Todesdrohungen versetzen 14-Jährigen in Panik

von Sylvia Mönnig

Bergkamen

, 07.08.2019, 18:04 Uhr / Lesedauer: 2 min

Massive Todesdrohungen in Wort und Bild schickte ein 28-Jähriger einem Spieler, der zur gleichen Game-Community gehörte. Mit zweifelhaftem Erfolg: Der 14-Jährige aus Bergkamen bekam es mit der Angst zu tun. Das hatte nun Folgen.

Namen, Adressen und Alter bleiben in der Internet-Community geheim. Es ist aber möglich, einen Spieler zu melden, der gegen Regeln verstößt. Genau das tat der Schüler Anfang des Jahres. Er meldete den Mann aus Leipzig und brachte ihn damit in Rage. So heftige Rage, dass der 28-Jährige den Teenager fortan mit Nachrichten überspülte – eine bedrohlicher als die andere. So fragte er ihn unter anderem, ob er eine Kugel kassieren wolle und kündigte an, ihn zu finden. Er solle gut auf sich aufpassen. Auch schickte er ihm Fotos. Auf einem Bild waren zwei Schusswaffen abgebildet, auf dem anderen ein Sarg. Von Beleidigungen ganz zu schweigen.

Mehrfach forderte der heute 15-Jährige den Fremden auf, das zu unterlassen. Der dachte gar nicht daran. Also erstattete der Schüler Strafanzeige. Die Polizei durchsuchte die Wohnung des 28-Jährigen in Leipzig, stellte zwei echt wirkende PTB-Schusswaffen und ein Handy sicher.

Äußerte er bei der Polizei noch sein Bedauern und gab zu, „Mist gebaut“ zu haben, so wollte er sich in seinem Prozess wegen Bedrohung, der im Amtsgericht Kamen verhandelt wurde, im Prinzip kaum noch äußern. Das Opfer wurde gehört und der Teenager offenbarte, nach wie vor Angst zu haben. „Ich bin sehr nervös“, erklärte er. Der Angeklagte selbst war nun auch bereit, etwas zu sagen. „Ne, das war nicht gut überlegt von mir“, betonte er und nuschelte gleichzeitig etwas von „Kindergarten“. Auch bestand er darauf, sein Handy zurückzuerhalten.

Eine Verurteilung wegen fahrlässiger Tötung nur einen Monat vor dem Tatzeitpunkt musste sich strafschärfend auswirken. Dem entgegen ging das Gericht zu seinen Gunsten davon aus, dass ihm das junge Alter seines Opfers nicht bekannt war. Der Prozess endete mit 2500 Euro Geldstrafe und der Einziehung des Handys. „Das war bedrohlich und das war auch so gemeint“, so der Richter.

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