Menschen mit dem Coronavirus an – an diesem Dienstag wurden zwei neue Fälle in Bergkamen bekannt. Eine Entwarnung in einer Behörden-App verwundert deshalb.

Bergkamen/Kreis Unna

, 14.07.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Entwarnung: Coronavirus im Kreis Unna“ war die Meldung überschrieben, die Nutzer der Warn-App „Nina“ am Montag, 13. Juli, um 16.35 Uhr erreichte. Da waren gerade seitens des Gesundheitsamtes zehn neue Corona-Infektionen bekannt gegeben worden, fünf davon betrafen eine Familie in Kamen. Am Dienstag kamen zwei weitere Neuinfektionen in Bergkamen hinzu. Von Entwarnung kann also keine Rede sein, oder etwa doch?

Eine Nachfrage beim Kreis Unna klärte die seltsam anmutende Nachricht am Dienstag auf. Die Warn-App „Nina“ – die Abkürzung steht für „Notfall-Informations- und Nachrichten-App“ – wird zwar vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe betrieben, doch auch der Kreis Unna kann dort Warnungen einstellen. Oder, wie in diesem Fall geschehen, abstellen.

Doppelte Warnung wurde aus der App genommen

Laut Kreissprecher Max Rolke gab es in der App bislang zwei Warnungen vor der Infektionsgefahr durch Corona – eine bundesweite für alle Bundesländer und eine zweite durch das Sachgebiet Bevölkerungsschutz vom und für den Kreis Unna.

Um die Doppelung zu bereinigen, sei nun die „Entwarnung“ erfolgt. „Technisch gesehen ging der Verzicht auf die lokale Warnung leider nur über die Entwarnung“, erklärte Rolke.

Diese Meldung in der Warn-App Nina vom Montag, 13. Juli, machte Nutzer im Kreis Unna stutzig. Und tatsächlich besteht kein Grund zur Entwarnung vor dem Coronavirus.

Diese Meldung in der Warn-App Nina vom Montag, 13. Juli, machte Nutzer im Kreis Unna stutzig. Und tatsächlich besteht kein Grund zur Entwarnung vor dem Coronavirus. © Screenshot: Kohues

Dass in der Realität weiterhin kein Anlass zur Entwarnung besteht, zeigen die beiden neuen Fälle vom Dienstag aus Bergkamen, die nicht mehr dem Corona-Ausbruch in der Fleischverarbeitung bei Tönnies zuzuordnen sind. In anderen Fällen aus Bergkamen waren in den vergangenen Wochen Tönnies-Mitarbeiter und ihre Angehörigen betroffen gewesen, die in Bergkamen wohnen.

Aus Kamen wurden am Dienstag indes keine weiteren Corona-Infektionen bekannt, was die Hoffnung nährt, dass sich außerhalb der betroffenen fünfköpfigen Familie niemand weiter angesteckt hat.

Bergkamen hat derzeit die meisten Corona-Infizierten

In Bergkamen liegen derzeit mit acht bestätigten Fällen die kreisweit meisten Infektionen vor, gefolgt von Kamen (7). In Unna sind hingegen derzeit nur zwei Menschen nachweislich mit Corona infiziert, in Fröndenberg und Holzwickede niemand. Insgesamt gelten 30 Menschen im Kreis Unna aktuell als infiziert. Die meisten Betroffenen befinden sich in häuslicher Quarantäne, nur einer liegt im Krankenhaus. Drei Menschen mehr als am Montag galten am Dienstag als genesen, insgesamt haben nun 724 Menschen im Kreis Unna eine Corona-Infektion überstanden.

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