So etwas kostet in Bergkamen Strafe: Grillen im Park ist verboten. © picture alliance/dpa
Verbotene Sommerfreuden

Verbot im Park und am Kanal: In Bergkamen ist es schwer, einen Platz zum Grillen zu finden

Es ist Sommer, die Sonne scheint, da stellen viele Menschen den Grill auf. Im eigenen Garten ist das kein Problem. Aber wer in Bergkamen in der Öffentlichkeit grillt, dem droht Ärger.

Am Wochenende wird es heiß, das lockt die Menschen an den Kanal. Manch einer grillt, bevorzugt mit Einweg-Grills aus Alu – er sollte sich besser nicht erwischen lassen. „Das Grillen am Kanalufer ist verboten“, sagt eine Sprecherin der Wasserschutzpolizei. Das ist festgeschrieben in der Wasserstraßen-Betriebsanlagenverordnung, so etwas wie die Straßenverkehrsordnung für Kanäle. Die verbietet unter anderem das Viehtreiben am Kanalufer – was eher selten vorkommt – aber eben auch den Umgang mit offenem Feuer. Und ohne das ist das Grillen ein wenig schwierig.

Auch der Datteln-Hamm-Kanal könnte auf die Welterbe-Liste rücken. © Johannes Brüne © Johannes Brüne

Polizei kontrolliert und verhängt Strafen

„Wir kontrollieren das“, versichert die Polizeisprecherin. Allein schon, weil in trockenen Phasen wie derzeit Flächen- und Buschbrände am Rande das Kanals drohen. Das Wasser- und Schifffahrtsamt warnt davor, dass Grillfunken auf Kohle- oder Gastransporter überspringen könnten, die auf dem Wasser unterwegs sind.

Begegnungen mit Frachtschiffen können für Kanal-Badende tödlich enden. © Stefan Milk © Stefan Milk

Wer trotzdem am Kanal grillt, begeht eine Ordnungswidrigkeit. Wird er erwischt, muss er mit einem Bußgeld rechnen, das zwischen 35 und 200 Euro liegen kann. Eine wirklich abschreckende Wirkung hat das aber offenbar nicht, wie jeder weiß, der an heißen Sommertagen öfter auf den Kanalwegen unterwegs ist. Vielleicht ist das Verbot aber auch einfach nicht bekannt genug.

Auch im Park herrscht Grillverbot

Nun mag manch gesetzestreuer Bürger denken: „Wenn ich schon nicht am Kanal grillen darf, dann setze ich mich eben in einen Park.“ Doch das ist auch nicht erlaubt – zumindest nicht in Bergkamen. „Das Entzünden von offenem Feuer auf öffentlichen Plätzen und Straßen ist verboten“, sagt Heiko Brüggenthies vom Ordnungsamt.

Dieser Anblick wäre in einem Bergkamener Park ein Fall für den Ordnungsdienst
Dieser Anblick wäre in einem Bergkamener Park ein Fall für den Ordnungsdienst. © dpa-tmn © dpa-tmn

Die Mitarbeiter des Ordnungsdienstes schauten genau hin, ob sich alle daran halten – allein schon um zu verhindern, dass illegale Grillstellen entstehen, an denen sich Bruzzelfreunde regelmäßig treffen. Im vergangenen Sommer hätten die Ordnungshüter mehrfach im Stadtpark eingreifen müssen, berichtet Brüggenthies: „In diesem Jahr hatten wir noch kein Problem damit.“ Aber die nächsten Hitzetage stehen ja erst noch vor der Tür.

Das Grillverbot am Kanal setzt die Stadt nicht durch, dafür ist das Wasser- und Schifffahrtsamt beziehungsweise die Wasserschutzpolizei zuständig. Und die Halde gehört dem Regionalverband Ruhr (RVR). Dort herrscht wegen Waldbrandgefahr in der Zeit vom 1. März bis zum 31. Oktober ein absolutes Rauchverbot – an Grillen ist schon gar nicht zu denken. Für die Kontrollen sind die RVR-Rancher und Förster da. Falls den Stadtmitarbeitern etwas auffällt, geben sie den Kollegen schon mal einen Hinweis – und den Kanalhütern natürlich auch.

Die Kleingärtner dürfen grillen

Wer in Bergkamen grillen will, braucht also einen Garten. Ein kleiner reicht: In den Parzellen in den Kleingartenanlagen ist es nach Brüggenthies‘ Angaben erlaubt.

Doch auch wer zur Miete wohnt, muss auf das Grill-Vergnügen nicht in jedem Fall verzichten. Meist gibt es ja Gemeinschaftsflächen. Ob man dort einen Grill aufstellen darf, hängt vom Vermieter ab. „Das ist dann eine Frage der Hausordnung“, sagt Brüggenthies

Das Ordnungsamt hält sich meistens auch raus, wenn sich ein Nachbar durch Geruch und Rauch vom Grill gestört fühlt – zumindest, wenn der nicht auf öffentlichem Grund steht. Brüggenthies ist zwar durchaus bekannt, dass das Grillen im Sommer zu handfesten Nachbarschaftskonflikten führen kann: „Aber das ist dann ein Fall für die Schiedsleute.“

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Redaktion Bergkamen
1967 in Ostwestfalen geboren und dort aufgewachsen. Nach Abstechern nach Schwaben, in den Harz und nach Sachsen im Ruhrgebiet gelandet. Erst Redakteur in Kamen, jetzt in Bergkamen. Fühlt sich in beiden Städten wohl.
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