Verdächtiger nahm nach Haft an Vorbeugungs-Programm teil

dzVergewaltigung Werner Straße

Der Mann, der dringend verdächtigt ist, eine Frau vergewaltigt zu haben, nahm nach seiner Haftentlassung an einem Programm teil, das die Rückfallgefahr senken soll. Die Polizei sucht noch immer nach ihm.

Bergkamen

, 14.08.2019 / Lesedauer: 3 min

Die Polizei fahndet zwar mittlerweile öffentlich mit Fotos und seinem Namen nach dem 24-Jährigen, der dringend tatverdächtig ist, eine Frau vergewaltigt zu haben. Nach Angaben von Vera Howanietz, der Pressesprecherin der Kreispolizeibehörde Unna sind auch bereits einige Hinweise auf den Tatverdächtigen eingegangen. Gefunden hat die Polizei ihn aber bisher noch nicht.

2012 Jugendstrafe wegen Vergewaltigung

Mittlerweile werden auch mehr Details über den Verdächtigen bekannt. Der damals 17-Jährige wurde im Jahr 2012 vom Amtsgericht Coesfeld wegen Vergewaltigung zu einer Jugendstrafe verurteilt, wie Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt bestätigt, der Sprecher der Staatsanwaltschaft Münster.

Diese Strafe hat er auch abgesessen. Sicher ist, dass der Gesuchte seine Tat damals nicht in Coesfeld selbst beging. Zum Tatort und den näheren Umständen der Tat wollte Botzenhardt mit Rücksicht auf das Alter der Beteiligten nichts sagen. „Damals waren alle Beteiligten noch Jugendliche“, teilte er mit.

Verdächtiger nimmt an KURS-Programm teil

Der Oberstaatsanwalt bestätigte auch, dass der wieder Tatverdächtige seit seiner Haftentlassung am KURS-Programm des Landes teilnimmt. KURS ist die Abkürzung für „Konzeption zum Umgang mit rückfallgefährdeten Sexualstraftätern“. In dem Programm werden etwa 1000 Sexualstraftäter in ganz NRW gleichzeitig nach ihrer Haftentlassung betreut.

Das Programm gilt als erfolgreich: Studien gehen davon aus, dass 20 Prozent aller Sexualstraftäter nach Verbüßung ihrer Haft wieder rückfällig werden. Bei KURS-Teilnehmern liegt diese Quote nur bei etwa drei Prozent.

Überwachung gehört zum Konzept

Zum Konzept gehört unter anderem, dass die Polizei überwacht, ob sich der Betroffene an die Weisungen hält, die von der zuständigen Strafvollstreckungskammer in einem Führungsaufsichtsbeschluss erlassen wurden. Verstöße gegen diese Weisungen können eine Straftat sein und zu einem neuen Ermittlungsverfahren führen.

Der 24-Jährige, der mittlerweile in Bergkamen gemeldet ist, soll am frühen Sonntagmorgen eine 21 Jahre alte Frau aus Kamen vergewaltigt haben, mit der er bekannt war. Er soll sie gegen 3.45 Uhr von der Werner Straße auf eine Wiese gelockt haben und dort über sie hergefallen sein.

Die Polizei hatte am Montag einen Tipp bekommen, dass sich der 24-Jährige im Bereich Sundern an der Stadtgrenze zu Lünen aufhielt. Eine großangelegte Suchaktion blieb jedoch ohne Erfolg.

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