Tritte und Schläge gegen frischgebackenen Vater – Täter muss in Haft

dzGericht

Nach einem Spieleabend wird einer der beiden Mitspieler aggressiv und attackiert seinen Freund – einen frischgebackenen Vater. Von den Konsequenzen vor Gericht hat er länger etwas.

von Jana Peuckert

Bergkamen

, 24.06.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Was als fröhlicher Männerabend mit Konsole-Spielen begonnen hatte, endete am frühen Morgen des 11. November vergangenen Jahres in einer Wohnung in Bergkamen für einen der beiden Kumpel äußerst schmerzhaft. Er wurde mit Tritten und Schlägen traktiert.

Sein Spiele-Freund und Widersacher fand sich schließlich wegen Körperverletzung auf der Anklagebank des Amtsgerichts Kamen wieder – und kassierte eine empfindliche Strafe.

Gericht glaubt Beteuerungen des Angeklagten nicht

Da sein Kumpel betrunken gewesen sei, habe der sich irgendwann aufmüpfig verhalten, erklärte der Angeklagte. Daraufhin habe er seine Konsole genommen, um die Wohnung des Kumpels zu verlassen. Er habe weder geschlagen noch getreten, beteuerte der 34-Jährige vor Gericht.

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Ein Attest, das sein Kontrahent vorlegte, sprach allerdings eine andere Sprache. Ein Arzt hatte bei dem Freund eine Schädelprellung sowie ein Hämatom am Auge festgestellt. Der 33-Jährige sagte im Zeugenstand aus, er habe dem Angeklagten lediglich die Tür öffnen wollen. Plötzlich habe ihm der Bergkamener von hinten einen Tritt gegen den Rücken verpasst. Er sei zu Boden gegangen. Das habe der Angeklagte ausgenutzt, und mindestens zehnmal mit der Faust auf ihn eingeschlagen und weiter getreten.

Nächtlicher Hilferuf an die Freundin

Die Lebensgefährtin des mutmaßlichen Opfers gab im Gericht an, einen Tag zuvor ein Kind vom 33-Jährigen zur Welt gebracht zu haben. Mitten in der Nacht habe sie eine Nachricht von ihrem Partner bekommen, dass dieser Hilfe brauche. Telefonisch erreichbar sei ihr Freund aber nicht gewesen. Aus Verzweiflung habe sie bei sämtlichen Freunden und Bekannten nachgefragt, um herauszubekommen, was geschehen war. Schließlich habe sie von einer Freundin Fotos mit den Verletzungen des Geschädigten zugeschickt bekommen. Daraufhin habe sie ihren Freund dazu gebracht, Anzeige gegen seinen Bekannten zu erstatten.

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Mit elf Vorstrafen im Gepäck sah der Richter am Ende keine Möglichkeit mehr für eine Geld- oder Bewährungsstrafe. Und so verurteilte er den Bergkamener zu acht Monaten Haft. Der Angeklagte kündigte Berufung gegen das Urteil an.

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