Sascha Masurkewitsch ist schon seit Jahren Pächter im ehemaligen Haus Schmülling, erst unter dem Namen „Almrausch“ und jetzt schon seit einiger Zeit als „Thorheim“. Das möchte er auch gerne bleiben. © Klaus-Dieter Hoffmann (Archiv)
Gastronomie

Thorheim-Wirt droht das Aus in Bergkamen – aber es gibt wieder Hoffnung

Muss er gehen oder kann er bleiben? Wirt Sascha Masurkewitsch vom „Thorheim“ hofft, dass sich ein Käufer für das ehemalige Haus Schmülling findet, der ihn weitermachen lässt. Das hofft auch der Eigentümer.

Noch vor wenigen Tagen musste Sascha Masurkewitsch damit rechnen, dass er die Gaststätte „Thorheim“ im ehemaligen Haus Schmülling aufgeben muss. Der derzeitige Eigentümer will die Traditionsgaststätte an der Landwehrstraße weiterverkaufen – und hatte auch schon einen Käufer. Der aber hat eigene Pläne mit dem Gebäude. Masurkewitsch´ Pachtvertrag sollte gekündigt werden.

Das würde den Wirt hart treffen. Er hat den Lockdown einigermaßen gut überstanden, wie er selbst sagt – und die Zeit sogar für die eine oder andere Neugestaltung und Umbauten genutzt. Er hat zum Beispiel den Gaststättenbereich umgebaut, damit er besser genutzt werden kann. „Wir haben fast alle Einnahmen gleich wieder ins Thorheim gesteckt“, sagt er. Das Geld wäre wohl zum größten Teil weg, wenn er bald ausziehen müsste.

Zwei Gäste interessieren sich jetzt auch für den Kauf der Gaststätte

Jetzt aber zeichnet sich eine mögliche Lösung ab, mit der sowohl der bisherige Eigentümer als auch der Wirt gut leben könnten: Es haben sich zwei Gäste gemeldet, die in der Nähe der Gaststätte wohnen und auch ein Gebot abgeben wollen. Ihr Ziel: Sie wollen Masurkewitsch als Pächter behalten. „Sie müssen jetzt nur noch mit der Bank wegen der Finanzierung sprechen“, sagt der Wirt.

Im Thorheim ist auch einmal im Monat das Grand Jam – wie vor etwa zwei Jahren mit den „Silverettes“ – zumindest wenn kein Lockdown herrscht. © Stefan Milk © Stefan Milk

Auch die Stadt Bergkamen würde es treffen, wenn der Wirt die Gaststätte aufgeben müsste und sie möglicherweise anders genutzt wird. Im Saal des ehemaligen Haus Schmülling veranstalten zwei Künstler in Zusammenarbeit mit dem städtischen Kulturreferat einmal im Monat den „Grand Jam“. Außerdem nutzt das Kulturreferat den Saal für andere Veranstaltungen, zum Beispiel Lesungen im Zuge des Krimi-Festivals „Mord am Hellweg“.

Auch der jetzige Eigentümer möchte das „Thorheim“ erhalten

Beides soll es wieder geben, wenn die Corona-Beschränkungen aufgehoben werden. Den „Grand Jam“ gab es sogar im vergangenen Jahr noch mit Beschränkung der Zuschauerzahl und einem Hygienekonzept. Erst als die Bestimmungen des „Lockdown Light“ ab Anfang November griffen, war das Grand Jam nicht mehr möglich.

Auch der jetzige Eigentümer Marco Niedenführ, ein Geschäftsmann aus Lünen, hofft, dass Masurkewitsch und das Thorheim bleiben können. Er habe den Wirt immer unterstützt, sagt Niedenführ. Er geht davon aus, dass bis Ende der Woche, spätestens aber bis Mitte der kommenden Woche eine Entscheidung fällt, an wen er das ehemalige Haus Schmülling verkauft.

Über den Autor
Redaktion Bergkamen
Geboren 1960 im Münsterland. Nach dem Raumplanungsstudium gleich in den Journalismus. Mag Laufen, Lesen, Fußball und den BVB ganz besonders. An den Bergkamenern liebt er ihre Offenheit. Die Stadt ist spannend, weil sie sich im Strukturwandel ganz neu erfinden muss und sich viel mehr ändert als in anderen Städten.
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Michael Dörlemann
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