Unterwegs auf der Römer-Lippe-Route: So gut werden die Radfahrer in Bergkamen versorgt

dzBilanz der Radsaison

Die Römer-Lippe-Route spült viele Übernachtungsgäste nach Bergkamen. Die Stadt wünscht sich noch mehr Unterkünfte für die Radfahrer. Doch sie müssen besondere Kriterien erfüllen.

Bergkamen

, 12.10.2019, 09:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Es sind viele“, sagt Lena Kersten. Sie ist Pächterin des Gasthauses Marina Nord und nimmt Radfahrer, die zum Beispiel auf dem Römer-Lippe-Radweg unterwegs sind, bei sich auf. Für die Tagesgäste hat sie ein spezielles, reichhaltiges Radfahrfrühstück zusammengestellt, Radlerhütten eingerichtet und ein Erste-Hilfe-Set bereitstehen, falls der Reifen mal platt ist.

Neben Kerstens Gasthaus sind auch das Gästehaus Ökologiestation und der Wohnmobilstellplatz am Hafen offizieller Partnerbetrieb für die Route. Sie erfüllen Kriterien wie Trockenmöglichkeiten für Kleidung und Ausrüstung, bereitliegendes Informationsmaterial und die Möglichkeit, nur eine Nacht zu bleiben.

„Die Partner profitieren von der Zertifizierung“, sagt Simone Reichert von der Stabsstelle Wirtschaftsförderung, Tourismus. Sie würde sich freuen, wenn noch mehr Partner dazukommen. Wer eine Unterkunft und Interesse daran hat, kann sich bei ihr unter Tel. (02307) 965 229 informieren.

In einer Broschüre der Ruhr Tourismus GmbH (RTG) sind nicht nur Unterkünfte aufgeführt, sondern auch Sehenswürdigkeiten der einzelnen Orte, durch die der Radweg führt. In Bergkamen sind das die Marina und der Römerpark.

Die Stadt arbeite eng mit der RTG zusammen, sagt Reichert. Es gebe regelmäßig Treffen. Auch Barrierefreiheit war ein wichtiges Thema. „Alle Städte haben Infos geliefert, zum Beispiel über barrierefreie Toiletten und Unterkünfte“, sagt Reichert. Menschen mit Behinderungen, die sich auf die Route begeben wollen, können sich vorher genau über die Route informieren und auch erfahren, wo es etwa Steigungen gibt – „zum Beispiel am Kanal.“

Bilanz für die Radsaison 2019

„Im Rahmen des Projekts zur Barrierefreiheit wurde die Strecke von Herbst 2016 bis zum 30. September 2019 speziell auf die Bedürfnisse von Menschen mit körperlichen Einschränkungen sowie von Senioren und Familien mit kleinen Kindern angepasst“, so die RTG in ihrem Abschlussbericht für die Radsaison 2019. Als krönenden Abschluss des Projekts nennt sie die urkundliche „Reisen für Alle“-Zertifizierung, die die Römer-Lippe-Route als erster deutscher Fernradweg vom Deutschen Seminar für Tourismus (DSFT) Berlin erhielt.

Die Zahlen, die das Unternehmen zudem veröffentlicht, spiegeln das wider, was auch Lena Kersten in ihrem Gästehaus beobachtet hat: Die Route kommt gut an und wurde im Sommer gerne befahren. 190.000 Tagesausflügler wurden gezählt, die mit durchschnittlichen Tages-Ausgaben von 19,50 € insgesamt 3,7 Millionen Euro rund um die gesamte Römer-Lippe-Route investierten. Wie viel Spaß die Radfahrer in dieser Saison auf der Strecke hatten, beobachtete Kersten gerne. „Es ist schön dabei zuzusehen, wie sie beim Frühstücken ihre Strecke planen.“

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