Unfall auf der Erich-Ollenhauer-Straße: Nach der Kollision schlägt der Autofahrer zu

dzGericht

Nach einem Wendemanöver kollidierte ein Autofahrer auf der Erich-Ollenhauer-Straße mit einem Lastwagen. Anschießend griff der den Laster-Fahrer an. Das führte ihn jetzt vor Gericht.

von Jana Peuckert

Bergkamen

, 03.02.2020, 10:20 Uhr / Lesedauer: 2 min

Als waghalsiges Wendemanöver bezeichnete die Vertreterin der Staatsanwaltschaft im Amtsgericht Kamen die Aktion, die der Angeklagte am 2. September vergangenen Jahres auf der Erich-Ollenhauser Straße in Bergkamen gestartet hatte.

1500 Euro Geldstrafe wegen fahrlässiger und vorsätzlicher Körperverletzung und sechs Monate Sperre zur Wiedererlangung der Fahrerlaubnis brachte dem 34-Jährigen der Vorfall ein.

Unfallfahrer bringt Kinder zur Schule

Der Angeklagte erklärte im Gericht, drei seiner Kinder zur Schule habe fahren wollen. Dabei hätte er eine Einfahrt verpasst. Also habe er drehen wollen. In etwa 150 Metern Entfernung habe er den 7,5-Tonner des späteren Unfallgegners gesehen. Als er während des Umkehrens quer auf der Fahrbahn gestanden habe, sei ihm der Lkw in die Seite gefahren. Seine Kinder hätten sofort angefangen, zu weinen. Und auch er selbst habe unter Schock gestanden.

Weil der Lkw-Fahrer nicht ausgestiegen sei, sei er zu ihm gegangen und habe die Tür aufgemacht. Er habe auch zugeschlagen, aber nicht wie von der Staatsanwaltschaft vorgeworfen mit der Faust ins Gesicht, sondern nur gegen den Oberkörper.

Lkw-Fahrer gibt glaubwürdige Aussage ab

Das widerlegte der Lkw-Fahrer mit einer glaubhaften Zeugenaussage. Der 60-Jährige gab an, der Angeklagte sei sehr aufgebracht gewesen. Um eine Eskalation zu vermeiden, sei er selbst in seinem Wagen sitzen geblieben – ohne Erfolg. „Der Wagen (des Angeklagten) stand quer vor mir. Ich habe leider nicht geschafft, zu bremsen. Kurze Zeit später kam der Fahrer, ist um mein Auto rum, hat die Tür aufgerissen und mir ins Gesicht geschlagen“, erklärte der Bergkamener.

Er wurde unter Schock mit einem Blutdruck von 180 zu 110 ins Krankenhaus gebracht. Der Schlag habe aber keine Schmerzen verursacht, so der 60-Jährige. Dennoch erfüllte der Vorgang den Straftatbestand der vorsätzlichen Körperverletzung. Den Schock und den damit verbundenen hohen Blutdruck des Geschädigten, wertete der Richter als fahrlässige Körperverletzung.

Vorstrafen hat der Angeklagte keine. Das wirkte sich positiv auf die Urteilsfindung aus. Ebenfalls für den Bergkamener sprach die Entschuldigung, die der 34-Jährige an den Lkw-Fahrer gerichtet vorbrachte: „Ich bin kein Schlägertyp. Ich schäme mich.“

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