Vater und Sohn prügeln sich in der Kneipe mit Jugendlichen

dzProzess im Amtsgericht

Eine Kneipenschlägerei führte einen Vater und seinen Sohn jetzt vor Gericht. Aber so ganz ließ sich in dem Prozess nicht klären, was sich bei dem Tumult im Haus Nielinger abgespielt hat.

von Jana Peuckert

Bergkamen

, 29.05.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eine geprellte Nase, ein blutender Hinterkopf, mehrere „blaue“ Augen, eine kaputte Brille. So die Bilanz einer Schlägerei in der ehemaligen Gaststätte Haus Nielinger in Bergkamen. Im Amtsgericht Kamen trafen sämtliche Beteiligte aufeinander.

Etwa drei Stunden dauerte der Prozess, in dem sich Vater und Sohn wegen Körperverletzung verantworten mussten. Anhand ihrer Aussagen und der Angaben einiger Zeugen, versuchte das Gericht, die Geschehnisse des 26. Januar vergangenen Jahres zu rekonstruieren.

Vater und Sohn an Schlägerei beteiligt

Die Staatsanwaltschaft warf dem 45 Jahre alten Vater aus Lünen vor, einen Jugendlichen gegen die Wand gedrückt, gewürgt und mit der Faust ins Gesicht geschlagen zu haben. Einen Geschädigten soll der Angeklagte ebenfalls heftig attackiert und dabei dessen Brille zerstört haben. Der angeklagte Sohn, 23 Jahre alt, soll einen dritten Mann zu Boden geworfen haben, sodass der mit dem Hinterkopf aufschlug. Gemeinsam soll das Duo einen Jugendlichen gewürgt und geschlagen haben.

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Der Vater erklärte, Auslöser des Tumults seien an ihn gerichtete Beleidigungen seitens eines Jugendlichen gewesen. Daraufhin habe er den jungen Mann geschubst, woraufhin dieser sofort zugeschlagen habe. Auf Nachbohren gab der Vater zu, die Jugendlichen mit Tipps zum Dartsspielen genervt zu haben. Im Laufe der Auseinandersetzung habe er einen der Beteiligten gegen die Wand gedrückt. Gewürgt habe er aber niemanden. Sein Sohn gab an, nur dazwischen gegangen zu sein, konnte aber nicht ausschließen, jemanden mit den Ellenbogen getroffen zu haben.

Angeklager war schon einmal verurteilt worden

Die Geschädigten sagten großteils übereinstimmend aus, der Vater sei ziemlich aggressiv gewesen. Ein Gegen-die-Wand-Drücken mit anschließenden Schlägen ins Gesicht konnten nahezu alle bezeugen. Und auch, dass der Sohn einen Jugendlichen zu Boden geschubst hatte. Zu den vorgeworfenen, gemeinsamen Schlägen, die Vater und Sohn abstritten, konnten die Zeugen nichts sagen.

Wie sich herausstellte, war der Vater im März wegen tätlichen Angriffs gegen Vollstreckungsbeamte zu 6000 Euro Geldbuße verurteilt worden, hatte aber Berufung eingelegt.

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Diese nahm er nun zurück und akzeptierte damit die hohe Geldstrafe. Im Hinblick darauf stellte das Gericht das aktuelle Verfahren gegen den 45-Jährigen vorläufig gegen eine Zahlung von jeweils 1000 Euro an zwei der Geschädigten und weiteren 1000 Euro an die Gerichtskasse ein. Das Verfahren gegen den Sohn wurde ohne Auflagen eingestellt.

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