Der Oberadener Hans Jürgen Neumann ist fassungslos: Er musste seinen toten Chihuahua wieder ausgraben und die Hundeleiche dem Ordnungsamt übergeben. Auf dem Arm hält er seinen anderen Chihuahua „Susi“. © Stephanie Tatenhorst
Hunde-Beißerei

Toter Chihuahua „Herr Neumann“ kommt in die Pathologie

Der mutmaßlich von einem Nachbarshund totgebissene Chihuahua „Herr Neumann“ wird vom Ordnungsamt in die Pathologie gebracht. Die Experten sollen die Todesursache einwandfrei feststellen.

Der Oberadener Hans Jürgen Neumann kann es kaum fassen: Er musste seinen toten Chihuahua „Herr Neumann“ wieder ausgraben und dem Bergkamener Ordnungsamt übergeben. Der tote Hund muss in die Pathologie, damit die Todesursache einwandfrei festgestellt wird.

Der Grund: Der Halter des Berner Sennenhundes, der den kleinen Hund nach Naumanns Aussage totgebissen hat, bestreitet das. Er hat es dem Bergkamener Ordnungsamt so dargestellt, dass sein Hund nicht zugebissen hat. Der Chihuahua sei erwürgt worden, weil sein Halter so heftig an der Leine zog.

Genau Untersuchung, bevor es Anordnungen gibt

Eine Darstellung, die Hans Jürgen Neumann fassungslos macht. Er habe seinen Hund nicht erwürgen können, weil der gar kein Halsband trug, sagt er. „Er hatte Zeit seines Lebens beim Spaziergang immer ein Brustgeschirr“, sagt er. Der große Hund habe den Chihuahua gepackt, geschüttelt und ihn dadurch getötet.

Neumann ärgert sich, dass er den Halter des Berner Sennenhundes immer noch mit seinen beiden Hunden sieht. „Immer noch ohne Maulkorb und immer noch an der Schleppleine.“ Wie das Ordnungsamt dem Oberadener jedoch schriftlich mitteilte, muss erst eindeutig geklärt werden, ob der große Hund den kleinen getötet hat. Erst dann könne er als „gefährlicher Hund“ eingestuft und entsprechende Verfügungen erlassen werden – zum Beispiel, dass der Hund einen Maulkorb tragen und an der kurzen Leine gehalten werden muss.

Genaue Anweisungen, wie die Hundeleiche verpackt werden muss

Der Brief an den Oberadener enthält genaue Anweisungen, wie er vorgehen soll. Unter anderem heißt es dort wörtlich: „Idealerweise verpacken Sie das Tier doppelt in Folie oder Plastikbeutel, verschließen diese auslaufsicher und legen ihn anschließend in eine Kartonage.“

Nach Angaben von Hans Jürgen Neumann hat ein Mitarbeiter des Ordnungsamtes den toten Chihuahua „Herr Neumann“ noch am Freitagmorgen abgeholt und die Hundeleiche zum Kreisveterinäramt nach Unna gebracht. Von dort sollte er per Kurier zum staatlichen Veterinäruntersuchungsamt bei der Bezirksregierung in Arnsberg gebracht werden. Dort soll so schnell wie möglich die genaue Todesursache des Chihuahua ermittelt werden.

Hans Jürgen Neumann ist hörbar verstört und traurig über den Vorgang. Eigentlich habe der Halter des Sennenhundes angekündigt, sich bei ihm entschuldigen zu wollen, sagt er. Bisher habe er von dem Mann aber noch nichts gehört.

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Redaktion Bergkamen
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Michael Dörlemann

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