Der 32-jährige Tatverdächtige im Fall der Vergewaltigung einer 15-Jährigen in Oberaden sitzt nach seiner Verhaftung in Untersuchungshaft. Er wohnt offenbar ganz in der Nähe des Tatortes.

Bergkamen

, 20.07.2019, 10:36 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Polizei hat offenkundig ziemlich tragfähige Beweise gegen den 32-jährigen Bergkamener, den sie am Freitag als Tatverdächtigen für die Vergewaltigung einer 15-Jährigen in Oberaden festgenommen hat. Ein Richter erließ am Samstag Haftbefehl gegen den Mann. Das berichtete der Pressesprecher der Polizei Unna, Thomas Röwekamp, auf Nachfrage.

Vergewaltigung in Oberaden: Wie die Polizei die Spur des Täters fand

Der Verdächtige wohnt offenbar in der Nähe des Ortes, an dem er verhaftet wurde. Und damit auch in der Nähe des Tatortes. © Marcel Drawe


Verhaftung auf offener Straße

Nachdem die Polizei dem mutmaßlichen Vergewaltiger erst einmal auf die Spur gekommen war, ging es am Freitag ziemlich schnell. Am späten Freitagnachmittag machten sich Einsatzkräfte der Polizei Unna auf den Weg nach Oberaden: Sie wollten den Mann festnehmen, den sie dringend verdächtigen, am Abend des 13. Juli ein Mädchen brutal überfallen, vergewaltigt und schwer verletzt zu haben.

Der Gesuchte lief ihnen quasi in die Hände: Sie nahmen ihn auf offener Straße fest, an der Ecke Alisostraße/Am Römerberg. Der Tatverdächtige wehrte sich, die Beamten überwältigten ihn. Das erregte Aufsehen, etliche Menschen bekamen den Einsatz mit.

Vergewaltigung in Oberaden: Wie die Polizei die Spur des Täters fand

Die Tat ereignete sich am Abend des 13. Juli auf einem Feldweg in der Nähe des Bahnübergangs auf der Rotherbachstraße. © Marcel Drawe


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Das SEK stand schon bereit

Geplant war das in dieser Form wohl nicht: „Wir haben die Gunst der Stunde genutzt“, sagte Röwekamp. Das Sondereinsatzkommando war bereits alarmiert, musste aber nicht mehr eingreifen. Auch die Bergkamener Feuerwehr hielt sich nach Angaben ihres Chefs Dirk Kemke für alle Fälle bereit. Die Einheit Mitte wurde dazu um 16.49 Uhr alarmiert, braucht aber nicht zum Festnahmeort zu kommen.

Ansonsten hält sich Röwekamp mit Angaben über die Details der Festnahme zurück. Aber offenbar führte der Verdächtige seinen Hund aus. Das schilderte ein 20-jähriger Anwohner, der nach eigenen Angaben Zeuge der Polizeiaktion wurde. Er kennt den Festgenommenen – zumindest flüchtig. Und er berichtete, dass der Mann, in der Nähe des Ortes seiner Verhaftung wohnt.

Der Verdächtige wohnt in der Nähe des Tatortes

Das bedeutet auch, dass der Verdächtige nicht weit vom Tatort entfernt lebt, an dem sich das Verbrechen ereignete. Das 15-jährige Opfer war gegen 22.30 Uhr auf dem Heimweg auf der Bahnhofstraße in Richtung Potsdamer Straße unterwegs. Auf einem Feldweg in der Nähe des Bahnübergangs Rotherbachstraße überfiel der Täter sein Opfer, schlug es mit einer Pistole auf den Kopf, verletzte es schwer und vergewaltigte es. Am Tatort in der Nähe der Bahngleise fanden die Ermittler wohl auch die entscheidenden Hinweise, die sie schließlich zu dem Verdächtigen führten.

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Eine Hundertschaft findet neue Spuren

Am Donnerstag durchsuchte eine Hundertschaft der Polizei das Areal und entdeckte dabei neue Spuren. Polizeisprecher Röwekamp wollte nicht bestätigen, dass es sich dabei um DNA des mutmaßlichen Täters handelt. Allerdings liegt auch diese Vermutung nicht allzu fern. Zumal Röwekamp bereits am Freitagmorgen – also noch Stunden vor der Verhaftung – berichtet hatte, die neuen Spuren würden zur Analyse zum Landeskriminalamt nach Düsseldorf geschickt und dort mit Priorität ausgewertet.

Vergewaltigung in Oberaden: Wie die Polizei die Spur des Täters fand

Offenkundig brachten DNA-Spuren die Ermittler auf die Spur des mutmaßlichen Täters. Das spricht dafür, dass der Tatverdächtige bereits polizeibekannt war. © picture alliance / dpa


Wahrscheinlich ist der Tatverdächtige polizeibekannt

Falls es tatsächlich die DNA oder vergleichbare Hinterlassenschaften waren, die die Polizei auf die Spur des Verdächtigen brachte, lässt sich daraus der Schluss ziehen, dass die Polizei den 32-Jährigen bereits kannte. Denn solchen Spuren können die Ermittler naturgemäß nur dann einer Person zuordnen, wenn sie über Vergleichsproben verfügen

Vergewaltigung in Oberaden: Wie die Polizei die Spur des Täters fand

Ein Richter hat Haftbefehl gegen den Verdächtigen erlassen. © picture alliance/dpa


Beweisen überzeugen den Richter

Röwekamp wollte keine Angaben dazu machen, ob der Tatverdächtige schon vorher auffällig geworden oder sogar vorbestraft ist. Der 32-Jährige hat nach Angaben des Pressesprechers bisher keine Aussage gegenüber der Polizei gemacht. Die Beweise der Ermittler haben den Richter jedoch überzeugt, so dass der mutmaßliche Täter bis auf weiteres in Untersuchungshaft sitzt.

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