„I did it my way“: Vater des Manuka-Honigs über sein Erfolgsrezept und neue Pläne

dzReinhard Kuhfuß im Ruhestand

Reinhard Kuhfuß ist ein Abenteurer, der die Füße nicht still halten kann. Der Unternehmer brachte den Manuka-Honig nach Bergkamen. Nun ist Kuhfuß im Ruhestand. Mit Ruhe hat der aber wenig zu tun.

Bergkamen

, 20.11.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 3 min

„Man kann nicht alles richtig machen, aber man kann das Richtige machen. Und ich bin überzeugt davon, dass ich das getan habe.“ Wenn Reinhard Kuhfuß auf die vergangenen Jahre zurückblickt, dann ist er zufrieden. Ob er etwas anders gemacht hätte, wenn er heute auf die Anfänge seiner Unternehmerkarriere blickt? „Wenn Sie ein Geschäft betrachten, dann wissen Sie, dass man bestimmte Dinge hätte anders machen können, aber das weiß man eben erst hinterher.“ Kurzum also: Nein.

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Eine Antwort, die wohl zu erwarten war. Schließlich ist das Neuseelandhaus zum Erfolgsunternehmen herangewachsen. Was mit dem Verkauf von neuseeländischen Möbeln und Souvenirs in einem kleinen Holzhaus an der Werner Straße begann, ist mittlerweile ein große Firma mit Lagerhallen und einem stetig wachsenden Team.

Reinhard Kuhfuß weiß, dass das Neuseelandhaus in guten Händen ist

Ein Team, bei dem Kuhfuß das Unternehmen in guten Händen weiß. Denn nachdem der 67-Jährige die Geschicke des Unternehmens zuletzt noch als Geschäftsführer lenkte, ist er vor kurzem in den Ruhestand gegangen. Traurig ist er darüber nicht, denn er weiß, dass die Firma auf einem Erfolgskurs ist, von dem sie nicht mehr so einfach abzubringen ist.

Angefangen hat die Geschichte des Neuseelandhauses mit einem Holzhaus, in dem neuseeländische Möbel und Souvenirs verkauft wurden. Dann kristallisierte sich der Manuka-Honig heraus, der für das Unternehmen zum Erfolgsgarant wurde.

Angefangen hat die Geschichte des Neuseelandhauses mit einem Holzhaus, in dem neuseeländische Möbel und Souvenirs verkauft wurden. Dann kristallisierte sich der Manuka-Honig heraus, der für das Unternehmen zum Erfolgsgarant wurde. © Stefan Milk

Im Bereich Marketing und Vertrieb seien studierte, talentierte und motivierte junge Menschen dabei, den Manuka-Honig noch bekannter und leichter zugänglich zu machen. Kuhfuß freut sich schon jetzt darauf, den Honig bald mehr in der Werbung und auch in Supermarktregalen zu sehen. „Das macht mich beim Ausscheiden unheimlich zufrieden. Ich kann sagen: Wir haben es angefangen und hätten es alleine so nicht weiter betreiben können.“ Was Kuhfuß und seine Frau als One-(Wo)man-Show begonnen haben, wächst nun erfolgreich weiter.

Gibt es ein Erfolgsrezept für Unternehmer?

Doch freilich sind besonders die Anfänge das, worauf es bei einem erfolgreichen Unternehmen ankommt. Wie also hat Kuhfuß das Fundament für den Erfolg, der in den vergangenen Jahre geerntet werden konnte, erschaffen? Mit einem einzelnen Erfolgsgeheimnis, das Kuhfuß jungen Unternehmern als Tipp mit auf den Weg geben kann, ist es nicht getan. Es gehört schon etwas mehr dazu.

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Einerseits ist es laut Kuhfuß wichtig, mit den Kunden zu kommunizieren und sich ihr Feedback zu Herzen zu nehmen. In den letzten Jahren habe er dadurch ständig etwas Neues über den Honig und seine Wirkungen erfahren. Es gab sogar einen Kunden, der behauptet habe, dass der Manuka-Honig ihm dabei geholfen habe, seine Corona-Erkrankung durchzustehen. Wissenschaftlich bewiesen ist das zwar nicht, aber das Beispiel zeigt, dass längst noch nicht alle Wirkungen und Anwendungsbereiche erforscht sind und es immer weitergeht – und die Kunden spielen dabei eine große Rolle.

„I did it my way“

Ein anderes Mittel für den Erfolg ist für Kuhfuß die richtige Einstellung und dazu zählen vor allem drei Zutaten: Mut, Durchhaltevermögen und das Annehmen von Ratschlägen. „Man sollte auf andere Leute hören, vor allem wenn sie Erfahrung haben. Aber auch nicht alles glauben“, sagt Kuhfuß. „Am Ende sollte man seinen eigenen Weg gehen. Ich habe es gemacht wie Sinatra: „I did it my way“.

Man habe ihm oft vorgehalten, mit dem Kopf durch die Wand zu wollen. „Dabei hab ich mir natürlich Beulen und Wunden zugezogen, aber dann startet man eben noch einmal bei Null. Mit einer Portion Antrieb und Sturheit.“

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Aufgeben war für Kuhfuß keine Option. Und auf die Bremse treten schon gar nicht. Das gilt auch für den Ruhestand, in dem er sich jetzt zumindest offiziell befindet. Denn von Ruhe und von stehen bleiben kann bei den Plänen, die Kuhfuß für die nächste Zeit noch hat, wahrlich nicht die Rede sein kann.

Reinhard Kuhfuß hat viel erlebt und noch einiges vor sich

„Ich bin ein Abenteurer“, sagt er. Und das ist neben der Gewissheit, dass das Unternehmen in guten Händen ist, auch ein Grund dafür, warum er zufrieden ist und nicht wehmütig oder traurig. Das Neuseelandhaus ist zwar ein wichtiger Teil seiner beruflichen Laufbahn, aber der 67-Jährige kann noch auf viele andere Stationen zurück- und hinblicken.

Reinhard Kuhfuß ist mittlerweile im Ruhestand, aber der Manuka-Honig wird weiter eine Rolle in seinem Leben spielen. Er wohnt nur einen Steinwurf von der Firma entfernt, deren Gebäude er noch besitzt. Außerdem gibt er für die Mitarbeiter noch Fortbildungen.

Reinhard Kuhfuß ist mittlerweile im Ruhestand, aber der Manuka-Honig wird weiter eine Rolle in seinem Leben spielen. Er wohnt nur einen Steinwurf von der Firma entfernt, deren Gebäude er noch besitzt. Außerdem gibt er für die Mitarbeiter noch Fortbildungen. © Stefan Milk

Kuhfuß war unter anderem Beamter bei der Deutschen Bahn, wechselte dann in den Konzern, verkaufte Versicherungen, gründete das Neuseelandhaus und in der Immobilienbranche ist er ebenfalls aktiv. In den kommenden Jahren möchte er sich auf diesen Bereich fokussieren. Neben den Firmengebäuden, die er besitzt und vermietet, ist Kuhfuß zusammen mit anderen Familienmitgliedern auch Eigentümer anderer Immobilien und plant schon die nächsten Bauprojekte.

Reinhard Kuhfuß kann und will die Füße auch im Ruhestand nicht stillhalten. So außergewöhnlich wie sein Berufsleben war, wird auch seine Zeit als Rentner sein. Und doch ist er irgendwo auch ein ganz normaler Ruheständler, der sich jetzt mehr Zeit nehmen wird für sein Gewächshaus, Sport und die Gesundheit. Und auch ein Reinhard Kuhfuß genießt es, ausschlafen zu können, und Aufgaben ohne Druck und mit mehr Ruhe zu erledigen. Es darf nur eben nicht zu viel Ruhe sein.

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