Trunkenheitsfahrt kostet Geldstrafe und den Führerschein

dzGericht

Ein Bergkamener setzte sich im vergangenen Sommer betrunken ans Steuer. Das fiel einer Zeugin auf. Und deshalb wurde der Mann jetzt vom Gericht bestraft.

von Jana Peuckert

Bergkamen

, 21.12.2018 / Lesedauer: 3 min

Den Frust über eine stressige Woche bei der Arbeit wollte ein Bergkamener an einem Freitagabend im Juni mit Rotwein herunterspülen. Also genehmigte er sich ein paar Gläschen. Er hatte eigentlich nicht mehr vorgehabt, das Haus zu verlassen. Doch dann geriet er mit seinem Vater in einen Streit über Geld für eine Tierarztrechnung. „Die Situation hat mich überfordert. Ich habe gedacht, hol einfach Geld, dann ist Ruhe‘“, erklärte der 45-Jährige im Amtsgericht Kamen.

Dort war er gelandet, weil er sich ins Auto gesetzt hatte und zur Bank an der Schulstraße in Bergkamen gefahren war. Am Automaten war eine Frau auf den Angeklagten aufmerksam geworden. „Ich dachte erst, er ist krank, weil er gewankt und schwer geatmet hat“, berichtete die 25-Jährige. Als sie einen Alkoholgeruch wahrnahm, habe sie gewusst, was los war. Zunächst habe sie sich nichts weiter gedacht. Draußen habe sie den Mann erst einmal gar nicht mehr gesehen, erklärte die Zeugin weiter. Eine Freundin, die im Auto auf sie gewartet hatte, habe aber gesagt, der 45-Jährige sei in ein Auto gestiegen und losgefahren.

Kurz darauf sei ihnen der Angeklagte, Schlangenlinien fahrend, entgegengekommen. „Ich habe dann die Polizei gerufen“, berichtete die Zeugin im Gericht. Das war um 20.24 Uhr. Eine halbe Stunde später standen die Beamten auch schon beim 45-Jährigen vor der Tür. Eine Blutuntersuchung um 21.35 Uhr ergab einen Wert von 1,62 Promille.

Im Gericht gab der Angeklagte zwar zu, gefahren zu sein. Allerdings, so seine Aussage, sei der Promillewert durch einen Nachtrunk von etwa drei bis vier Gläsern Wein entstanden. Das widerlegte ein Rechtsmediziner, der im Prozess ein Gutachten zu dem Fall vorlegte. Danach kann der Angeklagte durchaus auch nach der Fahrt etwas getrunken haben. Das jedoch nicht in dem vom Bergkamener angegebenem Maße. Selbst wenn es einen Nachtrunk gegeben hatte, läge der Wert aufgrund der zur Verfügung stehenden Zeit zwischen Anruf und Eintreffen der Polizei und der Kondition des Angeklagten trotzdem noch bei mindestens 1,1 Promille, so der Experte. Vorstrafen hatte der Angeklagte nicht vorzuweisen. Ob er die für die Trunkenheitsfahrt ausgeurteilten 2400 Euro Geldstrafe und die sechsmonatige Sperre zur Wiedererlangung der Fahrerlaubnis akzeptiert, ist fraglich.

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