Übung für den Ernstfall: Scheunenbrand mit Verletzten in Weddinghofen

dzFeuerwehr Bergkamen

Bei Bränden ist die Einheit Weddinghofen der Feuerwehr Bergkamen zur Stelle. Damit im Ernstfall alles klappt, müssen die Feuerwehrleute regelmäßig üben - wie jetzt auf dem Hof Kemper.

von Annika Schulte

Weddinghofen

, 10.08.2019, 13:36 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dichter Rauch steigt aus der Scheune des Hofes Kemper in Weddinghofen auf, Besitzer Bernd Kemper läuft aufgeregt der gerade ankommenden Feuerwehr entgegen. Vier Personen befinden sich in der brennenden Scheune, darunter Kinder, meldet er dem eingetroffenen Gruppenleiter.

Doch zum Glück ist die Ursache des Rauches gar kein Feuer, sondern eine Nebelmaschine und der Einsatz nur eine Übung der Einheit Weddinghofen der Freiwilligen Feuerwehr Bergkamen, die regelmäßig Übungen in Bergkamen und Umgebung durchführt.

Übung für den Ernstfall: Scheunenbrand mit Verletzten in Weddinghofen

Die Übungen werden möglichst realistisch gestaltet. Für den „Rauch“ sorgt eine Nebelmaschine. © Stefan Milk

Fehler erkennen und vermeiden

Ziel der Übungen ist es, verschiedene Situationen zu trainieren, Fehler zu erkennen und zu vermeiden. „Deshalb versuchen wir, alles so realistisch wie möglich darzustellen. Im Anschluss gibt es dann auch eine Manöverkritik vor Ort“, erklärt Nils Koch, einer der drei Übungsleiter. Sie beobachten auch, ob alles nach Plan läuft.

„Geplant haben wir die Übung etwa eine Woche vorher“, ergänzt Sven Koch. Heute sind zwei Fahrzeuge vor Ort, darunter eine Drehleiter und zwölf Feuerwehrleute. „Eigentlich sind wir 30 aktive Mitglieder in unserer Einheit“, so Koch. Da durch die Ferienzeit aber nicht alle vor Ort sind, muss ein wenig improvisiert werden. Für einen echten Einsatz dieser Größenordnung müssten auch deutlich mehr Leute anrücken.

Übung für den Ernstfall: Scheunenbrand mit Verletzten in Weddinghofen

Ziel der Übungen ist es, verschiedene Situationen zu trainieren und Fehler zu erkennen. © Stefan Milk

Nur die Übungsleiter wissen, was genau passiert

Damit trotzdem alles möglichst realitätsnah bleibt, wissen auch nur die Übungsleiter, was genau passiert. „Heute steht die Menschenrettung auf dem Plan, manchmal üben wir Pkw-Unfälle, Rohrbrüche oder suchen Vermisste“, sagt Koch.

Daher macht sich auch gleich ein Angriffstrupp bereit, ausgerüstet mit Schlauch und Atemschutz, um in der Scheune nach Verletzten zu suchen. Gleichzeitig gibt es den sogenannten Sicherungstrupp, der sich ebenfalls ausrüstet, um im Notfall eingreifen zu können. „Die eigene Sicherheit sollte immer gewährleistet sein“, betont Sven Koch.

Verstecke Gasflaschen in der Scheune

In der verrauchten Scheune warten jedoch nicht nur vier Verletzte - drei davon mit einer Rauchgasvergiftung - sondern auch versteckte Gasflaschen, welche aus der Scheune geholt werden müssen. Zusätzlich erschwert wird das Ganze durch in der Scheune herumliegende Arbeitsmaterialien und einen Traktor, der mitten im Raum steht.

Auf all diese Umstände müssen die Feuerwehrleute reagieren und den Gruppenführer informieren, der den Einsatz leitet. „In der Scheune ist es unübersichtlich“, erklärt Ramazan Özcelik. „Man muss sich mit der richtigen Suchtechnik vorantasten und nach Personen suchen.“

Übung für den Ernstfall: Scheunenbrand mit Verletzten in Weddinghofen

Freunde und Bekannte der Feuerwehrleute spielten die Verletzten. © Stefan Milk

Bekannte und Freunde spielen die Verletzten

Als Verletzte dienen bei dieser Übung Bekannte und Freunde, die kurz vor dem Eintreffen der Feuerwehr geschminkt und auf ihre Positionen in der Scheune geschickt wurden.

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Während alle Verletzten aus der Scheune gebracht und anschließend betreut werden, wird die Drehleiter ausgefahren und der Schlauch ausgerollt, denn das Nachbargebäude muss vor einem Übergreifen der Flammen geschützt werden.

„Unsere Drehleiter ist sehr gefragt, denn es ist die einzige in der Umgebung. Deswegen fahren wir auch in benachbarte Orte“, sagt Nils Koch. Sollte es während der Übung zu einem richtigen Einsatz kommen, wird diese sofort abgebrochen und das Fahrzeug einsatzbereit gemacht.

Doch heute verläuft alles nach Plan und die Übung wird mit Erfolg beendet. „Dafür, dass wir so wenige sind, läuft es gut und ich bin echt stolz“, zeigt sich Ramazan Özcelik zufrieden.

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