Verbotener Deal auf offener Straße Hehlerei mit E-Bike aufgedeckt

Freie Mitarbeiterin
Ein E-Bike steht auf einer Straße.
Auf offener Straße verkaufte ein 20-jähriger Mann in Bergkamen ein E-Bike. Das kam einer Zeugin komisch vor - und die Polizei kam einem Fall von Hehlerei auf die Spur. © AFP
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Am frühen Morgen des 8. Mai verschwinden von einer Terrasse in Bergkamen zwei E-Bikes im Gesamtwert von 5848 Euro. Am selben Morgen verkauft ein 20-Jähriger an einer Kreuzung in Bergkamen eines der Räder an einen 63-Jährigen. Einem Anwohner erscheint der Deal auf offener Straße verdächtig. Es kommt zu Ermittlungen und die Polizei stößt auf den 20-Jährigen.

Dieser fand sich nun im Amtsgericht Kamen wieder und musste sich wegen schweren Diebstahl verantworten. „Ich habe die Fahrräder nicht geklaut“, beteuerte der Kamener. Zum Beweis dafür, dass er das Rad an dem Morgen einem Bekannten abgekauft hatte, legte er einen Screenshot vom Chat mit dem Mann vor. Aus diesem ging hervor, dass der Bekannte beide Räder zum Kauf angeboten hatte. „Ich habe eins genommen. Ich wollte es unbedingt haben“, erklärte der Angeklagte.

Rad sollte von einem Bekannten stammen

460 Euro war der Preis. Nach einer kurzen Tour habe er dann aber festgestellt, dass es ihm doch nicht gefalle. Daraufhin habe er das Bike bei Ebay-Kleinanzeigen eingesetzt. Sofort hätten sich viele Interessenten gemeldet. Er habe sich mit dem 63-Jährigen getroffen und ihm das Rad für 550 Euro verkauft.

„Es hat sich doch aufgedrängt, dass es nicht das Rad vom Verkäufer ist“, führte der Richter dem 20-Jährigen vor Augen, dass er beim Kaufpreis von 460 Euro hätte stutzig werden müssen. Ihm hätte klar sein müssen, dass das Rad zuvor geklaut worden war. Der Angeklagte versuchte, sich damit herauszureden, davon ausgegangen zu sein, dass es deshalb so günstig gewesen war, weil es einige Gebrauchsspuren hatte.

Freispruch vom Diebstahlsvorwurf, aber Urteil wegen Hehlerei

„Das war heiß das Ding, das wollten Sie loswerden. Das war sonnenklar, dass das Rad geklaut war“, machte der Vertreter der Staatsanwaltschaft keinen Hehl daraus, dass er dem Kamener nicht glaubte, dass er nicht zumindest etwas Kriminelles vermutet hatte. Er stellte eine Nachtragsanklage, in der er dem Angeklagten Hehlerei vorwarf.

Nach einigem Zögern gab der 20-Jährige zu, dass ihm der Verkaufspreis und die Tatsache, dass alles am frühen Morgen über die Bühne gegangen war, seltsam vorgekommen sei. Bezüglich des Diebstahls sprach das Gericht den Mann frei, verurteilte den Arbeitslosen allerdings wegen Hehlerei zu 400 Euro Geldstrafe. Zudem muss er die 550 Euro aus dem Kaufvertrag mit dem 63-Jährigen an diesen zurückzahlen.