Das Bergkamener Rathaus aus der Luft: Falls es durch einen Neubau ersetzt wird, wird das wohl noch ziemlich lange dauern. © www.blossey.eu
Stadtverwaltung

Trotz Bürgerbüro-Umzug: Rathaus-Neubau bleibt auf der Tagesordnung

Der Umzug des Bürgerbüros ins „Stadtfenster“ mildert die Platzprobleme im Rathaus. Doch das Gebäude kann auf Dauer nicht so bleiben, wie es ist. Denn es gehört zu den großen Klimasündern.

Über mindestens zehn Jahre soll der Pachtvertrag laufen, den die Stadt mit der UKBS für die neuen Räume für das Bürgerbüro abschließt. Das soll bekanntlich aus dem Rathaus in den Neubau „Stadtfenster“ auf der anderen Seite der Hubert-Biernat-Straße ziehen.

Der langfristige Mietvertrag könnte ein Indiz dafür sein, dass die Stadtspitze eher nicht damit rechnet, in unmittelbarer Zukunft ein neues Rathaus auf den Weg zu bringen.

Der Entschluss zum Umzug des Bürgerbüros sei völlig unabhängig von der Entscheidung für oder gegen einen Neubau der Verwaltungszentrale getroffen worden, sagt allerdings Bürgermeister Bernd Schäfer (SPD).

Gleichwohl bleibt das Thema neues Rathaus auf der Tagesordnung. Allein schon deshalb, weil es einen Ratsbeschluss gibt, der die Verwaltung mit einer Machbarkeitsstudie für einen Neubau beauftragt hat.

Pandemie verzögert die Planungen

Die Studie allerdings liegt erst einmal auf Eis. Der Ratsentscheid, der zumindest als erster Schritt in Richtung neues Rathaus interpretiert werden konnte, fiel im Jahr 2019. Dann kam die Corona-Pandemie, sodass das Vorhaben erst einmal auf die lange Bank geschoben wurde. Viel mehr als den Auftrag zu der Machbarkeitsstudie gebe es bisher nicht, sagt der Bürgermeister. Unter Zeitdruck sieht er sich aber auch nicht. Gleichwohl dürfte es als sicher gelten, dass das Rathaus auf Dauer nicht in seinem bisherigen Zustand bleiben kann.

Im Rathaus Bergkamen hatte der Verein schon einen Krisen-Termin beim Bürgermeister – jetzt ist eine Trendwende zu erkennen. © Stefan Milk © Stefan Milk

Zum einen wird in dem Gebäude aus dem Jahr 1976 der Raum knapp, zum anderen gilt das Rathaus als mit Abstand größter Energieverbraucher unter den städtischen Immobilien. Das ist nicht nur eine Frage des Geldes, sondern auch des Klimaschutzes. Der ließe sich zwar möglicherweise durch eine energetische Sanierung des Rathaus verbessern.

Allerdings würde die möglicherweise noch teurer als ein Neubau, der nach derzeitigem Stand mindestens 50 Millionen Euro kosten würde. UKBS-Chef Matthias Fischer, der sich mit Bauen auskennt, warnt jedenfalls vor unangenehmen Überraschungen bei der Sanierung bestehender Gebäude.

Bürgerbüro-Auszug hilft zumindest kurzfristig

Der geplante Auszug des Bürgerbüros löst Raumprobleme zumindest kurzfristig, weil Platz im Rathaus-Erdgeschoss frei wird. Die Verwaltung braucht zum Beispiel neue Besprechungsräume, um den Datenschutz sicherzustellen. Wie genau die Räume des Bürgerbüros genutzt werden sollen, weiß Schäfer allerdings noch nicht: Der Umzug steht erst für das zweite Quartal 2022 auf dem Plan.

Über den Autor
Redaktion Bergkamen
1967 in Ostwestfalen geboren und dort aufgewachsen. Nach Abstechern nach Schwaben, in den Harz und nach Sachsen im Ruhrgebiet gelandet. Erst Redakteur in Kamen, jetzt in Bergkamen. Fühlt sich in beiden Städten wohl.
Zur Autorenseite
Johannes Brüne

Unna am Abend

Täglich um 18 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.