Mitarbeiter bleiben draußen: Verhandlungen bei Kaufland Bergkamen-Mitte sind gescheitert

dzStreit um Corona-Schutz

Im Streit bei Kaufland Bergkamen-Mitte hatten sich Betriebsrat und Geschäftsführung zwischenzeitlich angenähert. Doch die Verhandlungen blieben ergebnislos, die Fronten sind wieder verhärtet.

Bergkamen

, 15.07.2020, 15:10 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die Mitarbeiter von Kaufland in Bergkamen-Mitte werden wohl in diesem Monat nicht mehr an ihre Arbeitsplätze zurückkehren: Die Verhandlungen zwischen dem Betriebsrat und der Geschäftsleitung über ein Konzept zum Schutz vor dem Coronavirus sind gescheitert. Nachdem die streitenden Parteien sich am Dienstag nicht einigen konnten, geht die Sache jetzt erst einmal wieder vor Gericht.

Dabei schienen sich die Konflikt-Parteien zwischenzeitlich angenähert zu haben, wie der Rechtsanwalt des Betriebsrates, Albrecht Seidel, berichtet.

Seinen Angaben zufolge hatten sich beide Seiten darauf geeinigt, dass sich eine Arbeitsschutzexpertin der TBS Dortmund den Kaufland-Markt anschaut und Vorschläge zum Corona-Schutz macht. Die TBS ist die Technologieberatungsstelle beim Bezirk NRW des Deutschen Gewerkschaftsbundes DGB. Träger sind lauf Impressum der DGB-Bezirk sowie das Landesministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales.

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Fachfrau schlägt Maßnahmen-Katalog vor

Die Arbeitsschutzexpertin war am 1. Juli im Kaufland und hat später einen Maßnahmenkatalog vorgeschlagen. Der sollte als Grundlage für Verhandlungen dienen. Der Betriebsrat befürwortete den Vorschlag der gewerkschaftsnahen Fachfrau, Kaufland lehnte ihn nach Angaben des Rechtsanwaltes ab. Allerdings riss der Gesprächsfaden zunächst nicht ab.

Der Betriebsrat bemängelte an den Vorschlägen von Kaufland Bergkamen zum Corona-Schutz unter anderem eine fehlende effektive Einlasskontrolle.

Der Betriebsrat bemängelte an den Vorschlägen von Kaufland zum Corona-Schutz unter anderem eine fehlende effektive Einlasskontrolle. © Stefan Milk (A)

Am Dienstag legte Kaufland einen eigenen Gegenentwurf vor. Den wiederum lehnte der Betriebsrat ab. Ihm fehlte unter anderem, so schreibt Anwalt Seidel, „eine effektive Einlasskontrolle und eine Steuerung der Kundenströme“. Auch die gewerkschaftsnahe Fachfrau habe bemängelt, dass der Kaufland-Vorschlag weniger Maßnahmen als ihre eigenes Konzept enthalte. Kaufland sei zu weiteren Zusagen nicht bereit gewesen und habe die Verhandlungen abgebrochen.

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Mitarbeiter sind seit Mai freigestellt

Wegen des Streits über den Gesundheitsschutz hatte Kaufland seine Mitarbeiter bereits im Mai freigestellt. Den Geschäftsbetrieb halten Aushilfen aufrecht. Hätten die Verhandlungen Erfolg gehabt, wären die Beschäftigten wohl am 27. Juli an ihre Arbeitsplätze zurückgekehrt.

Nun strebt der Betriebsrat an, dass der Konflikt vor einer gerichtlichen Einigungsstelle geschlichtet wird. Mehrere Versuche dazu waren allerdings zuvor gescheitert. Ein Gerichtstermin steht laut Anwahl Seidel noch nicht fest.

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