Sechsspuriger Ausbau der A1 führt zu Umleitungen in Overberge und Rünthe

dzAutobahn-Ausbau

Wenn die A1 zwischen Werne und dem Kamener Kreuz breiter wird, müssen 16 Brücken erneuert werden. Menschen aus Rünthe und Overberge erwarten mit den Baustellen auch zahlreiche Umleitungen.

Bergkamen

, 22.07.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Planfeststellungsverfahren zum Ausbau der A1 im Bereich Bergkamen ist einen Schritt weiter gekommen. Damit rückt auch der Baubeginn für den sechsspurigen Ausbau der Autobahn näher, auch wenn der Landesbetrieb Straßen NRW sich noch nicht auf einen Termin zum Baubeginn festlegen will.

Dazu sei die Zahl der Einwendungen zu hoch, die zu der Planung eingegangen sind, sagt Projektleiter Roland Krumm von Straßen NRW in Coesfeld. Nach seinen Angaben hat es über 100 Einwendungen und Anregungen gegeben, die von der Landesbehörde abgearbeitet werden müssen.

Auch die Brücke Landwehrstraße, die über die Autobahn Richtung Hamm führt, ist zu schmal. Sie wird abgerissen und neu gebaut.

Auch die Brücke Landwehrstraße, die über die Autobahn Richtung Hamm führt, ist zu schmal. Sie wird abgerissen und neu gebaut. © Stefan Milk

16 von 18 Brücken müssen komplett erneuert werden

Wenn der Bau beginnt, müssen sich vor allem die Bewohner des Bergkamener Ostens – aus Rünthe und Overberge – auf diverse Umleitungen und Verkehrsbehinderungen gefasst machen. Auf dem Stück A1 zwischen der Anschlussstelle Hamm-Bockum/Werne und dem Kamener Kreuz gibt es insgesamt 18 Bauwerke – Brücken, Überführungen und Unterführungen. Nur eines von ihnen passt auch noch, wenn die Autobahn um zwei Spuren breiter wird. Ein Bauwerk muss nur etwas verlängert werden. Die anderen 16 müssen im Prinzip komplett erneuert oder neu gebaut werden.

Mindestens ein Weg nach Hamm soll offen bleiben

Darunter sind beispielsweise auch die Brücke an der A1-Auffahrt in Rünthe (Ostenhellweg/Dortmunder Straße) und die Überführung Landwehrstraße. „Wir werden aber nicht an allen gleichzeitig bauen“, versichert Krumm. Mindestens ein Weg in Richtung Hamm soll immer offen bleiben.Die Baumaßnahmen müssen mit der Polizei und den betroffenen Kommunen abgestimmt werden, bevor sie beginnen. Dabei geht es auch um die Umleitungen, über die der Verkehr fließen soll.

Die Brücke über den Datteln-Hamm-Kanal muss nicht nur erneuert werden, weil die Autobahn verbreitert wird. Sie ist auch in die Jahre gekommen.

Die Brücke über den Datteln-Hamm-Kanal muss nicht nur erneuert werden, weil die Autobahn verbreitert wird. Sie ist auch in die Jahre gekommen. © Marcel Drawe

Brücken über Kanal und Lippe müssen auf jeden Fall erneuert werden

Die ersten Brückenbauwerke, die erneuert werden sollen, sind auch die größten: Die A1-Brücken über den Datteln-Hamm-Kanal und über die Lippe. Die beiden Brücken müssen sogar ganz unabhängig vom Autobahnausbau erneuert werden. Sie sind mittlerweile so alt, dass sie ausgetauscht werden müssen, erklärt der Projektleiter.

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Auch die Rastplätze auf dem Autobahnstück sollen deutlich verändert werden. Der Rastplatz „Haus Reck“ kurz hinter dem Kamener Kreuz in Fahrtrichtung Bremen beispielsweise soll deutlich vergrößert werden, damit dort unter anderem mehr Lkw Platz finden. Dafür soll der direkt gegenüberliegende Rastplatz „Overberger Busch“ auf der Bergkamener Seite der Autobahn in Fahrtrichtung Köln komplett wegfallen.

Der Rastplatz Overberger Busch soll komplett wegfallen. Um ihn bei der Verbreiterung zu verlegen, müsste Wald gerodet werden.

Der Rastplatz Overberger Busch soll komplett wegfallen. Um ihn bei der Verbreiterung zu verlegen, müsste Wald gerodet werden. © Marcel Drawe

Rastplatz fällt weg aus Rücksicht auf den Wald

Um ihn zu vergrößern oder im Zuge des Autobahnausbaus zu verlegen, müsste Wald gefällt werden, erläutert Krumm. „Der Wald hat eine größere Wertigkeit. Er ist deutlich schutzwürdiger als ein Acker“, erklärt der Projektleiter.Er geht davon aus, dass die Einwendungen bis zum kommenden Jahr bearbeitet sind und die Bezirksregierung, die das Planfeststellungsverfahren betreibt, den Erörterungstermin anberaumen kann.

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Wie schnell es dann weitergeht hängt davon ab, ob dabei alle Einwender zufriedengestellt werden können. Wenn es zu einer Klage kommt, kann das den Autobahnausbau noch einmal deutlich verzögern.

Eines ist aber jetzt schon sicher: Das Verfahren betreibt dann nicht mehr Straßen NRW. Die neu gegründete „Autobahn GmbH“, Niederlassung Westfalen, mit Sitz in Hamm soll den Ausbau der A1 ab dem 1. Januar 2021 übernehmen. Bisher hatte den Ausbau komplett vom Autobahnkreuz Lotte/Osnabrück bis zum Kamener Kreuz die Straßen NRW-Niederlassung in Coesfeld betrieben.

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