Viele Verdachtspunkte für Bomben-Blindgänger – aber die Suche ist zurzeit unterbrochen

dzWegen der Corona-Pandemie

In Bergkamen gibt es noch viele Verdachtspunkte, wo Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg liegen könnten. Zurzeit kann fast keiner davon untersucht werden und das hat mit dem Coronavirus zu tun.

Bergkamen

, 15.06.2020, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es gibt Bauherren, die geradezu sehnsüchtig darauf warten, dass der Kampfmittelräumdienst anrückt und ihr Grundstück auf sogenannte Blindgänger untersucht. Das sind Bomben, die bei den Angriffen der Alliierten auf die Chemischen Werke auf Bergkamen abgeworfen wurden, aber nicht explodierten. Die meisten verschwanden durch die Wucht des Aufpralls einige Meter unter der Erde.

Die PueD GmbH ist bekanntlich einer dieser Bauherren. Sie will auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Grimberg 3/4 in Weddinghofen das Gesundheitszentrum PueD bauen. Der Name PueD bedeutet „Partner unter einem Dach“. Dort sollen Ärzte, eine Apotheke und weitere Dienstleister aus dem Gesundheitsbereich einziehen – und eine Kindertagesstätte.

Bei der Entschärfung wird der Bereich um den Fundort weiträumig abgesperrt und evakuiert – wie im vergangenen Jahr in der Bergkamener City.

Bei der Entschärfung wird der Bereich um den Fundort weiträumig abgesperrt und evakuiert – wie im vergangenen Jahr in der Bergkamener City. © Stefan Milk (Archiv)

Evakuierung ist zurzeit nicht möglich

Sie soll die Lücke bei der Kinderbetreuung in Bergkamen gleich in doppelter Hinsicht schließen. Sie bietet Kindergartenplätze, die in Bergkamen immer noch fehlen. Außerdem soll das Lebenszentrum Königsborn dort auch Kinder mit Behinderungen betreuen – der erste Kindergarten in der Stadt, der solche Plätze bieten wird.

Bei den Plänen, das PueD zu bauen gab es in den vergangenen Jahren immer wieder Verzögerungen. Diesmal scheitert der Baubeginn an einem Passus, den jeder Bauherr in Bergkamen in seiner Baugenehmigung findet: Er muss das Baugelände auf Blindgänger untersuchen lassen, bevor er baut.

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Bei der ersten Untersuchung orteten die Experten Metall im Boden. Ob es sich dabei tatsächlich um einen Blindgänger oder harmlosen Metallschrott handelt, können sie zurzeit nicht überprüfen. Falls sie eine Bombe finden, müssten sie sie auch entschärfen und dafür die Umgebung evakuieren.

Das ist nach Angaben des Ordungsamtes zurzeit aber nicht möglich. Die Menschen aus dem evakuierten Bereich könnten nicht in einer Sammelunterkunft untergebracht werden. Das ist zurzeit wegen der Kontaktbeschränkung im Zuge der Corona-Pandemie nicht möglich.

Ausnahme nur bei einem spontanen Fund

Betroffen ist nicht nur das PueD, sondern auch alle anderen Verdachtspunkte, die Experten bei der Auswertung alliierter Luftbilder festgestellt haben. Eine Ausnahme gibt es nur dann, wenn ein Blindgänger unvorhergesehen bei Bauarbeiten gefunden wird.

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In einem Fall hat es auch während der Corona-Pandemie eine Untersuchung gegeben. Es gab einen Verdachtspunkt auf der Trasse der neuen Erdgasleitung, die zurzeit in Bergkamen verlegt wird. Dort musste nicht evakuiert werden. Es gab weit und breit keine Anwohner.

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