Vögel in Bergkamen passen ihre Lebensweise an: So antwortet die Natur auf den Klimawandel

dzUmwelt

Silberreiher in der Lippeaue und Vögel, die im Winter nicht mehr in den Süden fliegen: Die Natur passt sich den milden Temperaturen an. Sie ist besser auf den Klimawandel vorbereitet als der Mensch.

Bergkamen

, 08.08.2019, 15:32 Uhr / Lesedauer: 2 min

Graziös stolzieren sie im weißen Gewand durchs seichte Wasser, früher eine Seltenheit sind sie mittlerweile auch im Winter ein Teil der hiesigen Natur: die Silberreiher. Auch in Bergkamen kann man die Tiere nun sichten. Man könne sie an der Lippeaue beobachten, sagt Falko Prünte, Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Ökologischen Station. „Der Silberreiher ist ein Beispiel dafür, dass sich großräumig was tut“, so Prünte. Der Grund scheint offensichtlich: der Klimawandel und die milden Temperaturen, die er mit sich bringt.

Prünte konnte in Deutschland auch schon exotische Vögel beobachten – zum Beispiel Bienenfresser und Alpensegler. Diese beiden Vogelarten hat er in Bergkamen aber noch nicht entdeckt. Denn dort macht sich der Klimawandel weniger durch spektakuläre neue Arten, sondern eher durch die Veränderung in der Bestandsvogelwelt sichtbar.

Vögel in Bergkamen passen ihre Lebensweise an: So antwortet die Natur auf den Klimawandel

Die exotischen Bienenfresser wurden auch schon Deutschland gesichtet. Ein Grund dafür könnte der Klimawandel sein. © dpa

Wenn sie im Winter Nahrung finden, bleiben die Vögel hier

Weil die Temperaturen im Winter milder geworden sind, machen sich manche Vögel nicht mehr die Mühe, in den Süden zu ziehen – zum Beispiel der Zilpzalp. „Das ist ein kleiner unscheinbarer Vogel, der so singt, wie er heißt“, sagt Prünte. Eigentlich fliegt diese Art im Winter nach Nordafrika. Doch einige Individuen überwinterten dieses Jahr in Deutschland – auch in Bergkamen. „Sie sind nicht erfroren und haben noch Nahrung gefunden – die Nahrung ist der Hauptgrund dafür, dass die Vögel in den Süden fliegen“, erklärt Prünte. Und wenn die Insekten im Winter überleben, können das auch die Vögel.

Die Natur passt sich an die Umwelt und die Veränderungen der Temperaturen an. Den Klimawandel aufhalten sollte man nicht nur der Umwelt und der Natur zu Liebe. „Es geht um uns“, sagt Prünte. Vögel können sich anpassen, aber die Menschen irgendwann nicht mehr. „Die Natur findet immer eine Antwort.“

Vögel in Bergkamen passen ihre Lebensweise an: So antwortet die Natur auf den Klimawandel

Die Bäume im Lüttke Holz leiden unter der Dürre. Zwei Jahre ohne Erholungsphase haben Spuren hinterlassen. © Marcel Drawe

Die Natur wandelt sich mit dem Klima

Nicht nur die Vogelwelt verändert sich mit den Temperaturen. Die Wälder leiden und die Förster schlagen Alarm. Dem Standardbaum in Deutschland – die Buche – mache die Dürre besonders zu schaffen, weiß Prünte. Das hat auch Kersten Blaschczok, Forstamtsleiter beim Regionalverband Ruhr RVR), beobachtet. In Bergkamen ist das Lüttke Holz ein Beispiel dafür. Die Kronen der Bäume sind licht, viele sind krank. Bäume, die über 100 Jahre lang in die Höhe gewachsen sind, sterben innerhalb weniger Jahre, weil sie verdursten. An ihrer Stelle könnten dort eines Tages andere Arten stehen, wenn der Temperaturanstieg fortschreitet. Denn die Natur findet einen Weg.

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