Turmarkaden-Investor bietet der Stadt einen Kompromiss an

dzStreit um Einkaufszentrum

Das Tischtuch zwischen der Stadt und den Investoren, die auf dem Turmarkaden-Gelände ein Einkaufszentrum bauen wollen, ist noch nicht zerschnitten. Nun machen die Bauherren neue Vorschläge.

Bergkamen

, 26.06.2020, 17:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nachdem die Kommunalpolitik einen Strich durch die Pläne für ein Einkaufszentrum auf dem Turmarkaden-Gelände gemacht hat, bewegen sich die Investoren offenbar. „Wir sind bereit, auf die Wünsche der Stadt einzugehen und nunmehr zusätzlich zum Einzelhandel auch Wohnungen zu errichten und bestimmte Freiflächen zu schaffen“, teilte Peter Dietrich auf Anfrage mit. Er ist Geschäftsführer der Hilee GmbH, die das Einkaufszentrum gemeinsam mit der Interra AG bauen will.

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Das ursprüngliche Konzept sah ausschließlich Einzelhandel auf dem Areal gegenüber dem Rathaus vor. Nachdem der Hauptausschuss Anfang des Monats einen Bebauungsplan für das „Rathausviertel West“ in die Wege geleitet hatte, lässt sich dieses Vorhaben nicht mehr umsetzen.

Stadt und Investor sitzen nach wie vor an einem Tisch

Gleichwohl ist das Tischtuch zwischen den Investoren und der Stadt wohl noch nicht endgültig zerschnitten. Bürgermeister Roland Schäfer jedenfalls berichtet von „konstruktiven Gesprächen“ mit Interra und Hilee. Auch Dietrich betont: „Wir sitzen ja weiterhin am selben Tisch mit der Stadt.“ Allerdings gibt es offenkundig unterschiedliche Vorstellungen über die Vorgehensweise.

Der Investor kann sich inzwischen vorstellen auf dem Grundstück gegenüber dem Rathaus in Bergkamen Wohnungen zu bauen.

Der Investor kann sich inzwischen vorstellen auf dem Grundstück gegenüber dem Rathaus Wohnungen zu bauen. © Michael Dörlemann

Schäfer kündigte an, die Investoren in das Bebauungsplanverfahren einbinden zu wollen. Wenn alle Beteiligten mitspielten, könnte der Plan schon nach eineinhalb bis zwei Jahren rechtsgültig sein. Das aber geht Dietrich offenbar nicht schnell genug. Er befürchte, dass bei der Bauleitplanung jahrelange Zeit verspielt werde, schreibt er.

Der Investor will einen städtebaulichen Vertrag

Deshalb strebt Dietrich an, kurzfristig einen städtebaulichen Vertrag mit der Stadt abzuschließen, in dem die Pläne für das Turmarkaden-Areal festgeschrieben werden. Dietrich bietet an, in diesem Vertrag „auf unsere Schadenersatzansprüche gegen die Stadt vollumfänglich zu verzichten“. Eine entsprechende Klage hatten Anwälte der Investoren in einem Schreiben an die Stadt angedroht. Bisher habe das Rathaus noch nicht darauf geantwortet, so Dietrich.

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Gleichwohl setzten die Investoren weiter auf den Dialog und sehen den städtebaulichen Vertrag als einen möglichen Kompromiss an. Wie Dietrich mitteilt, haben Hilbee und Interra der Stadt drei konkrete Vorschläge dazu unterbreitet, wie „die Verwaltung ihre neuen Ideen auf unserem Grundstück“ umsetzen könnte. Nun warten sie auf die Antwort aus Bergkamen.

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