Unterschätzte Naturschützer: Bergkamens Kleingärtner kämpfen gegen das Insektensterben

dzKleingartenverein „Im Krähenwinkel“

Der Kleingartenverein "Im Krähenwinkel" feiert sein diesjähriges Sommerfest. Dabei wird auch deutlich, dass Kleingärten einen großen Beitrag zum Insektenschutz leisten.

von Annika Schulte

Bergkamen

, 04.08.2019, 14:03 Uhr / Lesedauer: 2 min

Kleingärten sind nicht nur gut für ihre Besitzer, sondern auch für die Natur – das beweisen die Mitglieder des Kleingartenvereins "Im Krähenwinkel" in Bergkamen. Sie feierten am Samstag ihr Sommerfest mit vielen Besuchern und Gartenfreunden aus der Umgebung. Die Gäste erfuhren bei der Gelegenheit auch, wie die Kleingärtner sich für die Natur einsetzen.

"Es freut mich, dass wieder so viele Menschen gekommen sind", sagt der Vorstandsvorsitzende Michael Ludwig. "Und heute Abend wird auch wieder ordentlich getanzt", prophezeit er zu Beginn des Festes. Ludwig ist seit 1996 Mitglied im Verein und seit 2001 Vorsitzender. Für ihn ist der Kleingarten, der 50 Parzellen umfasst, etwas Besonderes. "Man lernt hier immer neue Menschen kennen", erzählt er. "Und ich bin sehr zuversichtlich für die nächsten Jahre, denn die Anlage hier ist wirklich schön." Damit meint er nicht nur die Gärten, sondern auch die Harmonie unter den Mitgliedern, die auch bei dem Sommerfest großes Engagement zeigen und mithelfen.

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Blumen, Gemüse und Insektenhotels im Kleingarten

Warum Kleingärten denn nun gut für die Natur sind, wird klar, sobald man einen der reichlich bepflanzten Gärten betritt. Ein Beispiel hierfür ist der Garten von Anita und Norbert Gloger-Schülzky.

„Für mich ist der Garten ein Geschenk und wir versuchen, so gut wie es geht mit der Natur zu leben. Außerdem liebe ich die Vielfalt hier.“
Norbert Gloger-Schülzky, Kleingartenbesitzer

Das Ehepaar bewirtschaftet den über 400 Quadratmeter großen Garten seit 13 Jahren und hat in dieser Zeit so einiges angepflanzt. Es gibt Obst und Gemüse, verschiedene Gewürze und bunte Blumen – diese sind wichtig für Bienen und andere Insekten. "Wir haben aber auch ein selbst gebautes Insektenhotel", erzählen die beiden stolz. Das Bienensterben ist ein Thema, das auch Michael Ludwig am Herzen liegt. "Kleingärten leisten in diesem Bereich so einen großen Beitrag, doch das wird meist kaum wahrgenommen", findet er.

Unterschätzte Naturschützer: Bergkamens Kleingärtner kämpfen gegen das Insektensterben

Auf dem Sommerfest des Kleingartenvereins Krähenwinkel ist die Stimmung ausgelassen. © Stefan Milk

Seltene Vögel fühlen sich in der Anlage wohl

Doch die Gloger-Schülzkys helfen nicht nur den Bienen. Auch allerhand Vögel und Schmetterlinge sind in ihrem Garten willkommen. Für die Vögel haben sie Nistkästen montiert. Daher gibt es bei ihnen Buntspechte und Zaunkönige, sogar der eher seltene Schwalbenschwanz stattete ihnen einen Besuch ab. "Wir hatten einmal fünf Igeljunge", erinnert sich Anita Gloger-Schülzky. "Man entdeckt hier immer wieder etwas Neues", fügt ihr Ehemann hinzu. "Für mich ist der Garten ein Geschenk und wir versuchen, so gut wie es geht mit der Natur zu leben. Außerdem liebe ich die Vielfalt hier."

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Gemüse aus dem eigenen Garten schmeckt besser

Diese Vielfalt zeigt sich auch im Obst- und Gemüseanbau der beiden. Da es von Äpfeln bis hin zu Zucchinis fast alles gibt, wird es überflüssig, Gemüse im Supermarkt einzukaufen. "Das Gemüse aus dem Garten ist auch viel besser als aus dem Supermarkt", sagt Norbert Gloger-Schülzky. Ihm ist es wichtig, das der Garten naturbelassen bleibt. Darum verwendet er auch keinen künstlichen Dünger, was wiederum der Umwelt zugute kommt. Beim Anbau probiert er aber auch gerne etwas Neues aus, zum Beispiel einen mehrschichtigen Kartoffelanbau im Topf, denn in den Beeten war einfach kein Platz mehr. "Ich bin schon sehr gespannt, ob und wie es funktioniert", so Gloger-Schülzky.

Grüne Gärten trotz Dürre: So funktioniert‘s

Obwohl die Hitzewelle und die lange Trockenheit den Kleingärtnern Probleme bereiten und einige Blumen die Köpfe hängen lassen, sind die meisten Rasen und Beete grün. "Wenn man sich auf das Klima einstellt, im Vorfeld die richtigen Maßnahmen ergreift und immer viel wässert, bekommt man das Problem gut in den Griff", erklärt Michael Ludwig. Gloger-Schülzky verrät außerdem, wie man das Gras am besten vor Verbrennungen schützt. "Man sollte immer ein paar Zentimeter mehr stehen lassen und kann im Sommer den Rasenschnitt auch liegen lassen", empfiehlt er. Dann stehe einem grünen Gartenparadies nichts mehr im Wege.

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