Ein überraschendes Übergangsquartier für die Musikschule

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Der Wechsel der Musikschule auf das Burgschul-Grundstück verzögert sich. Umziehen wird sie dennoch. Das Kulturdezernat hat ein Ausweichquartier im Auge: An einem überraschenden Standort.

Bergkamen

, 23.12.2019, 12:42 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dass die Musikschule im neuen Jahr die Umzugskartons packen muss, ist schon länger klar. Wohin der Umzug führt, dürfte allerdings viele Musikschüler und -lehrer überraschen: Auf den Fakt Campus, die ehemalige Bergbauberufschule/das ehemalige TÜV-Bildungszentrum am Kleiweg in Weddinghofen.

Aussichtsreiche Gespräche mit der Fakt AG

Jedenfalls führt Kulturdezernent Marc Alexander Ulrich derzeit Gespräche mit der Fakt AG aus Essen, der der Gebäudekomplex gehört. Und offenbar sind die so vielversprechend, dass Musikschulleiter Werner Ottjes und seine Kollegen schon mal konkrete Umzugspläne schmieden können.

Ein überraschendes Übergangsquartier für die Musikschule

Bevor die Musikschule in den quadratischen Anbau an der Alisostraße ziehen kann, dauert es noch. © Stefan Milk

Ulrich hält zwar an dem Vorhaben fest, die neue Musikschul-Zentrale auf dem Gelände der früheren Burgschule in Oberaden anzusiedeln. Sie soll in einen quadratischen Altbau im hinteren Teil des Schulgeländes ziehen. Allerdings hat sich der Plan zerschlagen, sie bereits im so genannten Kubus unterzubringen, bevor der ebenfalls auf dem Areal geplante Neubau für die neue Jahnschule beginnt. Wie sich herausgestellt hat, hängt die Elektro- und Wasserversorgung sowie die Heizung des Kubus an dem Altbau der Burgschule - und der soll abgerissen werden, um Platz für die neue Grundschule zu schaffen, berichtet Ulrich: „Außerdem könnte es problematisch werden, Musikunterricht neben einer Großbaustelle anzubieten.“

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Preinschule braucht die Musikschule-Räume selbst

An ihren bisherigen Standorten in Oberaden kann die Musikschule aber auch nicht bleiben. Bisher nutzt die Musikschule Unterrichtsräume in der Preinschule. Die Grundschule an der Hermann-Straße benötigt die Zimmer allerdings selbst, weil ihre Offene Ganztagsschule (OGS) aus allen Nähten platzt. „Den OGS- und den Musikschulunterricht parallel anzubieten ist kaum praktikabel“, sagt Ulrich.

Ein überraschendes Übergangsquartier für die Musikschule

Die Musikschulverwaltung ist bisher in der alten Post neben dem Stadtmuseum untergebracht. © Stefan Milk

Auch für die Räume der Musikschulverwaltung gibt es Begehrlichkeiten. Sie befinden sich in der alten Post neben dem Stadtmuseum. Weil das im nächsten Jahr um- und ausgebaut wird, benötigt das Museum das Nachbargebäude für zusätzlichen Lagerraum.

Fakt-Campus ist für Musikunterricht geeignet

Deshalb kommt jetzt der Fakt-Campus ins Spiel. „Mit dem Umzug dorthin würden wir unserer Ziel erreichen, die Musikschul-Leitung und den Unterricht unter ein Dach zu holen“, sagt Ulrich. Allerdings wird die Musikschule auch weiterhin die Räume im Pestalozzihaus in Bergkamen-Mitte nutzen.

Ein überraschendes Übergangsquartier für die Musikschule

Die Stadt will auf dem Fakt-Campus am Kleiweg Räume für die Musikschule anmieten. © Stefan Milk

An dem Umzug von Oberaden nach Weddinghofen dürfte auch die Fakt-AG Interesse haben, schließlich stehen in ihrem Bildungszentrum noch ein ganze Reihe Räume leer. Weil sie sich in einem guten Zustand befinden und dort schon früher Unterricht abgehalten wurde, müssten sie für die Musikschule-Zwecke geeignet sein, meint Ulrich: „Und die Anbindung an den Öffentlichen Personennahverkehr ist am Fakt-Campus auch besser.“

Zwei Musikschul-Umzüge in drei Jahren

Der Kulturdezernent rechnet damit, dass sich die Musikschule etwas länger im Übergangsquartier am Kleiweg einrichten wird. Zwei bis drei Jahre werde sie dort schon bleiben, meint er. Auf diese Weise kommen auf die Musikschule zwar gleich zwei aufwendige Umzüge innerhalb einer relativ kurzen Zeitspanne zu.

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Aber angesichts der guten Rahmenbedingungen im Fakt-Campus hält Ulrich das für verkraftbar. An den Plänen, die Musikschule spätestens dann im „Kubus“ anzusiedeln, wenn die neue Jahnschule steht, hält der Kulturdezernent aber fest: „Wir wollen schon unser Eigentum nutzen und nicht dauerhaft zur Miete bleiben.“

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