Totalfälschung: In griechischen Flüchtlingslagern kann man keinen Führerschein machen

dzGefälschter Führerschein

Vermutlich nicht das Papier wert auf dem er gedruckt war. Der vermeintliche griechische Führerschein, den ein Mann der Polizei zeigte, entpuppte sich als Totalfälschung.

von Sylvia Mönnig

Bergkamen

, 16.03.2020, 17:14 Uhr / Lesedauer: 1 min

Mit einem gefälschten griechischen Führerschein setzte sich ein Mann aus Bergkamen nicht nur hinter das Steuer, er legte das vermeintliche Dokument auch auf der Wache und beim Straßenverkehrsamt vor. Das hatte nun Folgen.

Im August geriet die Ehefrau des 35-Jährigen in Verdacht, ohne Führerschein mit dem Auto in Lünen unterwegs gewesen zu sein. Das wollte er richtigstellen. Mitte November wurde der Mann bei der Polizei in Kamen vorstellig, gab an, dass er gefahren sei und präsentierte seinen vermeintlichen Führerschein, bei dem es sich um eine Totalfälschung handelte. Dem nicht genug: Kurz darauf wiederholte sich das Ganze in Unna beim Straßenverkehrsamt.

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Angeblich blauäugig gehandelt

Fahren ohne Fahrerlaubnis und Urkundenfälschung wurden dem 35-Jährigen nun vor dem Amtsgericht Unna vorgeworfen. Dort überließ er das Reden seinem Anwalt. Der erklärte, der Angeklagte habe blauäugig gehandelt. Das, was der Mandant für einen Führerschein gehalten habe, habe der in einem griechischen Flüchtlingslager erworben. „Heute weiß er, dass das nicht richtig sein konnte.“ Auf der Wache sei er gutgläubig gewesen, beim Straßenverkehrsamt nur noch pflichtschuldig. Er habe die Polizisten so verstanden, dass er die Fälschung dort auch noch vorzeigen sollte.

Bisher nicht strafrechtlich aufgefallen

Der Strafrichter hatte ein Einsehen mit dem Mann, der zuvor strafrechtlich noch nicht in Erscheinung getreten war. Er verwarnte ihn und behielt sich die Verurteilung zu 300 Euro Geldstrafe für ein Jahr vor. Passiert in der Zeit nichts, muss der 35-Jährige auch nicht zahlen. Der Angeklagte sei ein unbeschriebenes Blatt, habe nicht hochkriminell gehandelt und zudem habe ihn das Ganze eine Stange Geld gekostet, das nun weg sei, so der Richter.

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