Vereinte Kräfte verbreiten am Museum weihnachtliche Stimmung

dzWeihnachtsmarkt Oberaden

Der Weihnachtsmarkt auf dem Museumsplatz und im benachbarten Stadtmuseum lockt auch im 22. Jahr zahlreiche Besucher mit einem bunten Programm und familiärer Stimmung an.

von Niklas Mallitzky

Oberaden

, 17.12.2018, 12:14 Uhr / Lesedauer: 3 min

Schon beim Betreten des Stadtmuseums steigt den Besuchern ein weihnachtlicher Duft in die Nase. Dieser Duft führt findige Spürnasen direkt in den Keler, dort werden am Wochenende die Spekulatius-Kekse den Weihnachtsmarkt gebacken.

Der Oberadener Weihnachtsmarkt ist zurück auf dem Museumsplatz und zieht auch in diesem Jahr an einem Wochenende über 1000 Besucher an. Zum 22. Mal versammeln sich hier die Oberadener Vereine, als Veranstalter tritt die SPD auf. Rüdiger Weiß ist schon seit dem frühen Nachmittag hier unterwegs und hilft, wo er kann.

Vereinte Kräfte verbreiten am Museum weihnachtliche Stimmung

Das Familienzentrum „Mittendrin“ präsentierte auf dem Weihnachtsmarkt seinen Klassiker: Die Pilzpfanne mit frischen Champignons. © Marcel Drawe

Mehr als 1000 Besucher

Am Samstag habe er viel Zeit auf dem Getränkewagen verbracht, bei den kalten Temperaturen sei das gar nicht so einfach, wie man denken könnte, verrät Weiß: „Man steht die ganze Zeit an einer Stelle, so kühlt man natürlich schnell aus.“ Ein weiteres Problem ist der Boden des Wagens, denn der besteht aus Metall. „Das merkt man sehr schnell. Deswegen trage ich heute auch zwei Paar Socken und Schuhe mit dicken Sohlen.“

Gegen die niedrigen Temperaturen gibt es am Stand der Tag Tageseinrichtung „Tausendfüßler“ hochprozentige Medizin. Hier bieten Sabine Pilorz und Aische Köster verschiedene Liköre an, zum Beispiel Marzipan-Likör oder eine Rotwein-Kaffee-Mischung. Die Kinder hätten bei der Herstellung aber nicht mitgearbeitet, versichern die beiden Frauen. „Das haben wir ganz alleine gemacht.“ Auch selbst genähte Taschen für den Einkaufschip und dekorative Ballerina-Anhänger haben sie im Angebot. Die Frauen arbeiten in Schichten, so kommt jede von ihnen mal dran.

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Weihnachtsmarkt Oberaden

17.12.2018
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Oberaden. Am Oberadener Weihnachtsmarkt beteiligen sich viele Vereine aus dem Ortsteil. An diesem Stand gibt es Crepes.© Marcel Drawe
Die DLRG hat bei dem nasskalten Winterwetter alles richtig gemacht. Die Feuerschalen an ihrem Stand waren ein echter Anzeihungspunkt.© Marcel Drawe
Bei der Feuerwehreinheit Oberaden gab es leckeren Günkohl, heiß gegen Hunger und Kälte.© Marcel Drawe
Natürlich half auch Glühwein gegen die Kälte.© Marcel Drawe
Der Zeitzeugenkreis aus dem Stadtmuseum präsentierte Kalender mit historischen Bergkamener Motiven und seine Hefte zur Stadtgeschichte.© Marcel Drawe
Auch Hund Bruno verbreitete mit einem Halstuch Weihnachtsstimmung.© Marcel Drawe
Die Eröffnung nahmen die Organsiatoren auf der Bühne vor. Auch dort traten Vereins aus dem Ortsteil auf.© Marcel Drawe
Die Kinder aus dem Kindergarten "Funkelstein" schmückten den Baum.© Marcel Drawe
Bäckerin Birgit Sadlowski präsentiert im Keller des Stadtmuseums die frisch vor Ort gebackenen Spekulatius.
Gewürzhändlerin Dr. Annette Böhm hat an ihrem Stand auch Gewürzmischungen nach antiken römischen Rezepten.© Niklas Mallitzky

Lokaler Bezug wichtig

Der lokale Bezug sei ihnen sehr wichtig, so Weiß. „Hier auf dem Museumsplatz sind nur Stände von Oberadener Vereinen und Initiativen.“ Der Vorsitzende des Oberadener Ortsvereins der SPD und Landtagsabgeordnete lobt in diesem Zusammenhang besonders die Lehrer und Erzieher der Schulen und Kindergärten: „Trotz des stressigen Arbeitsalltags kommen die für zwei Tage her und lassen sich ein Wochenende klauen, um uns zu unterstützen. Das ist eine tolle Sache.“

Die Mitglieder der Jugendabteilung der DLRG haben ein gutes Mittel gegen die Kälte gefunden, und das heißt „Feuer“. Gemeinsam sitzen Jana, Helen und Laura um die Feuerschale, hier backen sie mit den Kindern Stockbrot, ein Glücksrad sorgt für viel Spaß. Jugendwartin Ann-Kathrin hat gute Tipps, wie ein Stockbrot jedes Mal gelingt: „Man darf nicht zu viel Teig nehmen, sonst ist es außen schon gut aber innen noch roh.“ Insgesamt sechs Kilo Stockbrot bringen die jungen Schwimmer unters Volk, nebenan schenken die erwachsenen DLRG-Mitglieder Feuerzangenbowle aus.

Infos zum Verein

Ein Glücksrad gibt es auch bei Ralf Heimbach und Petra Knippschild vom SuS Oberden. Das sei sogar so beliebt, dass sich lange Schlangen mit wartenden Kinder gebildet hätten, berichtet Heimbach. Kein Wunder bei Preisen wie Handtüchern und Schals der populärsten Bundesliga-Vereine. Auf großen Tafeln gibt es zudem jede Menge nützlicher Informationen zum Verein.

Vereinte Kräfte verbreiten am Museum weihnachtliche Stimmung

Familie Sadlowski aus Methler im Keller des Stadtmuseums: Dort wo sonst der Bergbau regiert, backt sie frische Spekulatius. © Marcel Drawe

Kunsthandwerk und frische Spekulatius im Museum

Der Weihnachtsmarkt im und am Museum ist zwar von dem Markt auf dem Museumsplatz abgetrennt, natürlich helfen sich aber auch hier die Beteiligten. Vor der Tür hat Annette Böhm ihren Gewürzstand aufgebaut, an dem sie unter anderem auch verschiedene Gewürzmischungen verkauft, die sie aus antiken Kochbüchern und Landwirtschaftsbüchern entnommen hat. Im Inneren des Museums gibt es ebenfalls viel zu entdecken und natürlich zu kaufen. Von weihnachtlichen Tassen über Modeschmuck bis hin zu weihnachtlicher Deko, gibt es hier alles, was das Konsumentenherz erfreut. Eine Etage tiefer im Stollen wird derweil hart geschuftet. Die Familie Sadlowski besitzt eine Bäckerei in Methler, auf dem Weihnachtsmarkt haben sie sich dem Backen von Spekulatiuskeksen verschrieben. Zuerst gilt es, den Teig auf die Formwalze aufzubringen. Mit der Hand drückt Mareile Sadlowski den Teig fest auf die Rolle, im inneren der Maschine werden die Keksrohlinge dann abgeschnitten und über ein Lederband weiter befördert. Sadlowski ist die Tochter von Birgit und Uwe Sadlowsi, rund 90 Kilogramm Teig hat das Ehepaar für das Wochenende vorbereitet. Das Gebäck findet reißend Abnehmer.

Sowohl am Samstag als auch am Sonntagabend schaut dann sogar noch der Nikolaus auf dem Weihnachtsmarkt vorbei. Solange die Vereine und Kindergärten mit solchem Feuereifer dabei sind, werde es auch den Weihnachtsmarkt geben, meint Weiß. „Es ist ein soziales Ereignis und das scheinen alle Beteiligten zu genießen.“

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