Der Griff nach dem Kackbeutel ist manch einem Hundebesitzer schon zu viel: Die Fröndenberger sind empört. © dpa
Naturschutzgebiet

Verpackter Hunde-Kot macht am Beversee viel Ärger

Eigentlich sollten Hundehalter die Hinterlassenschaften ihrer Tiere in eine Plastiktüte packen und mitnehmen. Das ist dem RVR Ruhr Grün aber im Naturschutzgebiet Beversee nicht immer recht.

Wenn Ralf Janzen vom Regionalverband Ruhr (RVR), Abteilung Ruhr Grün, seine Runde durch das Naturschutzgebiet am Beversee macht, dann ärgert er sich manchmal gewaltig: Grund sind die Hundehalter, die auf den Wegen rund um den See unterwegs sind. Dabei geht es nicht um die Tiere selbst: Die dürfen mit ins Naturschutzgebiet, wenn sie die ganze Zeit an der Leine bleiben.

Janzen ärgert sich vielmehr darüber, wie einige Hundebesitzer mit den Hinterlassenschaften ihrer vierbeinigen Freunde umgehen. Dazu hat er einen ungewöhnlichen Tipp: Wenn der Hund in den Wald macht, sollen sie das Häufchen am besten einfach liegen lassen. „Die biologische Aktivität im Wald ist so hoch, dass das ruckzuck abgebaut ist“, sagt Janzen. Falls der Hund auf den Weg macht, sollten Hundebesitzer den Hundekot in den Wald schieben, damit niemand hineintritt.

In öffentlichen Grünanlagen muss der Kot eingesammelt werden

Ein Tipp, der allerdings ausdrücklich nicht für öffentliche Grünanlagen gilt – zum Beispiel den Rasen in Parks. Dort ist die biologische Aktivität nicht so groß, das Häufchen bleibt lange liegen und es besteht die Gefahr, dass andere in die Hinterlassenschaft treten – ganz abgesehen von Anblick und Geruch der Hundehaufen. Dort gilt: Der Kot sollte in einen Plastikbeutel gepackt und in einem Abfalleimer entsorgt werden.

Hunde müssen im Naturschutzgebiet an die Leine. © Michael Dörlemann © Michael Dörlemann

Genau mit dieser Praxis hat der RVR jedoch am Beversee schlechte Erfahrungen gemacht. Es gebe eine ganze Reihe von Hundebesitzern, die den Beutel mit den unangenehmen Hinterlassenschaften nicht so weit tragen wollen und ihn in einen Baum oder einen Strauch hängen, berichtet Janzen. „Ich weiß nicht wie man auf diese Idee kommen kann“, ärgert er sich. „Wir fahren nicht abends die Wege ab und sammeln das ein.“

Beversee eines der wenigen Naturschutzgebiete mit Abfalleimern

Das Beverseegebiet ist ohnehin eines der wenigen Naturschutzgebiete, die dem RVR gehören, in denen es Abfalleimer gibt. Im Normalfall vermeidet es der Verband, mit Fahrzeugen in die Naturschutzgebiete zu fahren – auch um Abfalleimer zu leeren.

Am Beversee ist das anders, weil es dort aufgrund der Nähe zur Marina und zu den Wohngebieten in Bergkamen viele Spaziergänger gibt. Dort übernimmt die Stadt Bergkamen die Leerung der Abfalleimer.

Ihre Abfälle können Besucher des Naturschutzgebietes jetzt auf jeden Fall an der Aussichtsplattform los werden. Der RVR hat auch dort jetzt eine Abfalltonne aufgestellt, informierte Janzen.

Über den Autor
Redaktion Bergkamen
Geboren 1960 im Münsterland. Nach dem Raumplanungsstudium gleich in den Journalismus. Mag Laufen, Lesen, Fußball und den BVB ganz besonders. An den Bergkamenern liebt er ihre Offenheit. Die Stadt ist spannend, weil sie sich im Strukturwandel ganz neu erfinden muss und sich viel mehr ändert als in anderen Städten.
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Michael Dörlemann
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