Visum via Post kommt nicht an und gefährdet Reisepläne

dzOverberger wartet wochenlang

Die unendliche Geschichte zu vermissten Postsendungen in Overberge setzt sich fort: Auch im neuen Jahr hat sich offenbar kaum etwas geändert. Und Nuhu Osman wartet seit Wochen auf ein Visum.

Bergkamen

, 08.01.2019 / Lesedauer: 3 min

Ohne das kann er nicht in sein Heimatland Ghana fliegen. Schon vor Wochen hat er es bei der Ghanaischen Botschaft in Berlin per Einschreiben beantragt. Der Antrag ist dort auch angekommen, wie die Botschaft inzwischen bestätigt hat, nur das gewünschte Visum hat Overberge nicht erreicht. Obwohl es nach Angaben der Botschaft deren Postausgang bereits am 18. Dezember verlassen hat.

Nuhu Osman ist Deutscher mit ghanaischen Wurzeln, lebt in der Kamer Heide und möchte an diesem Mittwoch via Düsseldorf und Amsterdam nach Accra fliegen. Noch am Dienstagmittag hatte er aber weder das dringend benötigte Visum noch einen Pass. Den hatte er mit dem Antrag an die Botschaft geschickt. „Ganz abgesehen von vielen weiteren verschwundenen Postsendungen, die in jüngster Zeit öffentlich gemacht wurden, aber das ist ein besonders ärgerlicher Fall“, sagt Osmans Schwiegervater Gisbert Kötter. „Es geht nicht nur um irgendeinen Brief.“

Keine adäquaten Auskünfte

Für Osman bedeutet das viele Laufereien und mehr Kosten. Die Vorfreude auf den dreiwöchigen Jahresurlaub ist dahin. Anfang dieser Woche hat er sich zumindest einen vorläufigen Pass besorgt, angeblich kann er sich noch am Flughafen in Amsterdam ein ebenso vorläufiges Visum besorgen. Für weitere rund 150 Euro. „Ob er damit tatsächlich ins Flugzeug steigen kann, ist gar nicht sicher“, sagt Kötter. Seinem Schwiegersohn habe die Post, die nach wie vor offenbar nicht in Overberge korrekt verteilt werde, nichts als Kosten und viel Rennerei beschert. Zuzüglich der Sorgen, ob er tatsächlich seinen Urlaub antreten könne.

Auch für Hagen Holba, Anwohner des Fliederwegs, hat sich trotz der Beteuerungen der Post, dass sich die miserable Zustellung in diesem Bezirk ändern werde, nichts geändert. Er vermisst seit Jahresbeginn unter anderem ebenfalls Eintrittskarten für eine Veranstaltung, mehrere Rechnungen und eine Zeitschrift, die er regelmäßig bezieht. Auffällig sei, so Holba, dass vorrangig die Sendungen mit mehr Inhalt verschwänden. Er hat sich an die Verbraucherzentrale gewandt, zu seinen Beschwerden bei der von der Post empfohlenen Hotline habe er nie adäquate Auskünfte erhalten. Holba überlegt zudem, ob er eine Anzeige wegen Unterschlagung erstatten wird.

Keine aktuellen Rückstände

Rainer Ernzer, Sprecher der Deutschen Post, hat dazu keine Erklärung: „Es gibt aktuell keine Rückstände mehr bei der Post. Nach den Vorfällen im Dezember und der personellen Änderung läuft es in Overberge wieder.“ Ursächlich könne es an vielen Stellen haken. Dazu müsse aber der jeweilige Absender zunächst Nachforschungen anstellen. Allein im Falle des vermissten Visums räumt er ein, dass dies zeitlich noch „theoretisch in den Einflussbereich des alten Zustellers falle“. Rückstände gäbe es aktuell nicht. Alles, was vorliegt, werde auch zugestellt.

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