Trommel-Wechsel mit Luther und Hawking

dzNeue Bilder für die Medienskulptur

Wer rein darf und wer raus muss aus der Medienskulptur am Kreisel, entschied der Zeitzeugenkreis. Gemeinsam mit Künstler Andreas M. Kaufmann gab der Kreis Stephen Hawking und Martin Luther den Vorzug.

09.10.2018, 18:07 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der verstorbene Physiker Stephen Hawking steht für den Diawechsel 2016, Martin Luther für das Jahr 2017. Dafür müssen König Hussein und ein Unbekannter ihren angestammten Platz im Lichtkunstwerk bald verlassen.

Seit 2004 dreht sich die Medienskulptur „No agreement today, no agreement tomorrow“ im Kreisverkehr am Rathaus. Das Konzept sieht vor, dass der Künstler Andreas M Kaufmann jährlich eines der 24 Porträts austauscht. Bis schließlich keiner der ursprünglichen Waschtrommel-Insassen mehr vorhanden ist. „Waschtrommel“, so nennen die Bergkamener inzwischen das Kunstwerk. Für Kaufmann ein deutliches Zeichen, dass sie die Medienskulptur angenommen haben. „Wer Spitznamen verteilt, entwickelt auch eine Beziehung“, sagt der Künstler.

Das entscheidende Kriterium für die Menschen, die in die Dia-Show gelangen, ist, dass die abgebildete Person die mediale Berichterstattung des jeweiligen Jahres entscheidend geprägt hat.

Trommel-Wechsel mit Luther und Hawking

Mitglieder des Zeitzeugenkreises diskutierten über den Dia-Wechsel in der Medienskulptur des Künstlers Andreas M. Kaufmann. © Marcel Drawe

Kreisende Porträts

Ob die positiv oder ob negativ war, spielt in diesem Zusammenhang keine Rolle. Andreas M. Kaufmann geht es lediglich um den Grad ihrer medialen Präsenz. Der Letzte, der den Sprung in die Waschtrommel schaffte, war 2015 der ehemalige Fifa-Präsident Sepp Blatter. Angedacht ist, dass Kaufmann jedes Jahr nach Bergkamen kommt, um im Wechsel mit immer wieder anderen Gruppen das neue Dia zu besprechen und schließlich einzutauschen gegen ein altes. Schon während des Aufbaus der Medienskulptur sei er immer wieder angesprochen worden, „mal freundlich und auch mal unfreundlich“. Alle wollten wissen, was er denn dort mache. Es bestehe ein unglaublicher Redebedarf, und den will Kaufmann gerne stillen. „Die Stadt gehört den Bürgern und ich als Künstler stehe in der Verantwortung, ihre Fragen zu beantworten,“ sagt Andreas M. Kaufmann. Die Medienskulptur sei Teil seines Lebens, so gesehen sei nun auch Bergkamen ein Teil seines Lebens. Die Auswahl der Porträts der Personen, die in der Waschtrommel für mindestens ein Jahr Platz nehmen, ergibt sich aus der Diskussion der Bergkamener Gruppen mit dem Künstler. Der möchte die in der Medienskulptur kreisenden Porträts von Menschen und ihre typischen Gesten aus ihrem ursprünglichen Kontext lösen und in einen neuen Zusammenhang setzen. Und somit zeigen, dass in den Medien zwar eine Selbstdarstellung möglich ist, echte Kommunikation und echtes Verständnis nicht.

Neben dem britischen Kronprinzenpaar, dem Musiker Michael Jackson und Barrack Obama kreisen nun auch bald Stephen Hawking und Martin Luther mit.

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