Turmarkaden-Fläche: Stadt und Eigentümer reden miteinander, auch über Einzelhandel

dzEinkaufszentrum

Die politische Mehrheit hat zwar die Pläne der Investoren für die Fläche des ehemaligen Einkaufszentrums Turmarkaden gestoppt. Das soll aber nicht das Ende des Einzelhandels bedeuten.

Bergkamen

, 19.06.2020, 14:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Als der Haupt- und Finanzausschuss vor einigen Tagen die Aufstellung eines Bebauungsplans für die Turmarkaden-Fläche beschlossen hat, schien es, als sei die Konfrontation zwischen Stadt und Investor endgültig eskaliert. Im nichtöffentlichen Teil der Sitzung mussten sich die Ausschussmitglieder mit einem Schreiben der Investoren befassen, in dem offenbar von Klage und Entschädigung die Rede war.

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Bürgermeister Roland Schäfer aber geht davon aus, dass es doch noch zu einer einvernehmlichen Lösung kommen kann. Das leitet er daraus ab, dass die Stadtverwaltung und die Investoren noch oder schon wieder im Gespräch sind. Es habe bereits mehrere Gespräche mit der Interra AG, die die Einzelhandelsflächen vermarkten will, und „Hilee B“ gegeben. Das ist das eigens gegründete Unternehmen, das für den Bau des eigentlich geplanten Einkaufszentrums zuständig ist. „Diese Gespräche verlaufen keinesfalls feindselig“, sagte der Bürgermeister.

Die Abrissarbeiten auf dem Gelände sind immer noch im Gange.

Die Abrissarbeiten auf dem Gelände sind immer noch im Gange. © Michael Dörlemann

Politische Mehrheit will kein reines Supermarkt-Center

Zu Streit zwischen Stadt und Investoren ist es gekommen, seit die beiden Unternehmen eine Bauvoranfrage für ihr „Hybrid-Center“ vorgelegt hatten. Dabei würde es sich nach Angaben von Stadt und Kommunalpolitik um ein reines Supermarktcenter ohne Aufenthaltsqualität handeln, das sie nicht will.

Schäfer will allerdings dem Eindruck vorbeugen, dass die Stadt überhaupt keinen Einzelhandel mehr an dieser Stelle will. „Er kann durchaus Teil des Konzepts sein“, sagte er.

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Er hoffe, dass die Stadt einen Bebauungsplan aufstellen kann, mit dem auch die Investoren, die zugleich Grundstückseigentümer sind, zufrieden sein können. Sie sollen intensiv in das Verfahren eingebunden werden, kündigte Schäfer an.

Bürgermeister stellt zügiges Verfahren in Aussicht

Dafür stellt er in Aussicht, dass das Verfahren ungewöhnlich zügig durchgeführt wird. Er geht davon aus, dass der Bebauungsplan schon nach eineinhalb bis zwei Jahren rechtsgültig sein kann – falls alle Beteiligten mitspielen.

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Er ließ jedoch auch keinen Zweifel daran, dass die Stadt nicht großflächigen Einzelhandel als einzige Nutzung auf der Turmarkaden-Fläche haben will. Neben Geschäften soll es zentrale Einrichtungen und einen Platz mit einer gewissen Aufenthaltsqualität geben. Außerdem möchte die Stadt auf einem Teil der Fläche auch Wohnungsbau.

Die Investoren haben bei der Stadt wohl auch gedrängt, das Grundstück zu kaufen. Davon sei keine Rede mehr, sagte der Bürgermeister.

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