Vereinsprogramm und Kunsthandwerk - das macht den Oberadener Weihnachtsmarkt so besonders

dzGrößter Weihnachtsmarkt

Der Oberadener Weihnachtsmarkt ist der größte in Bergkamen und der, der die meisten Menschen anzieht. Sein Erfolgsrezept ist seine ganz besondere Mischung.

Bergkamen

, 14.12.2019, 18:47 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer den Stand der katholischen Kirchengemeinde St. Barbara auf dem Oberadener Weihnachtsmarkt besucht, stößt auf eine merkwürdige Kombination. Mitten zwischen Engeln, Kugeln, Kerzenhaltern und anderer Weihnachtsdekoration steht ein mit einer Haube abgedecktes Tablett mit Matjesbrötchen.

Wie es zu der seltsamen Kombination aus Weihnachtlichem und Matjes kommt? Da können auch Kathrin Schary und Alexander Köbke nur mit den Schultern zucken. „Das war schon immer so“, sagt Kathrin Schary und lacht, während schon der erste Kunde nach einem Matjesbrötchen fragt. Der Erlös für die Brötchen und die Weihnachtsdekoration kommt wie an vielen anderen Ständen auch einer wohltätigen Organisation zugute. In diesem Fall ist es der Palliativverein Lünen-Werne.

Vereinsprogramm und Kunsthandwerk - das macht den Oberadener Weihnachtsmarkt so besonders

Auf der Bühne stehen wie immer Gruppen aus dem Stadtteil, die das Programm gestalten. © Stefan Milk

Die Vereine betreiben die Stände und machen das Programm

Der Stand der katholischen Kirchengemeinde ist einer von etwa 20 Ständen, die in jedem Jahr wieder zum Oberadener Weihnachtsmarkt auf dem Museumsplatz stehen. Organisiert hat ihn wie in den vergangenen 22 Jahren Dieter Mittmann vom SPD-Ortsverein mit Hilfe seiner Genossen. Wie in jedem Jahr werden alle Stände von den Vereinen und Institutionen aus dem Stadtteil betrieben. Sie nutzen die Gelegenheit, sich selbst vorzustellen, die Weihnachtsmarktgäste mit allem zu versorgen, was dazu gehört und für einen guten Zweck zu sammeln. Bei der DLRG etwa können Kinder Stockbrot über heißer Holzkohle rösten, der SPD-Ortsverein ist für die Glühweinversorgung zuständig und die Wichtelgruppe „Die kleinen Wichtel“ sorgt mit zwei Thermomix-Geräten für Lumumba für die Erwachsenen und alkoholfreien Apfelsaft-Punsch für die Kinder.

Vereinsprogramm und Kunsthandwerk - das macht den Oberadener Weihnachtsmarkt so besonders

Betreuerin Anja Kampmann verkaufte als Weihnachtsmann verkleidet Lose für die Wichtelgruppe „Kleine Wichtel“. © Stefan Milk

Wichtelgruppe stellt ihre Existenz sicher

Anja Kampmann, neben Monika Weinreich eine der beiden Betreuerinnen der Wichtelgruppe, verkauft als Weihnachtsmann verkleidet Lose. Kinder können kleine Geschenke gewinnen. Ohne solche Aktionen könnten die „Kleinen Wichtel“ finanziell gar nicht überleben, verrät sie. Die Mitgliedsbeiträge reichen nicht aus.

Kein Platz für professionelle Händler

Sie ist umringt von Oberadenern und Gästen, die trotz Kälte und trübem regnerischen Wetter schon am Nachmittag auf den Museumsplatz strömen. Kein Wunder, dass auch professionelle Händler gerne auf dem Markt stehen würden. „Da haben wir aber immer Nein gesagt“, teilt der SPD-Ortsvereinsvorsitzende Rüdiger Weiß mit. Einzige Ausnahme ist ein kleiner Süßwarenstand. Der Weihnachtsmarkt soll den Oberadener Vereinen und Institutionen vorbehalten bleiben, die auch das Programm auf der kleinen Bühne bestreiten.

Vereinsprogramm und Kunsthandwerk - das macht den Oberadener Weihnachtsmarkt so besonders

Auch diese Teddys gehören zu den kleinen Geschenken, die es an den Ständen im Stadtmuseum zu kaufen gab. © Stefan Milk

Ein Teil des Marktes steht im Stadtmuseum

Das besondere am Oberadener Weihnachtsmarkt: Wem es doch zu kalt und nass wird, der kann einfach ins Stadtmuseum gehen - denn dort geht der größte Weihnachtsmarkt der Stadt einfach weiter, wenn auch mit anderem Programm.

Schon gleich am Eingang warten Beate Tebbe und Irina Ehlermann vom Museumsförderverein mit Elchgeweih und roter Zipfelmütze auf die Besucher und verkaufen Elfen, Einhörner und glitzernde Kugeln als originellen Baumschmuck, um die Kasse des Vereins aufzubessern.

Museumsleiter Mark Schrader hat wieder die Galerie sohle 1 und mehrere andere Räume leer räumen lassen, damit dort Platz für Stände mit Kunsthandwerk und origineller Weihnachtsdekoration ist. Die Bergkamenerin Martina Suske hat beispielsweise das ganze Jahr aus Sperrholz Sterne, Kerzenhalter, Tannen und Krippen gesägt, geschmirgelt und bemalt, um sie auf dem Markt anzubieten.

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Weihnachtsmarkt in Oberaden

14.12.2019
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Der Weihnachtsmarkt in Oberaden bezieht seinen Reiz aus seiner Mischung. Auf dem Museumsplatz präsentieren sich die Vereine und Institutionen aus dem Ortsteil. Im Museum gibt es Kunsthandwerkliches zu bestaunen und zu kaufen - von schön gestalteter Weihnachtsdekoration bis zu Chutneys.© Stefan Milk
Die Vereine nutzen die Gelegenheit, sich selbst darzustellen - wie die Rehasport-Abteilung des SuS Oberaden.© Stefan Milk
Auch Museumsleiter Mark Schrader trug eine, zugegebenermaßen etwas ungewöhnliche Weihnachtsmann-Mütze.© Stefan Milk
Auch solche schön gestalteten Kleinkrippen gab es im Museum.© Stefan Milk
Wer noch einen Teddybären suchte fand ihn auf dem Weihnachtsmarkt.© Stefan Milk
Es gab hübsche, selbst gestaltete Weihnachtsdekoration.© Stefan Milk
Anja Kampmann von den "Kleinen Wichteln" verkauft als Nikolaus verkleidet WLose.© Stefan Milk
Das Bühnenprogramm bestreiten ausschließlich Oberadener Gruppen und Vereine.© Stefan Milk
Martina Suske (l.) präsentiert ihren selbstgemachten Weihnachtsschmuck aus Holz.© Stefan Milk
Brigitte Honerpeick präsentiert ihre Chutney-Köstlichkeiten.© Stefan Milk

Kinder können eigene Weihnachtskarten drucken

Es gibt an 24 Ständen Ketten, Papierwaren, Honig und im zweiten Obergeschoss die Kinderbetreuung der Museumspädagogen. Die Kinder können dort bunte Sterne basteln oder in der Druckwerkstatt eigene Weihnachtskarten gestalten.

Wer sich von dem Trubel drinnen und draußen bei einem Kaffee, Kuchen oder Waffeln erholen möchte, kann ins Museumscafé gehen.

Dort gibt es auch Lektüre zum Kaffee. Der Zeitzeugenkreis verkauft seinen neusten Band mit Bergkamener Geschichten zu Freud und Leid. Lange auf Käufer muss er nicht warten. „Wir verkaufen auf dem Weihnachtsmarkt immer schon am Samstag die ersten 200 Exemplare“, sagt Ulla Kania von den Zeitzeugen. Es gibt Menschen, die warten schon auf das neue Heft - und auf den Oberadener Weihnachtsmarkt.

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