Turmarkaden-Fläche soll zum „Berg-Karree“ werden – sogar mit einem kleinen Park

dzStadtmitte

Die Turmarkaden als ein großer Baukörper sind Geschichte. Auf dem Gelände soll es stattdessen vier Gebäude, einen großen Edeka-Markt, Kneipen und Restaurants und sogar einen kleinen Park geben.

Bergkamen

, 30.10.2020, 14:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wenn es darum geht, einen neuen Namen für ein Vorhaben zu finden, der irgendwie einen Bezug zu Bergkamen hat, sind der Phantasie offenbar keine Grenzen gesetzt. Noch vor zwei Jahren hatten die Investoren, die auf dem Gelände der ehemaligen Turmarkaden neu bauen wollen ein Projekt mit dem Namen „Berg Galerie“ geplant. Als daraus ein reines Supermarkt-Center werden sollte, zog der Stadtrat die Reißleine.

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Konsequenz daraus sind die neuen Pläne für das „Berg-Karree“ – ein Entwurf, der mit der ursprünglichen Planung nur noch das „Berg“ im Namen gemeinsam hat. „Wir haben die Kritik sehr ernst genommen“, sagte Architekt Dirk Eicker aus Halver, der dem Stadtrat einen völlig anderen Entwurf präsentierte. Auf der Fläche der ehemaligen Turmarkaden sollen vier Gebäudekomplexe entstehen.

Architekt Dirk Eicker (r.) stellte seinen neuen Entwurf im Stadtrat vor.

Architekt Dirk Eicker (r.) stellte seinen neuen Entwurf im Stadtrat vor. © Marcel Drawe

Bei drei der Komplexe soll es im Erdgeschoss Einzelhandel und Gastronomie geben, in den Obergeschossen sollen barrierefreie und zum Teil sogar rollstuhlgerechte Wohnungen entstehen. Der vierte Komplex ist als eine Art Gesundheitszentrum gedacht, mit Arztpraxen, einer Apotheke, einem Sanitätshaus und anderen medizinischen Einrichtungen.

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Wer in einigen Jahren von der Töddinghauser Straße ins „Berg-Karree“ geht, kommt auf in Fuß- und Radwegebereich mit einem Wasserlauf in der Mitte. Rechts auf der Ecke befindet sich das Gebäude mit einem großen Edeka-Markt im Erdgeschoss. Ansonsten befinden sich in den Erdgeschossen Cafés und Restaurants. Den Edeka-Markt soll das Unternehmen Stroetmann betreiben, das bereits mehrere Märkte in Münster und Umgebung hat.

Der Blick auf das Ärztehaus mit der Apotheke im Erdgeschoss.

Der Blick auf das Ärztehaus mit der Apotheke im Erdgeschoss. © 3dpixel

Geradeaus in Richtung Gedächtnisstraße sind drei weitere Gebäude zu sehen, zwei mit einem Drogeriemarkt und einem Händler für Textilien im Erdgeschoss. Nach links in Richtung Zentrumstraße geht es auf halber Strecke in einen kleinen Park, der rechts vom Ärztehaus flankiert wird. In den Obergeschossen der Gebäude befinden sich die insgesamt geplanten 155 Wohnungen, die eine Größe zwischen 55 und 95 Quadratmetern haben sollen.

„Wir haben die Kritik sehr ernst genommen.“
Dirk Eicker, Architekt

Die Parkplätze will Eicker auf einem Parkplatz zwischen Edeka und Drogeriemarkt unterbringen, auf dem etwa 150 Fahrzeuge Platz finden und in einer Tiefgarage. „Insgesamt sollen etwa 620 Stellplätze entstehen“, sagte der Architekt.

Auf fast der Hälfte der Bauflächen sollen Wohnungen entstehen

Er betonte, dass im neuen Entwurf das Wohnen deutlich im Vordergrund steht. In dem früheren Entwurf waren überhaupt keine Wohnungen vorgesehen. Jetzt sind die Flächen für den Einzelhandel von ursprünglich 20.000 auf 5.800 geschrumpft, für gastronomische Betriebe und Fitness sind 3000 Quadratmeter vorgesehen, für den Gesundheitssektor etwas über 4000 Quadratmeter. Insgesamt sollen auf 11.500 Quadratmetern Wohnungen entstehen.

Peter Dietrich von der Firma „Hilee B“, die das Projekt realisieren will, bestätigte, dass ein Edeka-Markt einzieht.

Peter Dietrich von der Firma „Hilee B“, die das Projekt realisieren will, bestätigte, dass ein Edeka-Markt einzieht. © Marcel Drawe

Nach Eickers Angaben sind noch Veränderungen in den Details möglich – zum Beispiel, wenn sich nicht genug Ärzte für das Ärztehaus finden. Dann könnten dort beispielsweise weitere Wohnungen entstehen.

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Bürgermeister Roland Schäfer wies Vorwürfe zurück, dass der große Edeka-Markt die Existenz des Kaufland-Markts auf der anderen Straßenseite der Töddinghauser Straße gefährde. Er habe sich auch gegen den viel größeren Wal Mart behauptet, sagte er.

Der Stadtrat stimmte wie angekündigt mit Mehrheit zu, die Bebauung des Geländes auf Basis dieses Entwurfs voranzutreiben.

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