Der letzte Kaufland-Verkaufstag ist längst vorbei. Aber noch gehen im Rathaus-Center nicht die Lichter aus. © Stefan Milk
Rathaus-Center

Verhandlungen über die ehemalige Kaufland-Fläche laufen

Kaufland ist aus dem Rathaus-Center in Bergkamen-Mitte ausgezogen, aber der Mietvertrag läuft noch über vier Jahre. Nun redet der Handelskonzern mit dem Vermieter über die Zukunft der Fläche.

Zumindest einen Leerstand im Rathaus-Center ist Thorsten Unterfeld jetzt erst einmal los. Der Geschäftsführer der DTU Beta hat eine Fläche im Obergeschoss des Gebäudes neben dem Rathaus an die Firma Ratiolux aus Werl vermietet, die dort ein Schnelltestcenter einrichtet. „Das sind immerhin 300 Quadratmeter“, sagt Unterfeld. Das Ladenlokal neben der Post stand bisher leer.

Außerdem bringen die Testwilligen vermutlich ein bisschen Leben in die Bude. Das ist dringend notwendig. Denn bekanntlich ist Unterfeld Ende April der Hauptmieter Kaufland abhanden gekommen. Angst, dass im Rathaus-Center endgültig die Lichter ausgehen, hat der Chef der Immobiliengesellschaft aber nicht, sagt er.

Textildiscounter KiK zieht weiter Kunden an

Ein paar Läden gibt es ja noch. Zum Beispiel den Textil-Discounter KiK: „Der sorgt für Kundenfrequenz“, meint Unterfeld. Andere Geschäfte, die bisher Untermieter von Kaufland im Untergeschoss waren, bleiben im Rathaus-Center. Das Foto-Studio von Eva Pioro ist schon ins Obergeschoss gezogen. Der Handy-Laden soll folgen, sagt Unterfeld.

Fotografin Eva Pioro schließt ihr Fotostudio und Modegeschäft neben Kaufland zwar. Sie will aber nicht aufgeben, sondern zieht eine Etage höher im Rathauscenter Bergkamen.
Fotografin Eva Pioro schließt ihr Fotostudio und Modegeschäft neben Kaufland zwar. Sie will aber nicht aufgeben, sondern zieht eine Etage höher im Rathauscenter. © Stefan Milk © Stefan Milk

Glücklich ist er mit der Situation allerdings trotzdem nicht. Der Mietvertrag von Kaufland läuft zwar noch bis Oktober 2025. Somit kann Unterfeld zwar weiter mit den Mietzahlungen kalkulieren. Aber er hat auch keinen Zugriff auf die Flächen. Umgekehrt kann Kaufland kein Interesse daran haben, fast vier Jahre lang Geld für ungenutzte Räume zu bezahlen. Beide Seiten sollten also daran interessiert sein, dass sich auf der Hauptfläche des Rathaus-Centers in absehbarer Zeit etwas tut.

Inzwischen führt Unterfeld auch Gespräche mit Kaufland. Die Verhandlungen stehen noch ganz am Anfang. „Wasserstandsmeldungen möchte ich nicht abgeben“, sagt er. Von der Pressestelle der Kaufland-Zentrale kommt auf Nachfrage eine ähnliche Antwort.

Mitarbeiter bleiben freigestellt

Für die rund 100 Kaufland-Beschäftigten hat sich durch die Schließung zunächst einmal nichts Unmittelbares geändert. Sie sind wegen des ungelösten Konflikts über den Coronaschutz seit über einem Jahr freigestellt. Sie können weiterhin nicht arbeiten, bekommen weiter ihr Gehalt.

„Gerne möchten wir allen Mitarbeitern dauerhaft einen Arbeitsplatz anbieten“ schreibt die Kaufland-Pressestelle. Zugleich verhandelt Kaufland mit dem Betriebsrat über einen Sozialplan: Der nächste Termin ist am 21. Mai.

Über den Autor
Redaktion Bergkamen
1967 in Ostwestfalen geboren und dort aufgewachsen. Nach Abstechern nach Schwaben, in den Harz und nach Sachsen im Ruhrgebiet gelandet. Erst Redakteur in Kamen, jetzt in Bergkamen. Fühlt sich in beiden Städten wohl.
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Johannes Brüne
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