Umstrittener neuer Netto in Weddinghofen könnte vor Gericht landen

dzEinkaufen in Bergkamen

Vermutlich wird letztlich das Verwaltungsgericht entscheiden, ob der umstrittene Netto-Markt in Weddinghofen gebaut werden darf. Vor einem Urteil gibt es erst einmal einen Ortstermin.

Bergkamen

, 18.07.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ob es tatsächlich zu einer Gerichtsverhandlung über die Pläne für einen neuen Netto-Markt am Häupenweg in Weddinghofen kommt, steht noch nicht fest. Diese Entscheidung obliegt dem Verwaltungsgericht Gelsenkirchen. Ob es die Klage einer Anliegerin zulässt, hängt von der Begründung ab – und von der Stellungnahme der Stadt Bergkamen dazu.

Die ist in diesem Fall die Beklagte, weil sie den Bauherren eine positive Antwort auf deren Bauvoranfrage erteilt hat. Die Klagebegründung liegt im Rathaus inzwischen vor, die Stellungnahme ist in Arbeit, berichtet Baudezernent Dr. Hans-Joachim Peters auf Anfrage.

Geht es nach den Plänen von Netto, zieht der Supermarkt in Bergkamen-Weddinghofen  von der Schulstraße an den Häupenweg.

Geht es nach den Plänen von Netto, zieht der Supermarkt von der Schulstraße an den Häupenweg. © Stefan Milk

Er rechnet damit, dass das Gericht als nächsten Schritt einen Berichterstatter an den Häupenweg entsenden wird, um sich dort ein eigenes Bild zu machen. Zu dem Ortstermin werden die Klägerin sowie Vertreter der Stadt eingeladen.

Der Netto-Neubau ist in Weddinghofen umstritten

Möglicherweise, so Peters, würden auch die Bauherren dazu kommen. Auch wenn sie an dem verwaltungsrechtlichen Verfahren gar nicht beteiligt sind. Der Architekt Bastian Geise plant auf dem unbebauten Feld zwischen dem Wellenbadparkplatz und der Straße Im alten Dorf einen Neubau, in den der Netto von der Schulstraße sowie ein Trinkgut-Getränkemarkt ziehen soll.

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Das Projekt ist in Weddinghofen umstritten. Umweltschützer und die Grünen beklagen den Flächenverbrauch durch den Neubau.

Peters allerdings macht keinen Hehl daraus, dass er auf Seiten derjenigen steht, die wie die Weddinghofener SPD den Netto-Umzug befürworten, weil der die Einkaufssituation in Bergkamen verbessere.

Umweltschützer sorgen sch um die Steinkäuze. Sie nisten auf der Fläche, neben der der neue Netto in Bergkamen-Weddinghofen gebaut werden soll.

Umweltschützer sorgen sich um die Steinkäuze. Sie nisten auf der Fläche, neben der der neue Netto in Weddinghofen gebaut werden soll. © privat

Einer möglichen Gerichtsverhandlung sieht Peters offenbar gelassen entgegen. In der Klagebegründung habe er keine Argumente gefunden, die ihn überrascht hätten. Zudem ist der Dezernent überzeugt, dass der Bauvorbescheid aus dem Rathaus Bestand hat: „Wenn er nicht legal wäre, hätten wir ihn nicht verlassen.“

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Noch gibt es keine Baugenehmigung

Nun wäre der neue Netto nicht das erste Projekt, das durch ein Verwaltungsgerichtsverfahren verhindert oder zumindest verzögert würde. Darauf setzen vermutlich die Bebauungsgegner.

Sie fürchten um die Steinkäuze, die auf dem Feld hinter der potenziellen Baufläche nisten. Um deren Wohl allerdings müsse nicht unbedingt vor Gericht gestritten werden, meint Peters. Der neue Netto benötigt noch eine Baugenehmigung der Stadt: Der Artenschutz sei einer der Belange, die dabei beachtet werden müssten, so Peters.

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