VKU: Abmahnung für die dauertelefonierende Busfahrerin

dzNach Fahrgast-Beschwerde

Kündigen kann die VKU der Busfahrerin wohl nicht, die während einer Fahrt im Schnellbus ausgiebig mit dem Handy telefoniert hat. Ganz ohne Konsequenzen bleibt das Fehlverhalten aber nicht.

Bergkamen

, 24.06.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die VKU-Busfahrerin, die während der Fahrt mit dem Schnellbus S 30 ein Handy-Dauertelefonat geführt hat, musste am Dienstag ein ziemlich unangenehmes Gespräch hinter sich bringen: mit ihrem Chef, dem VKU-Betriebsleiter Ralf Greulich.

Der hat ihr eigenen Angaben zufolge sehr deutlich gemacht, wie unverantwortlich ihr Verhalten und war und in welche Gefahr sie ihre Fahrgäste auf der Fahrt von Dortmund nach Bergkamen gebracht hat. Ein Bergkamener, der in dem Bus gesessen hatte, hatte die VKU über die Privattelefonate der Fahrerin informiert.

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Fristlose Kündigung scheint nicht möglich

Da die Vorwürfe zutreffen, hatte Greulich offenbar auch über eine fristlose Kündigung nachgedacht. Da die Fahrerin zuvor allerdings nicht negativ aufgefallen war, kommt sie wohl mit einer Abmahnung davon. Dass sie nicht nur gegen die Straßenverkehrsordnung, sondern auch gegen die Vorschriften ihres Arbeitgebers verstößt, hätte die Frau ohne Frage wissen müssen.

Die VKU belehrt ihre Busfahrer regelmäßig darüber, dass das Mobiltelefon während der Fahrt tabu ist.

Die VKU belehrt ihre Busfahrer regelmäßig darüber, dass das Mobiltelefon während der Fahrt tabu ist. © Stefan Milk

Wie Greulich berichtete, gibt die VKU regelmäßig eine Dienstanweisung heraus, die die Benutzung von Handys während der Fahrt ausdrücklich verbietet. „Auch der Gebrauch von Headsets ist nicht gestattet“, sagte Greulich. Das Handy-Verbot werde auch häufig in dem für Fahrer verpflichtenden Dienstunterricht thematisiert und regelmäßig mittels sogenannter Fahrdienstanweisung aktualisiert.

Verkehrskommissare kontrollieren das Fahrverhalten

Zudem gilt bei der VKU das Motto: „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser“. „Wir beschäftigten fünf Verkehrskommissare“, sagte Greulich. Die fahren in Bussen mit, sind aber auch in eigenen Fahrzeugen unterwegs. Wenn ihnen gravierende Fehler der Busfahrer auffallen, dann melden sie das. Die Handy-Telefonate im Schnellbus wären sicherlich so ein Fall gewesen, meinte der VKU-Betriebsleiter.

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Im Bordrechner der VKU-Busse gibt es eine Freisprechanlage, die die Fahrer aber nur für dringende dienstliche Gespräche oder für Notrufe benutzen dürfen.

Der Griff zum privaten Mobiltelefon scheint kein absoluter Einzelfall zu sein. Er arbeite jetzt seit zehn Jahren bei der VKU, sagte Greulich, und habe sich insgesamt zehn bis 15 Mal damit befassen müssen.

Probleme gebe es schon mal bei Fahrern von privaten Busunternehmen, die im Auftrag der VKU unterwegs sind. Doch auch da reagiere die VKU, versicherte Greulich: „Wenn die ein oder zwei Mal aufgefallen sind, dann werden die für unsere Fahrten gesperrt.“

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