Wahlkampf mit Maske und im Internet – aber nicht ohne klassischen Infostand

dzPolitik und Corona

Die Bergkamener Kommunalpolitiker sind sich einig: Wegen des Corona-Virus wird der Wahlkampf ganz anders als bei früheren Wahlen. Aber auf bestimmte Klassiker wollen sie nicht verzichten.

Bergkamen

, 27.07.2020, 17:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Bergkamener Grünen sind bisher nicht unbedingt als Online-Avantgarde aufgefallen. Für den bevorstehenden Wahlkampf zur Kommunalwahl am 13. September haben sie aber eine Medienberaterin engagiert, wie Fraktionschef Jochen Wehmann berichtet. Das liegt daran, dass das Internet im Allgemeinen und die sozialen Medien im Besonderen immer wichtiger werden beim Werben um Wählerstimmen. Vor allem aber liegt das am Corona-Virus.

So groß auch die politischen Differenzen zwischen den sechs Parteien und Gruppen sind, die voraussichtlich auf dem Bergkamener Wahlzettel stehen werden, in einem sind sich Vertreter von SPD, CDU, Grüne, BergAUF, FDP und Linke einig: Ein Wahlkampf in Zeiten der Pandemie wird ein besonderer. Und auch ein besonders schwieriger.

Die Grünen planen öffentliche Fraktionssitzungen – zum Beispiel im so genannten Kiwitt-Park, wo auch die CDU-Fraktion schon vorbeigeschaut hat.

Die Grünen planen öffentliche Fraktionssitzungen – zum Beispiel im so genannten Kiwitt-Park, wo auch die CDU-Fraktion schon vorbeigeschaut hat. © Stefan Milk

Fahrradkorso und Fraktionssitzung unter freiem Himmel

Eine eigene Homepage oder Facebook-Seite hat der grüne Bürgermeisterkandidat Thomas Grziwotz allerdings noch nicht – im Gegensatz zu seinen Konkurrenten Bernd Schäfer (SPD) und Thomas Heinzel (CDU). Auch Werner Engelhardt sucht man im Netz vergebens. Gleichwohl werde natürlich auch BergAUF online um Wähler werben, sagt der Kandidat. Allerdings hätten die großen Parteien da bessere Möglichkeiten als sein Wahlbündnis.

Schon die Nominierungs- und Wahlprogramm-Veranstaltungen mussten die Parteien unter erschwerten Bedingungen abhalten.

Schon die Nominierungs- und Wahlprogramm-Veranstaltungen mussten die Parteien unter erschwerten Bedingungen abhalten. © Johannes Brüne

Aber die BergAUFler haben durchaus Ideen, wie sie offline Wahlkampf in Corona-Zeiten machen können. „Wir planen Fahrrad-Korsos“, sagt Engelhardt. Dabei könne man Abstand halten und komme doch mit den Leuten ins Gespräch. Die Grünen haben sich zu diesem Zweck öffentliche Fraktionssitzungen unter freiem Himmel ausgedacht. Dazu werden sie sich an Orten treffen, die im Mittelpunkt der kommunalpolitischen Debatten stehen: Auf dem Wellenbadparkplatz, im so genannten Kiwitt-Park, auf dem Marktplatz in Rünthe und an der Trasse für die neue Umgehungsstraße L 821n.

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Politiker suchen weiter den persönlichen Kontakt

Trotz aller Online-Aktivitäten wollen auch die Ratsbewerber der SPD und der CDU nicht auf den direkten Kontakt mit den Wählern verzichten, wie ihre Bürgermeisterkandidaten versichern – die ja auch beide Fraktionsvorsitzende sind. An klassische Kundgebungen ist angesichts von Abstandsregeln nicht zu denken.

Das Wahlbündnis BergAUF plant keine Kundgebungen zu Fuß, sondern will aufs Fahrrad steigen.

Das Wahlbündnis BergAUF plant keine Kundgebungen zu Fuß, sondern will aufs Fahrrad steigen. © Stefan Milk

„Und Großveranstaltungen wie das Hafenfest, wo man Wahlwerbung hätte machen können, sind ja sowieso ausgefallen“, sagt Bernd Schäfer. Genau wie sein CDU-Konkurrent Thomas Heinzel ist er aber überzeugt, dass Infostände und Haustürwahlkampf auch in Corona-Zeiten möglich sind. Wenn die Kommunalpolitiker ihren Wählern nicht zu sehr auf die Pelle rücken.

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Im Internet erreichen die Parteien vor allem Anhänger

„Den Fragen von Bürgern kann man sich auch in einem Abstand von 1,50 Meter stellen“, sagt Angelika Lohmann-Begander von der FDP. Sie sitzt als Einzelkämpferin im Stadtrat, was ihr den Wahlkampf nicht gerade erleichtert. Deshalb will sie nicht allein auf das Internet setzen: Damit erreiche man vor allem die Leute, die der Partei ohnehin nahe stehen.

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Vor einer besonderen Herausforderung stellt der Corona-Wahlkampf die Partei „Die Linke“. Sie tritt zum ersten Mal bei einer Kommunalwahl in Bergkamen an und muss sich erst einmal bekannt machen. Wie die anderen Parteien setzt sich auf eine Mischung aus Online- und Infostand-Wahlwerbung.

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Außerdem werden wohl auch Vertreter der Bundespartei im Kreis Unna reden, meint Sprecherin Katja Wohlgemuth: „In Bergkamen sind solche Veranstaltungen aber nicht geplant.“

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