Verschwundene Post: Bergkamener, der Briefe bei sich „einlagerte“, wird verurteilt

dzPostbote vor Gericht

Als vor über einem Jahr plötzlich Briefe zu verschwinden schienen, war die Aufregung groß. Nun wurde der Bergkamener Postbote, der die Briefe damals bei sich einlagerte, bestraft.

von Sylvia Mönnig

Bergkamen

, 28.07.2020, 17:45 Uhr / Lesedauer: 1 min

Scheinbar spurlos verschwundene Post sorgte in Bergkamen und Umgebung für Aufsehen und Unmut. Weniger spektakulär fiel nun der Prozess gegen den Post-Mitarbeiter, der kistenweise Briefsendungen bei sich „einlagerte“, und einen Freund, der Umschläge öffnete, aus. Dennoch wird es für einen von ihnen teuer.

Die Aufregung war verständlicher Weise groß, als zwischen Anfang Oktober 2018 und Ende Januar 2019 in Bergkamen und Lüdinghausen vermehrt Briefe nicht ankamen. Für ihre Zustellung war ein 27-jähriger Bergkamener zuständig.

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Er, so ist es in der Anklageschrift formuliert, war überfordert. Aus diesem Grund landeten in den typischen gelben Plastik-Boxen Sendungen, die er dann in zwei Garagen und in einem Geräteschuppen im Bereich der Jahnstraße lagerte. Dort wurden sie schließlich entdeckt.

Bis dahin allerdings öffnete der Freund des Postboten, ein 30-Jähriger aus Bergkamen, in 30 Fällen Umschläge. Ihm wurde daraufhin Verletzung des Postgeheimnisses zur Last gelegt. Seinem Kumpel, der die Briefe nicht austeilte, wurde Unterschlagung vorgeworfen.

In dieser Oberadener Garage hat der Post-Mitarbeiter aus Bergkamen die Briefe eingelagert.

In dieser Oberadener Garage hat der Post-Mitarbeiter aus Bergkamen die Briefe eingelagert. © Stefan Milk

Postbote erschien nicht vor Gericht und wurde trotzdem bestraft

Das Schöffengericht in Unna befasste sich nun mit dem Fall. Allerdings saß auf der Anklagebank lediglich der 30-Jährige, der Briefe öffnete. Sein Verfahren wurde schließlich mit Blick auf ein leeres Strafregister und die Tatsache, dass ihm lediglich Neugier und keine Diebstahlsabsicht unterstellt werden konnte, ohne Auflagen eingestellt.

Der ehemalige Postbote, mittlerweile nach Ostdeutschland verzogen, erschien nicht zum Termin, obgleich er seine Schuld offenbar bereits im Vorfeld der Verhandlung einräumte. In seinem Fall erging ein Strafbefehl. Konkret wurde der 27-jährige Mann mit zwei Vorstrafen wegen Betrugs und Verstoßes gegen das Waffengesetz in Abwesenheit zu 2000 Euro Geldstrafe verurteilt.

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